Rhein-Pfalz Kreis Lange Aufgabenliste im Klärwerk

Der Rand dieses Klärbeckens ist repariert und wieder voll funktionstüchtig.
Der Rand dieses Klärbeckens ist repariert und wieder voll funktionstüchtig.

Wegen übler Gerüche ist die Lambsheimer Kläranlage bei Eppsteinern und Flomersheimern in die Kritik geraten. Ein Missstand, der inzwischen abgestellt wurde (wir berichteten am Freitag). In diesem Jahr war und ist im Klärwerk aber noch mehr zu tun.

„Immer wieder wird in die Kläranlage investiert“, sagt Frank Sentpali, Technischer Angestellter und Teamleiter beim Abwasserverband Lambsheim. Zum Beispiel rund 87.000 Euro für die Sanierung der Kronen an den beiden Klärbecken. Sie drohten an mehreren Stellen auszubrechen und wurden deshalb laut Sentpali abgefräst. Dann bekamen sie eine neue Beschichtung mit extra hartem und schnell aushärtendem Sonderbeton und wurden dann mit Blechen belegt. Auf diesen bewegt sich nun der Räumer, der den Schlamm in die Mitte des Beckens befördert. „Das ist jetzt wieder auf dem Stand der Technik“, sagt Sentpali. In den beiden Becken mit einem Fassungsvermögen von je 3100 Kubikmetern werden die Abwässer von Lambsheim, Fußgönheim, Birkenheide und Maxdorf mechanisch-biologisch gereinigt. Im ersten Schritt werden Grobstoffe und Sand herausgeholt. Danach sind Bakterien, „millionenfach unbezahlte Mitarbeiter“, wie Frank Sentpali sagt, dafür zuständig, dass die feineren Verschmutzungen des Wassers beseitigt werden. Dafür ist in regelmäßigen Abständen die Anreicherung mit Sauerstoff nötig. Der dabei anfallende Schlamm wird in einer Solarhalle getrocknet und anschließend verbrannt. Vor diesem letzten Arbeitsschritt, also beim Zwischenlagern des Schlamms, lag die Ursache für die Geruchsbelästigungen in Eppstein und Flomersheim. Ein Thema bei der nächsten Verbandsversammlung im Oktober wird laut Sentpali die Investition in eine Entwässerungsanlage für den Klärschlamm sein. Geschätzte Kosten: rund 180.000 Euro. Für das kommende Jahr sind laut dem fortgeschriebenen Plan Investitionen in die Belüftungsmembranen (geschätzte Kosten 65.000 Euro), die Belüftungsverdichter (85.000 Euro), die Probenehmer (12.000 Euro) und die Fällmitteldosierung (15.000 Euro) vorgesehen. Ob diese Maßnahmen – der Plan wurde nach der zu erwartenden Lebensdauer der Bauteile erstellt – umgesetzt werden, das müsse am Ende immer die Verbandsversammlung beschließen, sagt Sentpali. Es könne vorkommen, dass kurzfristig andere Arbeiten und Ausgaben als dringender erachtet würden. Das sei ein laufender Prozess. Viele kleinere Reparaturen würden von der Belegschaft der Kläranlage selbst ausgeführt.

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