Rhein-Pfalz Kreis Auf der Suche nach dem perfekten Ei

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Fussgönheim. An Ostern oder Weihnachten denkt Marie Luise Bingemann nicht erst wenige Wochen vor den jeweiligen Festtagen. Kunstvoll verzierte Ostereier oder handgearbeitete Weihnachtsdekorationen spielen für sie das ganze Jahr über eine Rolle. Denn für die Märkte des Heimat- und Kulturkreises Fußgönheim hält sie ständig Ausschau nach Ausstellern. Seit 1999 ist sie für die Veranstaltungen in der Schlossscheune verantwortlich und achtet dabei sehr auf ein hochwertiges Angebot.

„Es muss mir nicht gefallen, aber die Qualität muss stimmen“, sagt die 65-Jährige. „Ich kann mich begeistern, wenn etwas akkurat gearbeitet ist, auch wenn es nicht meinen persönlichen Geschmack trifft.“ Bei der Auswahl der Bewerber legt sie deshalb hohe Maßstäbe an. Dennoch kann sie sich über einen Mangel an Interessenten nicht beschweren, denn gerade die Qualität der Märkte zieht Jahr für Jahr viele kaufwillige Besucher aus der ganzen Region an. Die Fußgönheimerin hat die Erfahrung gemacht, dass die meisten Aussteller sich genau an die Vorgaben halten. „In all den Jahren habe ich nur einmal einen Stand abgeräumt“, berichtet sie. Eine Teilnehmerin habe ihren Tisch komplett mit Plastik dekoriert. So etwas passt gar nicht ins Bild, und dann ist die Organisatorin durchaus streng. Sonst sei der Kontakt zu den Ausstellern jedoch harmonisch. „Am liebsten sind mir jene, die für das Kunsthandwerk leben und nicht primär kommerzielle Interessen haben“, gibt sie zu. Und wer schon einmal über einen der Märkte geschlendert ist, weiß, dass dies wohl auf die meisten Standbetreiber zutrifft. Auch Marie Luise Bingemann selbst ist natürlich mit einem Stand vertreten. Angefangen hatte es vor etwa 25 Jahren damit, dass sie den Besuchern zeigte, wie man Adventskränze bindet. Seit einigen Jahren bietet sie nun „Feines aus der Küche“ an. Dahinter verbergen sich selbst hergestellte Marmeladen, Gelees und Chutneys sowie Pralinen oder auch gebackene Osterhasen. Ab Mai stehe sie dafür regelmäßig am Herd, sagt sie. „Ich verarbeite das Obst aus meinem Garten so, wie es reif wird.“ Nur die Pralinen könne sie erst in der Woche vor der jeweiligen Veranstaltung herstellen. Schließlich sollten diese ja idealerweise bis zum Fest halten. „Wenn mal Leerlauf ist, fahre ich an den Wochenenden zu Veranstaltungen und schaue mir Aussteller an“, sagt Bingemann. Und dafür nimmt sie auch lange Strecken in Kauf. Sie möchte nicht, dass in der Schlossscheune immer das Gleiche zu sehen ist. Vor allem nicht das Gleiche wie auf allen anderen Märkten im Umkreis. „Sonst kommt irgendwann keiner mehr.“ Aus dieser Überzeugung heraus hat sie bereits viel Energie in die Markt-Vorbereitung gesteckt, als sie noch in Vollzeit berufstätig war. „Das ging nur, weil ich es immer als mein Hobby angesehen habe.“ Wenn es nach ihr gegangen wäre, hätte auch ihr Beruf mit Kreativität und Handwerk zu tun gehabt. „Ich wäre gern in den schulischen Bereich gegangen“, sagt sie. Lehrerin für Hauswirtschaft und Kunst hätte sie sich gut vorstellen können. Doch ihre Eltern hätten sie dazu gedrängt, die Schule zu beenden und eine Ausbildung zur Bankkaufrau zu machen. So arbeitete sie in verschiedenen Banken als Kundenberaterin und in der Wertpapierabteilung. Doch wenn sie erzählt, dass sie sich 2009 „aus dem Beruf verabschiedet“ habe, wirkt sie darüber nicht besonders traurig. Mit einem warmen Lächeln erinnert sich Marie Luise Bingemann dagegen an ihre Anfangszeit im Heimat- und Kulturkreis Fußgönheim. „Der Verein wurde 1968 in der Gaststube meiner Eltern gegründet“, sagt sie. So habe sie von der ersten Stunde an eine enge Verbindung dazu gehabt. Mitglied wurde sie erst einige Jahre später und brachte sich gleich in der Küche mit ein. „In den Anfangsjahren gab es noch den Heimatvereins-Spießbraten. Das war ein richtiges Dorffest“, erzählt die Hobby-Künstlerin. Die Frauen hätten dafür Unmengen an Salaten zubereitet. Aber es habe immer Spaß gemacht. Und den macht ihr die Arbeit im Verein auch heute noch. Für sie ist der nunmehr 40. Österliche Kunsthandwerkermarkt bereits der 18. unter ihrer Regie. Ans Aufhören denkt die dreifache Großmutter jedoch noch lange nicht. Dafür liegen ihr die Veranstaltung und die Aussteller einfach zu sehr am Herzen. Termin Der Österliche Kunsthandwerkermarkt mit insgesamt rund 55 Ausstellern an zwei Wochenenden findet heute und am 20. Februar, von 10 bis 18 Uhr sowie sonntags, 14. und 21. Februar, von 11 bis 18 Uhr in der Schlossscheune Fußgönheim, Hauptstraße 64a, statt. Der Eintritt kostet 1,50 Euro. Im Museum ist zudem die Sonderausstellung „300 Jahre Kurfürst Carl Philipp und Hofkanzler Hallberg“ geöffnet. Im Obergeschoss des Heimatmuseums wird geklöppelt und gesponnen. Im Deutschen Kartoffelmuseum werden Grumbeere mit Kräuterquark serviert.

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