Dudenhofen
Die Traumzeit ist eingeläutet
„Vier Wochen Arbeit stecken hier drin“, sagt Wolfgang Lehmann. Felix Lehmann – alias Zauberer Felix van Mel – ist sein Sohn. Und der hat mit tatkräftiger Unterstützung seiner Frau Melanie – Artistin Mel Aerial – auf der Zielgeraden der Erfüllung ihres Varieté-Traums aus der Dudenhofener Festhalle ein elegantes Etablissement gemacht. An Licht und Ton wurde zuletzt zwei Wochen getüftelt. Alles sollte perfekt sein.
Dass am entscheidenden Abend die Technik einen Streich spielt, treibt Lehmanns Puls in die Höhe. Die Gäste nehmen es gelassen. Sie haben dem Künstler-Ehepaar durch den Kauf von Tickets für eine Show, die noch keiner richtig einordnen konnte, bereits Vorschusslorbeeren gespendet. Einige Abende sind laut Internetseite bereits ausgebucht. „Das macht mir eher Angst, da ich nicht damit gerechnet habe, dass es so schnell geht“, gibt Felix Lehmann im RHEINPFALZ-Gespräch zu. Er lächelt, als er sagt: „Es ist nicht eine Show dabei, die nicht gut besetzt ist.“ Das ist auch nötig, denn nicht nur künstlerisch und logistisch, sondern auch finanziell ist das Varieté, das bis 8. Januar fest in der Festhalle installiert ist, für Felix und Melanie Lehmann ein Kraftakt.
Aufregung in der Küche
Anerkennung gibt’s daher von Lehmann an dem Abend vor allem für ein Unternehmen aus Hanhofen, dessen Chef beim dortigen Dorffest aus dem Stand 20 Karten gekauft hat. Die Belegschaft ist bei der Premiere vor Ort. Um die 90 Gäste kann Küchenchef Steffen Höfer zwischen den Showsequenzen mit kulinarischer Feinkost beglücken. Zwischen klassisch – mit Fleisch – und vegetarisch darf gewählt werden. „Die Aufregung war schon groß“, sagt Höfer. Er ist nach dem Hauptgang zufrieden. „Für den ersten großen Durchlauf liegen wir gut in der Zeit“, merkt er an. Seit 27 Jahren steht Höfer am Herd, vor sechs Jahren sorgte er sich um die Verköstigung der Zuschauer beim Wintervarieté in Ladenburg. „Die Renner der letzten drei Jahre wurden für das Menü ausgewählt“, erklärt der Fachmann. Stolz ist er auf die Künstler, die nicht nur bei ihren Auftritten, sondern auch als Servicekräfte glänzen. Ergänzt wird das Team durch Helfer aus Lehmanns Freundeskreis.
Halle ist Winderwunderland
Apropos Glanz: Der nimmt die Gäste bereits beim Eintritt in die Festhalle gefangen. Der Vorweihnachtsfreude wird schon Anfang November Platz eingeräumt – der rote Faden, der sich bis ins neue Jahr zu den letzten Shows durchziehen wird. Schneebedeckte Tannen, Girlanden, Christbaumkugeln – die Details fallen ins Auge. Bis in den Nachmittag hat Wolfgang Lehmann noch die Tischbedeckung zugeschnitten. Auf die glitzernde Tischdecke kam ein PVC-Belag, der aussieht wie Holzboden. Das hat was.
Nicht nur die Bühne, sondern auch ein Rondell in der Mitte des Raumes ist Schauplatz der Aktivitäten. Enzo Cardinali fordert das Auge mit rasanter Jonglagetechnik heraus, Joone Dankou bietet Rollschuhtechnik vom Feinsten auf engem Raum, Benjamin Flame lässt die Reifen um seinen Körper schier endlos tanzen, Tim Höfel tut das mit dem BMX-Rad unter den Füßen und Bauchredner Frank Lorenz mit dem Affen Charly in seiner Hand.
Wortloses Staunen erreicht Simon Thomas als Mentalist, der die Gedanken einiger Zuschauer errät. Mel Aerial erzählt eine persönliche Geschichte am Pole-Hoop. Für einen Hauch Disney-Romantik sorgt Sängerin Maxi Dörner. Das Gesamtpaket: optimal. Vor allem, weil die lustigen Drei laut Lorenz auch mal zwei sein dürfen und ein Gummiball dank Thomas auch mal einen Dotter haben darf. Eine echte Größe in Miniatur – Peter Maffay als Handpuppe – leitet das Finale ein. Das zeigt den großen Meister Felix van Mel im Rampenlicht, als sich Nebelschwaden gelichtet haben. „Momentan bin ich einfach nur glücklich“, betont er auf Nachfrage. Die To-do-Liste nach der Premiere ist zwar länger, doch sie hat ihn bestärkt, dass die Traumzeit eingeläutet ist.
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