Rhein-Pfalz Kreis
Dannstadt-Schauernheim: Abwasserpreise steigen
Für das Entsorgen von Schmutz- und Regenwasser müssen die Bürger in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim 2020 mehr bezahlen. Denn der Eigenbetrieb Abwasser muss in den nächsten vier Jahren voraussichtlich mehr als 33 Millionen Euro in den Erhalt und Ausbau seines Kanalnetzes stecken.
Alte Kanalleitungen müssen in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim erneuert werden. Doch nicht nur die schlagen zu Buche. In den mehr als 33 Millionen Euro, die der Eigenbetrieb Abwasser der Verbandsgemeinde in den nächsten vier Jahren investieren möchte, sind auch – und vor allem – die geplanten Gewerbegebiete sowie die erforderliche Modernisierung und Erweiterung der Kläranlage enthalten.
Allein im neuen Jahr sind Investitionen in Höhe von 7,8 Millionen Euro geplant. Davon fließen 1,125 Millionen Euro in die Kanalisation für die neuen Gewerbeflächen im Gebiet Dannstadt-Ost, eine weitere Million Euro ist für den Anschluss des Gewerbegebiets „Östlich der Assenheimer Straße“ in Rödersheim-Gronau vorgesehen. Dazu kommen rund 1,5 Millionen Euro für den Bau eines neuen Pumpwerks im Ortsteil Dannstadt samt der technischen Ausrüstung und der nötigen elektrischen Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik. Außerdem investiert der Abwasserbetrieb 1,7 Millionen Euro in eine Druckleitung, die entlang des Riedgrabens von dem Pumpwerk bis in Höhe der Friedrich-Ebert-Straße führt.
Das Großprojekt Kläranlage kommt erst noch so richtig zum Tragen
Das Erneuern alter Kanalleitungen in den Ortsgemeinden Dannstadt-Schauernheim, Hochdorf-Assenheim und Rödersheim-Gronau wird wohl 920.000 Euro kosten. Zusätzliche 900.000 Euro fließen in den Stauraumkanal Haardt-/Ostpreußenstraße sowie den neuen Regenüberlauf in der Antzstraße im Ortsteil Dannstadt. Das Großprojekt Kläranlage ist 2020 „nur“ mit einer halben Million Euro eingeplant, kommt aber in den folgenden drei Jahren mit sechs (2021), acht (2022) und 8,2 Millionen Euro (2023) richtig zum Tragen.
Um all diese Vorhaben finanzieren zu können, „müssen wir die Gebühren etwas anpassen“, erklärte Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde, nun in der Ratssitzung. So werde die Schmutzwassergebühr um vier Cent auf 2,14 Euro je Kubikmeter angehoben und der wiederkehrende Beitrag für Oberflächenwasser um zwei Cent auf 0,49 Euro je Quadratmeter. Auf solche schrittweisen Anpassungen im Laufe der Jahre anstelle plötzlicher, drastischer Erhöhungen hatte sich der Rat bereits vor einigen Jahren verständigt, als sich die Großprojekte – allen voran der Handlungsbedarf bei der Kläranlage – abzeichneten.
Uwe Schölles (SPD) bezeichnete die Erhöhungen als moderat. Zugleich gab er jedoch zu bedenken: „Für die großen Zukunftsaufgaben werden noch mehr Ausgaben entstehen und höhere Entgelte erforderlich sein.“
Ralf Klein (Grüne) hob hervor, dass der Großteil der Investitionen nur anfalle, da immer mehr Flächen für Siedlungen und Verkehr beansprucht würden. Ein weiterer erheblicher Teil werde „für die Anpassung an den von uns verursachten Klimawandel“ nötig. Das zeige eine gewisse Schizophrenie des politischen Handelns: „Denn wir müssen uns vor dem schützen, was wir selbst verursachen.“ Dieser Aspekt solle künftig viel stärker beachtet werden. So empfänden die Grünen den Flächenverbrauch in der Verbandsgemeinde als unverantwortlich und forderten dessen Stopp.
Dennoch beschloss der Rat das Investitionsprogramm für die Jahre 2020 bis 2023 sowie den Wirtschaftsplan 2020 des Abwasserbetriebs am Ende einstimmig.