Rhein-Pfalz Kreis Es ist ein Fuchs und kein Fuß!

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Fussgönheim. Das Fußgönheimer Ortswappen ist etwas Besonderes. Jedenfalls insofern, als es sich deutlichst vom einstigen Siegel des Dorfs unterscheidet. Was recht selten ist, in diesem Falle aber notwendig war. Denn die alten Fußgönheimer saßen bei der Wahl des Motivs einem Irrtum auf.

Einen menschlichen Fuß zeigte das bis ins 18. Jahrhundert hinein genutzte Siegel der Gemeinde Fußgönheim. Bei flüchtiger Betrachtung klingt das logisch und nach einer guten Vorlage für ein sprechendes Wappen – also eines, das einen klaren Bezug zum Ortsnamen hat. Bei genauerer Betrachtung muss diese Einschätzung allerdings revidiert werden. Das findet unter anderem Karl Heinz Debus, der Verfasser des großen Wappenbuchs der Pfalz. Die Gemeinde habe ganz zu Recht Abstand von dem Motiv genommen, schreibt er. Schließlich leite sich ihr Name von Fuchs-Gönheim ab und nicht von Fuß-Gönheim. Um noch ein bisschen konkreter zu werden: Fußgönheim hieß einst Gönheim am Fuchsbach, was eine klare Unterscheidung von Gönheim am Rhein, dem heutigen Rheingönheim, ermöglichen sollte. Dabei ist offenbar nicht weiter von Belang gewesen, dass der Fuchsbach eigentlich ein gutes Stück von Fußgönheim entfernt fließt – nämlich bei Lambsheim und Maxdorf. Gleichwie: Der Fuß hat es nicht ins Wappen geschafft. Ein springender Fuchs sehr wohl. Zwei weitere Figuren leisten Reineke im Wappen von Fußgönheim Gesellschaft: ein Rad und ein Falke. Beide verweisen auf einstige Herrscher des Fleckens, und zwar auf die Herren von Bolanden und die Grafen von Leiningen. Für Erstere steht das Rad – und gibt zugleich eine Ahnung von ihrer Herkunft. Die Ursprünge der Bolander liegen in Mainz, das bekanntlich ebenfalls ein Rad im Wappen trägt. Im 12. Jahrhundert stand die Familie dort im Dienst der Erzbischöfe, machte danach eine rasante Karriere, stand kurzfristig sogar dem Kaiserhaus ganz nahe und wirkte unter anderem am Donnersberg. Der Abstieg war jedoch genauso rasant wie der Aufstieg: 1386 erlosch das Geschlecht derer von Bolanden. Ebenfalls bis ins 12. Jahrhundert lässt sich die Geschichte der Leininger zurückverfolgen. Emich heißt der erste belegte Vertreter. Er machte sich vor allem um das Kernland seiner Familie verdient: Die Besitzungen rund um die Burg Altleiningen, deren Umgebung heute noch Leiningerland heißt. Dort hielt es die Familie aber nicht. Sie war umtriebig, hatte Land im Elsass, in Lothringen, im Westerwald – und eben bei Fußgönheim. Die männliche Linie erlosch übrigens schon vor den Bolandern – 1212 nämlich. Aber es gab ja noch die Frauen. Und deren Kinder begründeten mit der Zeit immer neue Seitenlinien: Leiningen-Westerburg, Leiningen-Hardenburg, Leiningen-Leiningen, Leiningen-Dagsburg-Falkenburg ... |yns

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