Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Schlichtstraße: „Verkehr soll fließen, nicht ausgebremst werden“

Ein Teil der Schlichtstraße, die um das Gewerbegebiet im Nord-Osten von Waldsee herumführt. Dort waren bis vor Kurzem noch Stell
Ein Teil der Schlichtstraße, die um das Gewerbegebiet im Nord-Osten von Waldsee herumführt. Dort waren bis vor Kurzem noch Stellplätze eingezeichnet.

In der Debatte um den Wegfall der Parkplätze in der Schlichtstraße meldet sich nun ein Anwohner zu Wort. Er findet es gut, dass die Stellplätze wieder entfernt wurden.

Armin Käfer wohnt in der Schlichtstraße 12 im Gewerbegebiet „In den Fahrgärten“ in Waldsee und begrüßt, dass die 17 zwischenzeitlich eingezeichneten Stellplätze wieder entfernt wurden. Jeder Anwohner beziehungsweise Anlieger des Gewerbegebietes und der Schlichtstraße sei verpflichtet worden, auf eigene Kosten Parkplätze für sich und seine Mitarbeiter auf dem eigenen Grundstück bereitzustellen, führt Käfer an. Er sagt auch, dass dies bei den allermeisten Unternehmern im Gebiet so geschehen sei.

Anlass für seine Aussage ist die Kritik von Stefan Kölble, Geschäftsführer der im Gebiet ansässigen GGH GmbH & Co. KG. Dieser wünscht sich die Parkplätze in der Schlichtstraße zurück, weil es im Gewerbegebiet kaum Abstellflächen für Mitarbeiter und Kunden gebe. Die Ortsgemeinde und die Verbandsgemeindeverwaltung als Straßenverkehrsbehörde hatten die Stellplätze, die Teil eines Verkehrsversuchs waren, entfernt und dafür neben verkehrsrechtlichen Belangen unter anderem eine Umfrage unter Firmenbesitzern im Gebiet angeführt. Von GGH hieß es, dass sie an dieser Umfrage nicht beteiligt worden seien. Dem widerspricht die Verbandsgemeindeverwaltung und belegt dies mit einer E-Mail.

Anwohner berichtet von unnötigem Lärm

Die Straßenverkehrsbehörde der Verbandsgemeinde Rheinauen hatte den Verkehrsversuch hinsichtlich der positiven und negativen Effekte ausgewertet und kam bei der Abwägung zum Entschluss, dass die Stellplätze an der Schlichtstraße nicht dauerhaft eingerichtet, sondern wieder entfernt werden. Das wurde unter anderem damit begründet, dass die erhoffte Geschwindigkeitsreduzierung in Teilen nicht erreicht worden sei und es sich eigentlich um eine Umgehungsstraße handele, auf der der Verkehr rollen soll. So argumentiert auch Anwohner Armin Käfer: „Die Schlichtstraße wurde zur Ortsrandstraße mit dem Ziel, den Schwer- (Kies) und Agrartransport (Traktor mit zwei Anhängern) zu erleichtern. Immer wenn ein solcher Schwertransport bremsen und anfahren muss, gibt es unnötigen Lärm und Feinstaub-Emissionen. Das ist leider real und nicht abstrus“, sagt er.

Auch Robert Gard, Prokurist der Firma Rohr, die für den von Käfer angesprochenen Kiestransport verantwortlich ist, sagt auf RHEINPFALZ-Nachfrage, dass eine Ortsrandstraße nicht der richtige Ort zum Parken sei, sondern den Zweck habe, den Verkehr flüssig um den Ort herumzuleiten. Das durch geparkte Autos ständige Bremsen und wieder Anrollen von Schwerlasttransportern sei darüber hinaus ökologisch nicht sinnvoll, so Gard.

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