Rhein-Pfalz Kreis RHEINPFALZ Plus Artikel Kreisbäder: Mehr Stellen gegen Personalmangel

Rund 70.000 Wasserratten besuchen im Schnitt jährlich das Schifferstadter Kreisbad.
Rund 70.000 Wasserratten besuchen im Schnitt jährlich das Schifferstadter Kreisbad. Foto: Lenz

Dass in den Kreisbädern immer mal wieder die Türen geschlossen bleiben müssen, hat in jüngster Zeit bei so manchem Bade- und Saunagast für Verdruss gesorgt. Das Personal ist knapp. Auch die Beschäftigten in den Bädern und die Verantwortlichen in der Kreisverwaltung sind über die Situation „todunglücklich“. Jetzt soll am Stellenplan geschraubt werden.

Die Personalknappheit war am Donnerstag auch Thema in der Sitzung des Beirats für das Kreisbad Schifferstadt. Der diskutierte über Besucherzahlen und Betriebskosten, Haushaltsplan und eben die Personalsituation. Da können Ausfälle nicht ausgeglichen werden, obwohl sogar bis zur Wiedereröffnung des Kreisbades in Römerberg das dortige Personal auf die anderen drei Bäder in Schifferstadt, Mutterstadt und Maxdorf/Lambsheim aufgeteilt war.

Ein Beispiel: „Wir hatten zwei kurzfristige Krankmeldungen, einer war in Urlaub, und ich war plötzlich alleine da“ – so schildert Fachkraft Regina Geiger eine Situation in Schifferstadt. Aus Sicherheitsgründen sei dann einfach kein regulärer Badebetrieb möglich, sagt Manfred Gräf (CDU), zuständiger Kreisbeigeordneter, den Beiratsmitgliedern. „Vielschichtig“ sei das Problem, ergänzt Fachbereichsleiter Heribert Werner. Denn Auszubildende sind schwer zu finden. Personal aus anderen Bädern – wie dem geschlossenen Bad in Grünstadt – könne nicht einfach eingesetzt werden, weil dort andere Betreiber seien und damit andere Tarife gezahlt würden. Laut Referatsleiterin Simone Riedel gebe es drei Aushilfen aus Baden-Württemberg, die immer mal wieder einspringen könnten – aber nicht dauernd. Deswegen muss nun beispielsweise am heutigen Samstag das Kreisbad Heidespaß Maxdorf/Lambsheim wieder geschlossen bleiben.

Badegäste sollen schneller erfahren, wenn ein Schwimmbad zu bleiben muss

Im neuen Stellenplan des Kreises sollen mehr Stellen eingeplant werden. Aber bis der Plan und die Haushaltsberatungen „durch“ sind – das dauert. Mit einer Erleichterung sei erst Anfang 2020 zu rechnen. Solange müssen die Badegäste im Ernstfall noch mit eingeschränkten Öffnungszeiten leben. Zumindest die Kommunikation habe man bei der Kreisverwaltung verbessern können, sagt Werner – durch Information auf der Homepage und einen Newsletter, den Badegäste abonnieren können: „Denn die Leute sind ja vor allem dann sauer, wenn sie mit ihren Badesachen vor verschlossenen Türen stehen.“

Trotz tageweiser Schließung: Die Besucherzahlen im Kreisbad Schifferstadt bewegen sich in diesem Jahr im normalen Rahmen. Nach dem „Spitzenjahr“ 2018 (Manfred Gräf) mit fast 80.000 Besuchern wird bis zum Jahresende mit rund 70.000 Badegästen gerechnet. Bis zum 30. September waren es rund 57.700.

Im Schifferstadter Bad soll ein Aufzug eingebaut werden

Das Schifferstadter Kreisbad ist wie alle Bäder defizitär. Investiert werden soll und muss dennoch. Große Brocken sind die Dachsanierung und die Neuerrichtung eines Spielplatzes, der wegen der Dacharbeiten zurückgestellt werden musste – das Gerüst stand auf dem Gelände, erläutert Gräf. Die Sauna soll attraktiver gemacht, das Dampfbad saniert und ein kleiner Aufzug eingebaut werden, damit auch Menschen mit Handicap den Ruheraum erreichen können. Das nennt Heribert Werner als angepeilte Projekte. Für vorübergehende Verwirrung hat gesorgt, dass bei den Betriebskosten einige Posten mehrfach und mit unterschiedlichen Summen im Haushaltsentwurf aufgeführt sind. Für Aufklärung hat Manfred Gräf im Nachhinein gesorgt: Es geht einerseits um Betriebskosten, die anteilig bei Beschäftigten der Kreisverwaltung anfallen, und andererseits um solche, die direkt im Bad entstehen.

Letztlich hat der Beirat mit großer Mehrheit den Haushaltsplanentwurf für das Kreisbad zum Beschluss empfohlen. Einzig Herbert Wacker-Ochs (AfD) stimmte dagegen.

Ist es zeitgemäß, dass im Schifferstadter Kreisbad montagsnachmittags nur Ältere schwimmen dürfen? Das hat Thomas Lorch (SPD) gefragt, der mit seinem Sohn schon mal abgewiesen worden ist. Es sei ein Tag für die Älteren, die mehr Ruhe haben, und die Sportschwimmer, die ihre Bahnen ziehen wollen, sagt Regina Geiger dazu. Das komme bei Senioren gut an, die anderen Kreisbäder seien nicht weit, um mit Kindern auszuweichen, ergänzt Gräf. Dafür gebe es freitags für Kinder einen Spielenachmittag.

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