Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Workshop im Jugendhaus: Diodenmännchen selbst gelötet

Im Jugendhaus One löten die Teilnehmer unter Anleitung von Studenten konzentriert ihr Diodenmännchen zusammen.
Im Jugendhaus One löten die Teilnehmer unter Anleitung von Studenten konzentriert ihr Diodenmännchen zusammen.

Wie funktioniert eigentlich das Löten? Bei einem Workshop der Hochschule Kaiserslautern im Jugendhaus One wurden die Teilnehmer spielerisch an das Thema herangeleitet. Das Vorhaben: Aus einzelnen Bauteilen soll ein Diodenmännchen zusammengelötet werden.

Wie funktioniert das mit dem Strom? Was ist eine elektrische Schaltung? Wie kann man eine solche bauen? Was ist eigentlich eine Platine und wie geht man richtig mit dem Lötkolben um? Mit all diesen Fragen haben sich die Teilnehmer des Workshops „Lizenz zum Löten – Diodenmännchen“ im Jugendhaus beschäftigt. Durchgeführt wurde der Workshop am Mittwoch von Studierenden der Hochschule Kaiserslautern.

Ziel des Workshops war es, die Kinder und Jugendlichen durch den Bau eines eigenen Diodenmännchens an das Löten heranzuführen. „Die Idee dahinter ist, dass wir durch das erfolgreiche Zusammenlöten ein Glücksgefühl bei den Teilnehmern schaffen“, erklärt Wirtschaftsinformatikstudentin Sohra Boujmal von der Hochschule Kaiserslautern. Gemeinsam mit den drei Hilfswissenschaftlern Kim Haugler, Maike Hartz und Christopher Busch hat sie den Workshop geleitet.

Auf die Theorie folgt die Praxis

Zunächst haben die Studenten mit Hilfe einer Präsentation die Theorie des Lötens erklärt. Dann ging es für die Teilnehmer an die Praxis. Das Ziel: Ein USB-Dioden-Männchen erschaffen, dessen Kopf am Ende leuchtet. Dafür musste zuerst die Spitze des Lötkolbens am Schwämmchen gesäubert werden. Anschließend wurden die zu lötenden Stellen und die Bauteilchenbeine aufgeheizt. Es folgte das Heranführen des Lötzinns an die erhitzte Stelle. Mit leichtem Druck schmelzt das Lot. Befindet sich ausreichend Lot auf besagter Stelle, kann das Lötzinn wieder weggezogen werden. Nun muss das Lot nur noch verteilt werden und schon ist die Lötstelle fertiggestellt. „Die Kinder und Jugendlichen haben Lust und stellen sich gut an“, verrät Boujmal. Das Feedback der Teilnehmer ist ebenfalls durchweg positiv. Die meisten sind sich einig: Das Löten ist mal etwas anderes.

„Wir bieten noch viel mehr Workshops an, beispielsweise im Bereich Programmierung, Farbenlehre oder zu optischen Täuschungen“, sagt Boujmal. Ziel dieser Workshops, die hauptsächlich in Schulen durchgeführt werden, sei es, dass die Kinder und Jugendliche ein Gefühl dafür bekommen, was Ihnen im späteren Berufsleben Spaß machen könnte. „Es geht darum, dass junge Menschen ihre Leidenschaft und das Interesse für den MINT-Bereich entdecken können“, erklärt die Studentin. MINT ist eine Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben bestimmter Studienfächer. Es steht als Sammelbegriff für die Ausbildungsfelder Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

400.000 Euro Fördermittel

Der Workshop im Jugendhaus wurde im Rahmen des Projekts „MINT-Region Westpfalz“ durchgeführt. Innerhalb dieser Aktion wollen die fünf Kernpartner, die aus der Zukunftsregion Westpfalz, der Technischen Hochschule Kaiserslautern, der Hochschule Kaiserslautern, dem IB Südwest sowie dem Dynamikum Pirmasens bestehen, zu einem aktiven Cluster zusammenwachsen, um ein Jahresprogramm außerschulischer MINT-Bildung aufzubauen. 2021 haben sich die Organisationen im Rahmen des Programms „MINT-Bildung für Jugendliche“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung beworben und eine Gesamtfördersumme von rund 400.000 Euro erhalten.

Im Jugendhaus ONE wird das Projekt durch die MINT-AG umgesetzt, die jeden Mittwoch von 17 bis 20 Uhr stattfindet. Dort führen die Kinder und Jugendliche verschiedene Experimente in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaft und Technik durch. Am 13. Dezember findet außerdem zwischen 17 und 19 Uhr ein Workshop für Schülerinnen in Zusammenarbeit mit dem Ada Lovepeace Projekt statt, in dem Kosmetik im Reagenzglas hergestellt wird.

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