Pirmasens Zauberhafte keltische Winternacht
Stimmig, ja geradezu liebevoll hat die Band „Céilí“ ihre „Celtic Winter Night“ am Samstag in der voll besetzten protestantischen Kirche in Thaleischweiler gestaltet. Beim vorletzten Konzert mit diesem Programm – Tourneeabschluss ist am Samstag, 17. Dezember, in der Markuskirche in Pirmasens – bezauberte das Multi-Instrumentalisten-Ensemble mit den nachdenklicheren Facetten der keltischen Musik aus Irland und Schottland.
Aller Achtung, wenn da mal nicht die Frauen in der Band das Sagen gehabt haben: Glitzernder Kerzenschein und eine auch ansonsten eher heimelige Beleuchtung bestimmen das Bühnenbild, das die kindlich-naiven Saiten in uns berührt. Wann, wenn nicht in der Adventszeit, wäre solche Pracht am Platze. Katja Lojer (Flöten, Uilleann Pipes, Cello, Gesang), Steffen Korf (Gitarre, Irish Bouzouki und Gesang), Conny Lojer (Flöten, Querflöte, Concertina, Gesang). Katharina Blaszczok (Geige, Gesang) und Björn Stando (Percussion, Bass, Gesang), das Stammpersonal von „Céilí“, hat man bislang ja ganz anders in Erinnerung. Wer im März das Konzert im Biosphärenhaus in Fischbach besucht hatte, erlebte die durchaus bekanntere, feierfreudigere Seite der irischen Musik. Schließlich lässt sich das gälische Wort „Céilí“ mit Fete oder Party übersetzen, also eher Budenzauber denn Kontemplation. Keltische Musik ist aber eben nicht nur Rabatz – auch dann, wenn man im Gedächtnis behält, dass „Céilí“ auch bei ihrem Adventsprogramm gerade mal ein echtes Weihnachtslied – „O Come, All Ye Faithful“ (Herbei, o ihr Gläub`gen) – auf dem Spielzettel hatte. Viele traditionelle Songs handeln von den bedrückenden Lebensumständen der Iren, von Hunger, Armut, von Auswandererschicksalen, Unterdrückung und Tod. „Céilí“ hat sich da ein wirklich profundes Repertoire erarbeitet, das bei der „Celtic Winter Night“ einen großen Bogen um die gängigen Gassenhauer macht – halt mal nicht „Whiskey In The Jar“ sondern „Dear Little Shamrock Shore“, das Auswandererlied „Isle Of Hope, Isle Of Tears“ über Annie Moore, der ersten irischen Einwandererin, die über Ellis Island nach Amerika kam. Steffen Korf lässt sein Publikum dabei nie allein, erzählt auch denen, die mit den irischen Songs nicht so vertraut sind, die Geschichte hinter den Liedern, erklärt auch, warum der irische Adventskranz fünf Kerzen hat, in violett, rosa und weiß. Das ist über die reine Information hinaus wichtig, weil auch das Geschichtenerzählen zur keltischen Musik dazu gehört. Was „Céilí“ aber aus dem Gros der Bands hervorhebt, die ebenfalls mit keltischer Musik unterwegs sind, ist die Aufbereitung der Musik selbst. Mögen der irische Dudelsack (die Uilleann Pipes), die Irish Bouzouki oder die Bodhrán noch öfter zu hören sein, so liebevoll gestaltete Arrangements mit Geige, Cello, Föten, Spinett- und Harmonium-Klängen hört man auf deutschen Bühnen so gut wie nie. Das ist wirklich weit entfernt von der lärmigen Saufmusik einschlägiger Pubs. Hinzu kommt ein liebevoll gesetzter mehrstimmiger Gesang, der mal in großer Reinheit von Katharina Blaszczok geführt wird, mal von Steffen Korf, dessen Stimme sich auf den irischen Straßen rauen Schotter aufgeladen hat. Allein diese Kombination bewahrt die Musik vor allzu viel Süße, die alles ins Kitschige abrutschen ließe. Zumindest in Thaleischweiler ist es Céilí gelungen, die Balance perfekt zu halten. Infos Das letzte Konzert der Tournee findet am Samstag, 17. Dezember, in der Pirmasenser Markuskirche statt. Eintrittskarten gibt es für 8,50 Euro im Internet unter www.ceili-celtic-music.de oder unter Telefon 0172 /7014939.