Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Land und Leute: Die Wochenendkolumne für den Rhein-Pfalz-Kreis

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Was den Rhein-Pfalz-Kreis in dieser Woche beschäftigt hat. Kurioses, Abseitiges – und nicht ganz ernst Gemeintes aus den Dörfern.

Schnaken: Gerüstet

Für Schnaken hätte der Donnerstagvormittag ein Freudentag werden können. An diesem Tag besuchte der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Steiniger mit Vertretern der Kreisverwaltung und der Presse die sanierungsbedürftige Jugendfreizeitstätte südlich von Mechtersheim – mitten in der Natur, mitten in den Rheinauen und damit auch mitten im Lebensraum der kleinen Quälgeister. Nur: Die haben sich zu früh gefreut. Tilo Meinke, persönlicher Referent von Landrat Clemens Körner (CDU), hatte mitgedacht und sorgte dafür, dass sich jeder Teilnehmer der Besichtigung mit seiner Flasche mit Insektenschutzmittel einsprüht. Und es hat geholfen: Als die Gruppe das leerstehende Gebäude betrat, in dem es von Schnaken nur so wimmelte, kamen die zwar näher, drehten dann aber ab. Und die Besucher konnten sich über die Pläne für die Erweiterung der Einrichtung informieren – in Ruhe – ohne dauernd um sich zu wedeln oder gestochen zu werden.

Trinkwasser: Gewarnt

Wenn die Warn-App in die Irre führt, dann ist das eine Geschichte wert. Und die geht so. Donnerstag, 18. Juli, 13.52 Uhr: Die Notfallinformations- und Nachrichten-App Nina auf dem Smartphone unterbricht mit ihrem eindringlichen Klingelton das Mittagessen in einem Speyerer Restaurant. Ein Trinkwasserunfall im Rhein-Pfalz-Kreis, genauer betrachtet in Dudenhofen, wird gemeldet. Sogleich schrillen die eigenen Alarmglocken, weil das Wasserwerk Speyer die Gemeinde mit versorgt.Anruf bei meiner Kollegin in der RHEINPFALZ-Redaktion. Sie hat kurz vor 14 Uhr noch keine Nachricht über den Vorfall erhalten und will bei den Gemeindewerken nachforschen. Hm, lieber noch mal in die Meldung von Nina geschaut: Betroffen von dem Trinkwasserunfall sind, wie sich bei einem weiteren Klick auf „Dudenhofen“ zeigt, Haßloch, Iggelheim und Duttweiler. Bei einer Beprobung bei den Gemeindewerken Haßloch seien Coliforme Keime, die Magen-Darm-Erkrankungen auslösen können, festgestellt worden, weshalb das Trinkwasser abgekocht werden sollte. Kurz nach 14 Uhr noch mal bei der Kollegin angerufen und Entwarnung für Dudenhofen gegeben.

Das Essen wird kalt, doch das Hirn läuft heiß, denn: Eine liebe Bekannte wohnt in einer betroffenen Gemeinde. Ob sie von der Gefahr wohl schon gehört hat? Zumal Nina, also die Warn-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, allem Anschein nach kaum jemand auf dem Smartphone laufen hat. Also, lieber gleich einen Screenshot der Nina-Meldung gemacht und per WhatsApp an die Bekannte geschickt. Mehr kann ich nicht tun. 14.10 Uhr: Das Essen ist inzwischen fast kalt. Ein Rätsel bleibt, weshalb Nina bei Haßloch und Co. ausgerechnet Dudenhofen auf dem Schirm hat. Versteh’ einer die Frauen.

Bakterien: Gekeimt

Verseuchtes Trinkwasser in Iggelheim! Was für eine Schlagzeile. Derweil sich manch einer (in Böhl) denken wird: Gut so, es muss ja nichts Schlimmes sein. Aber so ein bisschen Durchfall schadet diesen Iggelheimern nicht. Aber wo wir schon beim Thema sind: Was ist bloß los im Rhein-Pfalz-Kreis? Keime im Trinkwasser, Keime im See. Jüngst musste der Lambsheimer Nachtweideweiher gesperrt werden, weil zu viele Fäkal-Bakterien darin nachgewiesen wurden. Das klingt schon eklig. Und es hilft nicht einmal etwas, das Wasser abzukochen. Das Badeverbot dauerte nicht allzu lange, und auch das Trinkwasser bekommen die Gemeindewerke schnell wieder in den Griff. Trotzdem: Es keimt im Kreis.

Ein schönes Wochenende wünschen Nadine Herrmann, Christian Berger & Sven Wenzel

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