Dannstadt-Schauernheim RHEINPFALZ Plus Artikel Dannstadter Gemeindebücherei öffnet am Dienstag wieder

Ab heute darf in der Dannstadter Gemeindebücherei wieder gestöbert werden. Leiterin Edeltraud Daumann und ihr Team haben die nöt
Ab heute darf in der Dannstadter Gemeindebücherei wieder gestöbert werden. Leiterin Edeltraud Daumann und ihr Team haben die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Seit Mitte März war die Gemeindebücherei Dannstadt wegen des Coronavirus geschlossen. Auf die knapp 23.000 Medien mussten die Nutzer seit April trotzdem nicht verzichten. Denn kurzerhand wurde ein neues Onlinesystem eingeführt. Ab heute darf zudem wieder in den Regalen gestöbert werden.

„Samstags hatten wir noch geöffnet, dienstags hatten wir schon geschlossen. Das kam alles überraschend und ging ziemlich schnell“, erinnert sich Büchereileiterin Edeltraud Daumann an den Beginn des Lockdowns, mit dem vor zwei Monaten die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden sollte. Stillstand hat in der Einrichtung, die mit ihren Büchern, DVDs und Konsolenspielen zwei Stockwerke im Dannstadter Kulturhof Schrittmacher füllt, in der Zwangspause nicht geherrscht. „Wir haben die ersten Wochen mit Aufräumen, Einräumen und Einbinden verbracht“, berichtet sie.

In einer Mailingliste hat Daumann dann erfahren, dass andere Büchereien während der pandemiebedingten Schließung einen Abholservice anbieten. „Da haben wir beschlossen, das machen wir auch.“ Das Vorhaben in die Tat umzusetzen, war mit einigem Aufwand verbunden. Grundlage ist nämlich ein Online-Benutzerkatalog, mit dem die Leser den umfangreichen Bestand durchforsten, für sie interessante Bücher aussuchen, vormerken und zum Abholen richten lassen können – sofern sie nicht schon ausgeliehen sind.

Neue Software aus Schifferstadt

„So einen Web-Opac hatten wir bislang aber nicht“, erklärt die Büchereileiterin. Glücklicherweise sei die Einrichtung seit Herbst Pilotkunde der HBSO GmbH aus Schifferstadt, die eine neue Software dieser Art entwickelt habe: My Schmööker. „Zunächst mussten wir aber alles so umsortieren, dass es mit der Software harmoniert.“ Am 14. April ist der Abholservice schließlich gestartet und die Nachfrage hat das Büchereiteam überwältigt. „Anfangs haben wir pro Buch eine E-Mail bekommen, das war viel zu viel. So konnten wir die Menge kaum bewältigen“, erzählt Daumann. Daraufhin habe HBSO-Geschäftsführer Holger Härtel innerhalb weniger Tage einen virtuellen Warenkorb programmiert. In den können die Nutzer seitdem bis zu zehn Medien packen, die sie ausleihen möchten. Oder sie bestellen die Exemplare telefonisch. Die fünf Büchereimitarbeiter bereiten sie dann vor, nach telefonischer Termin-Absprache können die Leser sie im Innenhof des Kulturhofs abholen.

Bücher kommen in kurze Quarantäne

Nachdem die Bücher und anderen Medien zurückgebracht wurden, werden sie abgewaschen, desinfiziert und eine Woche auf einem speziellen dafür vorgesehenen Tisch in einem abgesonderten Raum liegen gelassen. „Damit sind wir auf der sicheren Seite, da ja noch darüber diskutiert wird, wie lange genau das Virus auf unterschiedlichen Oberflächen überlebt, und drei Viertel des Teams zur Risikogruppe gehören.“ Erst nach Ablauf der Woche werden die betreffenden Medien wieder einsortiert und können erneut ausgeliehen werden.

Verglichen mit den wöchentlich 400 Ausleihen zu normalen Zeiten habe die Bücherei wegen des Coronavirus schon deutlich weniger Leser. „Aber das Ausleihangebot mit My Schmööker wird gut angenommen. Wir haben schon über 100 angemeldete Nutzer“, sagt Daumann. „In begründeten Ausnahmefällen bringen wir Lesern auch einmal Medien nach Hause.“ Bisher habe es einen solchen Fall gegeben. „Das war eine Leserin, die unter Quarantäne stand. Sie hat sich riesig darüber gefreut und gesagt, wir hätten sie damit gerettet.“ Ihrer Stimme ist anzuhören, wie gerne sie sich für die Leser engagiert. Entsprechend vermisste sie während der Schließung vor allem den persönlichen Kontakt. Die Nutzer wiederum wissen anscheinend, was sie an ihrer Bücherei haben und würdigen den Einsatz des Teams auf ihre Weise. „Wir haben wirklich liebe Leser. Sie haben uns in den vergangenen Wochen wiederholt Süßigkeiten gebracht und uns Mund-Nasen-Schutzmasken genäht“, erzählt sie.

Team freut sich auf Wiedereröffnung

Umso mehr fiebere das Team der Wiederöffnung am Dienstag, 2. Juni, entgegen. „Denn wir freuen uns auf unsere Leser.“ Wer persönlich vorbeischauen möchte, muss wie in Geschäften einen Mund-Nasen-Schutz tragen und allzeit zu anderen Besuchern und dem Personal mindestens 1,50 Meter Abstand halten. Um das zu gewährleisten, dürfen sich im Erd- und Obergeschoss nur jeweils vier Leser gleichzeitig aufhalten. Dazu werden im Eingangsbereich vier rote Einkaufskörbe für das Erdgeschoss und vier blaue für das Obergeschoss am Eingang bereitgestellt. Sind gerade alle vergriffen, müssen neue Besucher warten, bis wieder jemand herauskommt. Zum Desinfizieren der Hände wird zudem ein Spender aufgestellt. Die Theke ist zum Schutz Mitarbeiter komplett eingehaust. „Da fühlen wir uns sicher“, sagt die Leiterin.

Kontakt

Gemeindebücherei Dannstadt, Kirchenstraße 17, Telefon 06231/2769, E-Mail buecherei-dannstadt-service@kabelmail.de. Öffnungszeiten: Dienstag, 9 bis 11 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag, 15 bis 17 Uhr, Samstag, 10 bis 12 Uhr. Online-Katalog: www.myschmööker.de/bücherei-dannstadt.

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