Schifferstadt
Burkina Faso: Geburtsstation hat Arbeit aufgenommen
Seit vielen Jahren gibt es eine Verbindung von Schifferstadt nach Burkina Faso. Entstanden ist der Kontakt im Jahr 2005, als Jugendliche aus dem westafrikanischen Land zum katholischen Weltjugendtag nach Köln unterwegs waren und auf der Durchreise in Schifferstadt Station machten. Das Land liegt am Rand der Sahelzone und leidet unter langen Dürrezeiten. Im Nachbarland Mali, das eine lange Grenze mit Burkina Faso teilt, herrschen Milizen und Terroristen, die oft über die Grenze einfallen und Dörfer plündern. Auch Flüchtlinge aus Mali kommen über die Grenze.
Vor Ort in Burkina Faso engagieren sich Clarisse Kantiono und ihr Mann Enzo. Clarisse hat Schifferstadt und die Pfalz schon mehrfach besucht. Zusammen mit ihrem Mann hat sie das „Centre Oasis“ aufgebaut. Dazu gehören ein Sozialzentrum, ein Krankenhaus und jetzt auch eine Geburtsstation. Die wurde lange schon benötigt. Jetzt ist sie endlich eingerichtet und in Betrieb gegangen. Schwangere erhalten dort medizinische Betreuung, die Neugeborenen und ihre Mütter werden versorgt. Die Notwendigkeit der Geburtsstation hat der Freundeskreis Burkina Faso aus erster Hand mitbekommen, wie dessen Sprecher, Gerhard Schackert, berichtet: „Véronique, die langjährige Assistentin von Clarisse, ist bei der Geburt ihres ersten Kindes mangels medizinischer Versorgung gestorben, auch das Kind überlebte nicht.“ Die Kindersterblichkeit sei 30-mal höher als in Europa. Acht Prozent der Kinder vollenden das erste Lebensjahr nicht.
Wer alles geholfen hat
Der Freundeskreis arbeitet mit der Hilfsorganisation „Save Mothers“ mit Sitz in Mainz zusammen. So konnten medizinische Geräte und Krankenhausbedarf in der Metropolregion gesammelt werden, die jetzt von der neuen Geburtsstation genutzt werden. Mitgeholfen die Sendung zu laden haben auch die Schifferstadter Malteser. Die Ausbildung der künftigen Leiterin der Geburtsstation, die Gynäkologin Reine Kanzie, Clarisses Tochter, haben die Frauen von Soroptimist Speyer ermöglicht. Ein wesentlicher Beitrag war auch der Erlös von 84.000 Euro eines Hungermarsches in Böhl-Iggelheim sowie die Weihnachtsaktion des Schifferstadter Weltladens. Ebenso hat der Leichtathletik-Club Schifferstadt mit den Teilnehmern des Silvesterlaufs mit einer Spende die Geburtsstation unterstützt.
Informationen aus erster Hand gibt es bei einem Dankgottesdienst am Sonntag in Schifferstadt. Allgemein wird Abbé Bernard, der aus Burkina Faso stammt, über das Land berichten. Vom Hilfsprojekt „Save Mothers“ werden der Gynäkologe Gerhard Harlfinger und die Hebamme Heike Haugwitz berichten, wie die Geburtsstation ihren Betrieb aufgenommen hat. Clarisse wird selbst auch Schifferstadt besuchen und am Gottesdienst teilnehmen. Alle Genannten stehen hinterher für Fragen und Gespräche zur Verfügung.
Termin
Dankgottesdienst und Informationen zur Geburtsstation in Burkina Faso am Sonntag, 6. Juli, 10.30 Uhr, in Sankt Jakobus, Schifferstadt, Kirchenstraße.