Rhein-Pfalz Kreis Grünstadter Straße: Ausbau ohne Bäume

Der Bauausschuss der Gemeinde Bobenheim-Roxheim hat sich am Mittwoch erklären lassen, wie die Grünstadter Straße weiter ausgebaut werden soll, und das auch gleich so beschlossen. Die Verwaltung hofft, dass der Untergrund keine böse Überraschung birgt.
Weil die Wurzeln der Bäume das Pflaster angehoben hatten, wurde schon der Pestalozziplatz und mit ihm die Ernst-Roth-Straße sowie Teile der Grünstadter Straße erneuert (wir berichteten). Im zweiten Quartal soll der Rest gemacht werden. Welchen Schäden das Wurzelwerk in der Grünstadter Straße vor allem an den Baumeinfassungen angerichtet hat, zeigte mit Fotos Herbert von Bergen vom Büro Seiler Ingenieure & Architekten in Alzey. Der Ausbauplan sieht eine 5,50 Meter breite Fahrbahn und einen Gehweg von drei Meter Breite vor, optisch soll sich die Straße am neuen Aussehen des Pestalozziplatzes orientieren. Wenn im Unterbau keine Schäden sichtbar werden, rechnet von Bergen mit Bruttokosten von 57.000 Euro plus 9000 Euro Baunebenkosten. Müsste der Boden ausgetauscht werden, schlüge das mit zusätzlichen 4000 bis 6000 Euro zu Buche. Laut Ingenieursplanung werden zwölf Bäume ersatzlos gefällt, was Ausschussmitglied Matthias Vettermann (Grüne) sehr missfällt. Michael Remmele (CDU) sprach sich für den Erhalt einiger Bäume aus, damit sie als Abstandshalter zwischen Fahrbahn und Gehweg dienen können. Dem schließt sich die Verwaltung an – im Gegensatz zu dem Vorschlag von Wolfgang Müsel (FWG), der statt eines Bürgersteigs lieber eine Grünfläche sähe. Bürgermeister Michael Müller (SPD) wies auf den Pflegeaufwand hin, der doch generell im Dorf reduziert werden solle. Matthias Vettermann monierte, dass der Ausbau erneut auf getrennte Bereiche für Autos und Fußgänger hinauslaufe. Wie berichtet, favorisieren die Grünen an geeigneten Stellen eher Flächen, die sich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt teilen. Noch mehr kritisierte er aber, dass „wir über etwas abstimmen sollen, das uns erst hier und jetzt vorgestellt wird“. So habe keine Fraktion mehr Zeit, über gestalterische Alternativen nachzudenken. Auch Wolfgang Müsel hätte es besser gefunden, den Plan nicht erst in der Sitzung zu bekommen. Der Antrag, den Beschluss zu vertagen, wurde mehrheitlich abgelehnt. |ww