Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Beobachtungen am Rande: Mist als Lieblingsthema

Hundetoiletten gibt es in vielen Orten, auch in in Schifferstadt.
Hundetoiletten gibt es in vielen Orten, auch in in Schifferstadt.

Über Hunde in Fußgönheim, ihre Hinterlassenschaften und die Frage, wer Kotbeutel entsorgen sollte.

Hundehaufen üben eine ganz eigene Faszination auf den Menschen aus. Besonders auf die Spezies der Kommunalpolitiker. Sie diskutieren gerne über die Hinterlassenschaften, ob in Dannstadt-Schauernheim, Altrip oder Schifferstadt. Hundepolitik erregt die Gemüter und ist eines der Lieblingsthemen landauf, landab. Oder besser: Häufchenpolitik.

Auch in Fußgönheim fragen sie sich: Wohin mit dem, was beim Gassigehen übrig bleibt? Hundetoiletten, das wäre eine nahe liegende Option. Gibt es schließlich vielerorts, um Tretminen entgegenzutreten. Und so schlägt die FWG im Ort vor, mehrere Hundekotbeutelspender aufzustellen. Probeweise, etwa am Radweg Richtung Schauernheim, am Bolzplatz oder in der Nähe des Friedhofs. Zudem seien in diesen Bereichen zusätzliche Mülleimer aufzustellen. Denn auch die Entsorgung der tierischen Notdurft will natürlich geregelt sein. Oder vielleicht gibt es das auch kombiniert – Beutelspender samt Sammelbehälter. Oder wie die Teile offiziell heißen: Hundestation mit integriertem Tütenspender und Abfallbehälter für Kotbeutel. Nur: Welcher Hund verrichtet sein Geschäft schon direkt bei der „Toilette“? Und umgekehrt: Welcher Halter geht dorthin zurück, um das Säckchen wegzuwerfen? Diese Fragen müssen gestellt werden.

„Wohin mit dem Kot?“

Findet auch Thomas Bauer von der SPD. „Das Thema verfolgt uns schon lange“, sagt er. Er hat nichts gegen die Beutelspender an sich, es geht ihm um die Entsorgung. „Wohin mit dem Kot?“, fragt er. Die Hundebesitzer sollen die Tütchen bitteschön mit nach Hause nehmen und dort wegwerfen. Für ihn ist klar: Keine Entsorgung durch die Gemeinde. „Ich denke an die Bauhof-Mitarbeiter, das ist nicht angenehm“, sagt Bauer. Und Marie-Luise Klein (SPD) findet: „Es ist unzumutbar, sich auf eine Bank zu setzen, wenn nebenan Hundekotbeutel entsorgt werden.“

Doch wenn die Beutel ohnehin mit nach Hause genommen werden sollen, warum dann überhaupt das Angebot machen und die Tütchenspender aufstellen? „Wie wäre es, wenn die Hundehalter die Beutel kostenlos bei der Verbandsgemeinde abholen können, so wie Müllbeutel?“, sagt Martina Fickler (CDU) und macht einen weiteren Vorschlag: „Es gibt sogar Hundeleinen, an denen kleine Behälter mit Beutel hängen.“ In Berlin beispielsweise gilt seit 2016 eine „Kotbeutelmitführpflicht“. Doch so eine Hundestation ziemt sich doch auch gut für einen Ort, selbst wenn sich immer noch nicht alle Hundehalter um die Hinterlassenschaften ihrer Tiere kümmern. Zumindest das Angebot ist da. 2014 brüstete sich etwa die niedersächsische Stadt Lehrte damit, mit 59 Hundetoiletten auf etwa 2600 gemeldete Hunde deutschlandweit die höchste Dichte an solchen Stationen vorweisen zu können. Eine interaktive Karte zeigt im Internet, wo sie zu finden sind.

Eine Hundekotbeutelspender-Nutzungs-Statistik

Ob die Fußgönheimer Hundefreunde das Angebot annehmen würden, ist den Politikern auch noch nicht klar. Deshalb sollen die Beutelstationen erst einmal probeweise installiert werden. Doch wie lässt sich überprüfen, wie viele Menschen sich ein Tütchen ziehen? Soll etwa jemand die gefüllten Beutel zählen, wenn die Sammelbehälter geleert werden? Gewogen werden müssen sie allerdings nicht, wenngleich der Fußgönheimer Anteil an der deutschlandweiten Menge doch interessant wäre. 2000 Tonnen an Häufchen sollen es sein, die jeden Tag in Deutschland „produziert“ werden. Nicht mitgerechnet freilich all die Beutelchen, die in die Natur geworfen werden. Glücklicherweise gibt es inzwischen plastikfreie Varianten.

Doch wer soll überhaupt solch eine Hundekotbeutelspender-Nutzungs-Statistik erstellen, wenn in Fußgönheim schon unklar ist, wer die Abfallbehälter leert? „Ich möchte es den Bauhof-Mitarbeitern nicht zumuten“, wiederholt Thomas Bauer. Und Fußgönheims Ortsbürgermeister Jochen Schubert (FWG) erklärt, dass „auch Hundekot Abfall ist, der mit dem Restmüll entsorgt wird“. Er habe sich da schlau gemacht. Und nun? Soll die Verwaltung erst einmal Angebote einholen. Das dauert. Die Internetrecherche zeigt derweil: zwischen 200 und 370 Euro kostet so ein Teil. Die Deluxe-Version wird teurer. „Ich kann es nicht nachvollziehen“, lautet das Schlusswort von Eckhard Koch (CDU). „Egal, wo man hingeht, gibt es die Spender, und untendrunter einen Behälter für den Abfall. Nur in Fußgönheim ist es ein Problem.“

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