Harthausen Biotopvernetzung: Grünes Band zwischen Hainbach und Rhein wächst

In Harthausen geht die Biotopvernetzung mit der Pflanzung von Gehölzen voran: Planerin Christiane Brell (Mitte) erklärt, welche
In Harthausen geht die Biotopvernetzung mit der Pflanzung von Gehölzen voran: Planerin Christiane Brell (Mitte) erklärt, welche Sträucher und Bäume gepflanzt werden. Los ging es mit einer Berberitze.

Zahlreiche Menschen aller Generationen haben am Samstag in Harthausen Gehölze gepflanzt, um Lebensräume für bedrohte Tierarten zu schaffen. Damit schließt sich das grüne Band zwischen Hainbach und Auwald ein Stück mehr.

Für Ortsbürgermeister Harald Löffler (CDU) nimmt mit der Pflanzaktion ein lange gehegter Wunsch konkrete Form an: „Die Biotopvernetzung ist mein Herzensanliegen“, sagte er bei der Begrüßung der ungefähr 70 kleinen und großen Bürger am Samstagmorgen, etwa 750 Meter westlich des Gemüsehofs Geil. Wobei Löffler und vor allem Schüler aller acht Grundschulklassen von Harthausen vor wenigen Tagen bereits mit dem Anlegen von Totholz- und Reisighaufen wertvolle Vorarbeit für das Projekt leisteten.

Vor 50 Jahren seien noch viel mehr Tiere in der Landschaft zu sehen gewesen als heute, erinnerte der Ortsbürgermeister an die zu seinen Kindertagen größere Artenvielfalt, auch als Biodiversität bekannt. Ob Feldhasen, Wildbienen oder Schmetterlinge – früher häufige und für die Stabilität der Ökosysteme wichtige Tiere sind inzwischen sehr selten zu sehen. Deshalb habe Löffler gerne die Initiative zu der Biotopvernetzung ergriffen. Wobei ein so großes Projekt ohne die Unterstützung des Kreises, des Natur- und Vogelschutzvereins (NVV) Harthausen und der Landwirte nicht möglich wäre, wie er betonte.

Heiner Groß mit Enkel Jonathan Lauer sowie Sophie Kühner mit Vater Christian Kühner beim Pflanzen eines Weißdorns.
Heiner Groß mit Enkel Jonathan Lauer sowie Sophie Kühner mit Vater Christian Kühner beim Pflanzen eines Weißdorns.

Thomas Springenberg von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises sagte, dass Nachhaltigkeit ein wichtiges Kriterium für das Engagement seiner Behörde sei. „Wir haben ungefähr 9000 Euro für die Pflanzen und für die Planung des Projekts bezahlt“, teilte er mit. Das Ziel sei es, mit der Anlage von Trittsteinen besonders Vögeln und Fluginsekten die Ausbreitung zu ermöglichen. Weil sich der NVV Harthausen dazu bereiterklärt habe, die Pflanzungen auf den drei Flächen, die dem Kreis gehören, zu pflegen, stünden die Chancen für das Gedeihen der Gehölze gut.

Die Projektplanung übernahm die Dudenhofener Biologin Christiane Brell. Zu den von ihr ausgewählten Strauch- und Baumarten zählen Berberitze, mehrere Wildrosen wie Hundsrose sowie Kleinblütige und Rotblättrige Rose, Kreuzdorn, Steinweichsel (Felsenkirsche), Felsenbirne, Vogelbeere, Mispel, Elsbeere, Weißdorn, roter Hartriegel und Saalweide. „Allein am Weißdorn sind insgesamt schon 270 Insektenarten beobachtet worden“, sagte sie. Die Gehölze blühen zu unterschiedlichen Zeiten und müssen nur selten beschnitten werden, teilte die Biologin mit. Die reihige Pflanzung entlang angrenzender Äcker erleichtere die Mahd der Blühwiesen, auf denen die Gehölze stehen.

Landwirte helfen bei der Pflege

Reinhard Steiger, der Vorsitzende des NVV Harthausen, wurde von Löffler wie Springenberg für sein Engagement bei der Organisation des Pflanztermins gelobt. Der Harthausener betonte: „Unser Ziel ist nicht die Quantität, sondern die Qualität der Pflanzen.“ Insgesamt 200 wurzelnackte Gehölze seien bestellt worden, deren fachmännische Pflanzung Ortsgemeinderat Matthias Löffler (CDU) den Teilnehmern erklärte. Der Ortsbürgermeister hätte den Pflanztermin gerne im Frühjahr gehabt, doch Biologin Brell überzeugte ihn davon, dass es in dieser Jahreszeit inzwischen meist zu trocken dafür sei.

Damit sich die 200 Gewächse gut entwickeln, werden NVV-Mitglieder die Sträucher und Bäume allerdings in Trockenzeiten wässern, kündigte Steiger an. Einige Landwirte helfen den Ehrenamtlichen bei Pflegearbeiten, wie der mindestens einmal jährlich nötigen Mahd der Blühwiesen. Löffler und Springenberg denken derweil bereits voraus. Mit dem Kauf oder Tausch weiterer Grundstücke wollen sie den Grünzug zwischen Hainbach und Rhein im nächsten Jahr weiter verdichten – der Natur zuliebe.

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