Mutterstadt
Real-Halle: Eröffnung verzögert sich
„Realistisch ist wohl Ende drittes Quartal“, sagt Michael Sappok von der van Mark Projekta GmbH zur baldigen Übergabe der ehemaligen Real-Markthalle, die derzeit renoviert wird. Das sei aber nur „eine momentane Wasserstandsmeldung“. Denn nach der Übergabe müssten sich die Mieter natürlich erst noch einrichten. „Möglich ist also auch eine Eröffnung im vierten Quartal“, sagt er.
Der Mutterstadter Real-Markt ist seit Ende Januar 2022 geschlossen, die Immobilie ist an den russischen Investor SCP verkauft worden und sollte eigentlich im Juni 2022 wieder eröffnet werden. Doch dann tat sich monatelang nichts. Indirekt sollen der Ukraine-Krieg und die pandemiebedingten Lieferengpässe in der Bauwirtschaft Grund für die Verzögerungen. Der neue Eigentümer (siehe „Zur Sache“) hat dann im Spätsommer mit den Bauarbeiten begonnen. Noch Anfang des Jahres ging man von einer Eröffnung Mitte dieses Jahres aus. Doch schaut man sich vor Ort um, ist offensichtlich, dass auch das nicht zu schaffen ist. „Wie das häufig so ist bei umfangreichen Baumaßnahmen, gab es auch hier unvorhergesehene Schwierigkeiten. Da läuft dann so ein Vorhaben auch mal ein bisschen aus der Zeitplanung, das ist aber nichts Dramatisches“, meint Michael Sappok. Konkreter möchte er aber nicht werden, etwa, was denn genau zur Verzögerung geführt hat. Alle Mieter, die zuvor drin waren, stünden „Gewehr bei Fuß und drängen natürlich auch. Wir arbeiten mit Hochdruck daran“, verspricht er. Wenn dann eröffnet wird, sollen möglichst alle Händler gleichzeitig ihre Ladenpforten aufschließen – am besten mit einer gemeinsamen Veranstaltung.
Hohen einstelligen Millionenbetrag investiert
Die ehemalige Real-Halle hat laut Sappok eine Fläche von 13.000 Quadratmetern. Sie wurde vollständig entkernt und wird derzeit entsprechend den Anforderungen der künftigen Mieter ausgebaut. Dabei soll die Immobilie innen wie außen ein neues Erscheinungsbild inklusive einer neuen Farbgebung erhalten. Die Kosten für die Komplettsanierung belaufen sich „auf einen hohen einstelligen Millionenbetrag“, sagt Sappok. Die Fläche, die einst der Real-Markt innehatte, werde in drei Mietflächen aufgeteilt. Sie werden an Edeka Stiegler und die Filialisten Action-Markt und Woolworth vermietet.
Mit der Verzögerung könne Woolworth gut leben, denn es sei noch auf keinen bestimmten Eröffnungstermin hin geplant worden, sagt Roland Rissel, Sprecher der Woolworth GmbH. Die damaligen Zeitangaben seien grob gewesen. „Wir warten aber weiterhin auf die Übergabe der Flächen. Erst dann legen wir los.“ Auch wenn es grundsätzlich besser sei, so schnell wie möglich zu eröffnen, setze die Verzögerung das Unternehmen momentan nicht unter besonderen Druck, meint der Sprecher weiter. Man forciere auch keinen bestimmten Termin für die Neueröffnung, etwa das Weihnachtsgeschäft. Zwar sei auch das für Woolworth eine umsatzstarke Zeit, aber man habe über das gesamte Jahr verteilt viele saisonale Ereignisse, in der Angebote offeriert werden.
Umsatzeinbußen schwer zu kompensieren
Bei Rofu Kinderland ist man nicht ganz so entspannt und hofft auf einen baldigen Übergabetermin, „denn wir wollen in die Planung einsteigen“, meint Frank Schröder, Geschäftsführer für Logistik und Vertrieb bei Rofu Kinderland. Das Unternehmen, das unter anderem Waren rund ums Kind und Deko-Artikel anbietet, hat eine der größeren Flächen im hinteren Bereich der Halle. Man habe die Zeit des Umbaus genutzt und die Filiale teilweise umgestaltet sowie Boden und Beleuchtung erneuert. Das Stammpersonal der Mutterstadter Filiale werde auch wieder dort arbeiten, informiert Frank Schröder. Es sei gar nicht so einfach gewesen, die Kollegen über einen so langen Zeitraum in anderen Filialen unterzubringen. Eine Filiale ist Speyer. „Hier hatten wir seit der Schließung in Mutterstadt eine deutliche Umsatzsteigerung“, sagt Frank Schröder. Aber es habe nicht den gesamten Umsatz kompensieren können. Auch darum fiebere man der Wiedereröffnung entgegen. Ihm sei zugesagt worden, dass in den kommenden Tagen ein konkreter Übergabetermin genannt werde. Nach seinen aktuellen Informationen ist eine Eröffnung Ende Oktober, Anfang November realistisch. „Aber wir sind jetzt hoffentlich auf der Zielgeraden.“ Und der Geschäftsführer stellt noch einmal klar: „Wir eröffnen erst, wenn Edeka eröffnet.“
So eine gemeinsame Eröffnung ist auch das Ziel von Sven Stiegler, Inhaber von Edeka-Stiegler, der der neue Ankermieter wird. Wann ihm die etwa 5500 Quadratmeter große Fläche übergeben werde, wisse der Einzelhändler noch nicht. Er rechnet aber ebenfalls erst mit einer Eröffnung im Oktober oder November, „wenn alles perfekt läuft.“
Zur Sache: Wem gehört die ehemalige Real-Halle?
Laut Auskunft von Michael Sappok von der van Mark Projekta GmbH hat die Immopol 5 GmbH aus Diepenau das Objekt in Mutterstadt 2022 von der SCP erworben. Die Immopol 5 ist eine Objektgesellschaft der van Mark Unternehmensgruppe, für die wiederum die van Mark Projekta GmbH das Projektmanagement, die Projektsteuerung und die Eigentümervertretung wahrnimmt. Der vorherige Besitzer SCP hat 2020 276 Real-Märkte vom Metro-Konzern erworben, darunter sechs Märkte in der Pfalz. Mehrheitliche Anteilseigner von SCP waren zu diesem Zeitpunkt die russischen Finanzinvestoren Wladimir und Felix Jewtuschenkow. Ab Februar 2021 wurde die Französin Marijorie Brabet-Friel Inhaberin von SCP und somit auch der Real-Märkte. Die Mutterstadter Gewerbeimmobilie gehört nun Immopol 5.