Pirmasens Wochenkolumne: Der Norden kommt nach Pirmasens

Die HSV-Fans sind bekannt dafür, reisefreudig zu sein. Kein Wunder also Tausende von ihnen ihr Team auch bis auf die Husterhöhe
Die HSV-Fans sind bekannt dafür, reisefreudig zu sein. Kein Wunder also Tausende von ihnen ihr Team auch bis auf die Husterhöhe begleiten werden.

Nach zehn Jahren Abwesenheit spielt der FKP erstmals wieder im DFB-Pokal. Das sorgt nicht nur für ein volles Stadion, sondern auch für ausgebuchte Hotels.

In einer Woche ist es so weit: Der (fußballerische) Norden kommt nach Pirmasens. Zum ersten Mal seit genau zehn Jahren nimmt der FK Pirmasens an der Hauptrunde des DFB-Pokals teil. Damals, am 9. August 2015, unterlag „Die Klub“ dem damaligen Zweitligisten 1. FC Heidenheim mit 1:4. Am kommenden Wochenende reist der Hamburger SV in die Schuhstadt. Die Nordlichter feiern Ende des Monats nach sieben Jahren Zweitklassigkeit ihre Rückkehr in die Erste Bundesliga. Zuvor müssen sich die Hamburger jedoch gegen die Oberliga-Mannschaft des FKP durchsetzen. Dass für Nordlichter auf der Husterhöhe Stolpergefahr besteht, weiß ein Erzrivale des HSV nur allzu gut. 2006 schaltete der FKP in der ersten Pokalrunde den SV Werder Bremen nach einem Elferkrimi aus.

Am 9. September 2006 warf der FKP den SV Werder Bremen aus dem DFB-Pokal. Miguel Carvalho verwandelte den entscheidenden Elfmete
Am 9. September 2006 warf der FKP den SV Werder Bremen aus dem DFB-Pokal. Miguel Carvalho verwandelte den entscheidenden Elfmeter.

Das so lange herbeigesehnte Pokal-Spiel warf schon beim Schlabbeflicker-Festival seine Schatten voraus. Besonders rund um den FKP-Stand auf dem Exe waren etliche Begegnungsschals zu sehen. Es sind Sonderanfertigungen, die die Wappen beider Vereine tragen sowie das Datum und den Spielort. Ein restlos ausverkauftes Framas-Stadion hat es schon lange nicht gegeben, eine Live-Übertragung im Bezahlfernsehen ebenso wenig. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Anhänger des FKP auf dem Stadtfest Farbe zeigen wollen. Als „Die anonyme Giddarischde“ am Sonntagvormittag den Exe füllten, waren allerdings rot-weiße Trikots, Pullover und Westen mit FCK-Emblem in der Überzahl.

Reisefreudige HSV-Fans: Hoteliers bereit

Wer direkt nach der Pokal-Auslosung einen Blick in die Kommentarspalten der digitalen HSV-Kanäle wagte, merkte schnell, dass eine Frage dominierte: „Wo liegt eigentlich dieses Pirmasens?“ Eine Google-Anfrage später waren die norddeutschen Fans schlauer – und von der Entfernung überrascht. „Oh Gott, wir fahren ja bis nach Frankreich“, schrieb einer. Ein allzu großes Problem stellt das aber nicht dar. Dass die Anhängerschaft des HSV reisefreudig ist, stellt sie seit Jahrzehnten unter Beweis. Allein in der vergangenen Zweitliga-Saison begleiteten im Schnitt 6000 HSV-Fans ihren Verein zu den Auswärtsspielen.

So werden auch im Framas-Stadion Tausende Nordlichter Platz nehmen, um Robert Glatzel, Yussuf Poulsen und Co. anzufeuern. Von dieser Fan-Unterstützung profitieren aber nicht nur die Fußballprofis, sondern auch die Pirmasenser Hoteliers. Wer einen Blick auf gängige Buchungsportale wirft, merkt schnell: Am kommenden Wochenende werden die Zimmer knapp. „88 Prozent der Unterkünfte sind an Ihren Reisedaten auf unserer Seite nicht verfügbar“, ist beispielsweise bei booking.com zu lesen. Die Hoteliers freut’s. Und auch die Pirmasenser Restaurants und Kneipen hoffen darauf, von hungrigen und durstigen Hamburgern zu profitieren. Pirmasens scheint jedenfalls bereit zu sein für eines der seltenen Fußballfeste in der Horebstadt.

Begrenzter Platz: Gefeiert wird trotzdem

Mit Festen kennt man sich hier schließlich generell aus. Manch einem mag das Schlabbeflicker-Festival noch in den Knochen stecken, da zieht schon der größte Pirmasenser Vorort nach. Als am Montag in der Innenstadt noch fleißig abgebaut und aufgeräumt wurde, machten sich in der Oskar-Metz-Straße in Winzeln in Form von Absperrungen schon die Vorboten für das nächste Fest bemerkbar. An diesem Wochenende wird auf dem Winzler Schulhof Dorffest gefeiert.

Dass sich die Winzler beim Feiern nicht lumpen lassen, haben bereits die vergangenen Jahre gezeigt. Vor der Schulturnhalle steht wieder eine Bühne, über deren Größe sich so manches Stadtfest freuen würde. Das Dorffest war im Vorjahr so gut besucht, dass gar nicht jeder, der hin wollte, direkt hin durfte. Die Kapazität des Schulhofs ist begrenzt. Heißt in der Praxis: Ist das Fest voll, darf man erst hin, wenn andere gehen. Das erfordert mitunter Geduld, aber Sicherheit geht vor. Wer nicht riskieren möchte, warten zu müssen, sollte sich also frühzeitig auf den Weg zum Festgelände machen.

Schon im vergangenen Jahr war der Schulhof beim Winzler Dorffest rappelvoll.
Schon im vergangenen Jahr war der Schulhof beim Winzler Dorffest rappelvoll.
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