Pirmasens
Zum neuen Seniorencafé steuern Berufsschüler selbstgebackenen Kuchen bei
Ab sofort gibt es einmal im Monat ein Seniorencafé im Haus Meinberg, in dem die Schüler der Berufsbildenden Schule Pirmasens die Senioren mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. „Die Idee kommt aus dem Seniorennetzwerk“, erzählt Sabine Kober. Sie sei im Herbst mit Zwiebelkuchen und neuem Wein ausprobiert worden und gehe nun offiziell an den Start. Am Mittwoch unterschrieben Oberbürgermeister Markus Zwick und Schulleiterin Kerstin Belyea den Kooperationsvertrag. Es sei ein Moment, um zusammenzukommen, lustig zu sein und ein Stück Kuchen zu genießen, beschreibt Oberbürgermeister Markus Zwick das Projekt Seniorencafé.
Die Teilnehmer könnten gerne eigene Ideen einbringen, kündigt Sabine Schäfer, Fachpraxislehrerin im Bereich Hauswirtschaft, an. Was sie besonders freut: Die acht Berufsschüler, die den Kuchen gebacken haben, sehen sich als Teil der Pirmasenser Gesellschaft und haben Freude, sich in diese einbringen, erzählt sie begeistert von dem generationsübergreifenden Projekt. Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe stünden bereits auf dem Wunschzettel für künftige Treffen.
Konditor Hartl hilft Kaffeehaustradition bewahren
Dreh- und Angelpunkt bei der Kuchenbäckerei sind aber nicht nur die Lehrerinnen Sabine Schäfer und Heike Stenger, Klassenleiterin der Berufsfachschulklasse Eins Hauswirtschaft, sondern Peter Hartl, ehemaliger Inhaber des legendären Café Schwarz, das er über 40 Jahre lang führte. „Ich hätte nur Schwarzwälder Torte machen sollen“, erzählt der Konditor in Ruhestand mit Blick auf die leere Tortenplatte. Die Leute seien wie fixiert darauf. Trotzdem freut er sich. Die Kaffeehaustradition gehe immer mehr verloren, erklärt er. Umso mehr begrüßt er das Seniorencafé-Projekt. Hartl werde sich sehr gern einbringen, denn er engagiere sich stark im Netzwerk60Plus, verrät Kober.
Alle Kuchen seien am Vormittag mit ihm gemeinsam in der Schulküche der Berufsbildenden Schule entstanden, erzählt Schäfer. Im Haus Meinberg gebe es nur einen Backofen, sagt die Lehrerin. Den ehrenamtlichen Bäckern sei nichts anderes übrig geblieben, als in die Schulküche auszuweichen.
Café ist Baustein des Fachpraktischen Unterrichts
Vielleicht sei der eine oder andere Jugendliche auch bereit, in der Seniorenarbeit tätig zu sein, hofft Kober. Nicht nur im hauswirtschaftlichen, sondern im Betreuungsbereich. Sie würde sich freuen, wenn dadurch Ängste voreinander abgebaut werden könnten.
Das Seniorencafé sei der dritte Baustein in Sachen Fachpraktischer Unterricht, für den 13 Stunden wöchentlich festgelegt seien, erzählt Schäfer. Daneben werde eine Verpflegung für Lehrkräfte angeboten sowie ein Hemdenbügelservice für Lehrer. Im Café seien auch die Tische von den Schülern eingedeckt worden, sagt die Lehrerin: „Eigentlich sind es 21 Schüler, vier davon Jungs.“ 13 seien momentan allerdings im Praktikum. Was demnächst anstehe, seien Sitzgelegenheiten für die Senioren, damit sich diese auch im Freien treffen können.
Info
Die Termine für das Seniorencafé werden laut Kober im Seniorenprogramm bekannt gegeben. Das nächste stehe am 24. April ab 14.30 Uhr auf dem Programm. Anmeldung bis 21. April unter 06331 78280.