Dannstadt-Schauernheim
Im Südwesten was Neues: Bauen in Dannstadt
Entstehen sollen die Bauplätze für umzugswillige oder künftige Dannstadt-Schauernheimer im Südwesten des Ortsteils Dannstadt zwischen Böhler Straße und Hauptstraße. Das gleichnamige Neubaugebiet soll nach aktueller Planung 64 Einzelhäusern, 15 Doppelhäusern und fünf Mehrfamilienhäusern Platz bieten. Der Schlachgraben teilt das Areal in einen nördlichen und einen südlichen Teil, die beide über ein ringförmiges Straßennetz erschlossen werden sollen. Der Anschluss an die vorhandenen Straßen erfolgt über zwei Zufahrten in der Hauptstraße und eine Zufahrt in der Böhler Straße.
Dass der Rat den bereits 2017 gefassten Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan jetzt noch einmal beschließen musste, war dem Umstand geschuldet, dass das Plangebiet kleiner ausfallen muss als ursprünglich geplant. Denn in einem Teil der Flächen im Osten würde es wegen eines angrenzenden Schweinemastbetriebs so stark riechen, dass dort keine Wohnhäuser hindürfen. Das hatte ein Geruchsgutachten ergeben. Dasselbe gilt für einen kleinen Zipfel im Südosten, wobei die Geruchsbelästigung hier von den landwirtschaftlichen Betrieben im Süden her weht.
Es besteht ein gewisser Zeitdruck
Ein größere Nachbarfläche Richtung Böhl-Iggelheim – die Gemarkung „Auf den Hinterwiesen“ – würde sich zwar von der Lage her ebenfalls für das Neubaugebiet anbieten. Doch sie ist im Flächennutzungsplan nicht für Wohnen vorgesehen. Diesen Plan auf Ebene der Verbandsgemeinde zu ändern, würde zu viel Zeit kosten. Deshalb bleibt sie erst mal außen vor. Denn es besteht ein gewisser Zeitdruck, hob Sachbearbeiterin Julia Kaiser-Blumenthal von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim hervor. Damit private Bauherren nämlich nicht in der Zwischenzeit just die Grundstücke zubauen, die für die Zufahrten ins Neubaugebiet erforderlich sind, hat die Ortsgemeinde eine Veränderungssperre erlassen. Nur: Die gilt lediglich für zwei Jahre und kann nur um ein weiteres Jahr verlängert werden. Das heißt: Die Kommune muss den Bebauungsplan fertig bekommen, ehe die Veränderungssperre ausläuft und baufreudige Grundstücksbesitzer sämtliche Pläne zunichtemachen.
Da eine Veränderungssperre nicht für eine Fläche gelten darf, die größer ist als das Neubaugebiet, musste der Rat sie ebenfalls anpassen, nachdem das Plangebiet geschrumpft war. Auch das tat er einstimmig.
Jetzt schon ans Erweitern denken
Marc Hauck (FDP) bezeichnete den Entwurf als attraktiv. Ihm war wichtig, dass Anschlussmöglichkeiten für die momentan nicht infrage kommenden Flächen im Osten und Südwesten offenbleiben. Damit sich das Neubaugebiet vielleicht einmal doch noch um diese erweitern ließe, sollte die Schweinemast eines Tages den Betrieb einstellen oder der Flächennutzungsplan geändert werden.
Nach Erschließung des Areals Schauernheim-West fanden die Sozialdemokraten es toll, dass die Gemeinde auch im Ortsteil Dannstadt noch ein so großes Neubaugebiet ausweisen kann. Damit mache sie sich fit für die Zukunft. „Zugleich dürfen wir die innerörtliche Entwicklung nicht vergessen“, betonte Fraktionschef Schölles. Insgesamt solle das Ganze dann ein stimmiges Bild ergeben. Der Bedarf sei vorhanden, das belege der Fakt, dass Schauernheim-West mittlerweile voll besetzt sei.