Pirmasens
Welche Ortsvorsteher hören auf? Wer tritt 2024 noch mal an?
Drei Ortsvorsteher antworteten auf die Frage nach einer erneuten Kandidatur mit einem klaren Ja. Für den Gersbacher Dieter Clauer (CDU) steht außer Frage, dass er erneut antreten will. „Ich habe nach wie vor ein Interesse, noch mal zu kandidieren“, betont der Gersbacher, der im kommenden Jahr seine erste Amtszeit beendet. Clauer hatte 2019 seinen Sohn Denis Clauer auf dem Stuhl des Ortsvorstehers beerbt.
Im Vergleich zu Dieter Clauer ist seine Windsberger Amtskollegin Stefanie Eyrisch schon ein alter Hase im Amt der Ortsvorsteherin. Seit 2009 bekleidet sie für die CDU die Funktion und will „auf jeden Fall“ wieder kandidieren, wie sie auf Anfrage versichert. Sie habe zwar darüber noch nicht mit ihrer Partei gesprochen, gehe aber davon aus, dass das auch in der CDU so gewünscht werde, so Eyrisch. Ein Grund für die erneute Kandidatur sei, dass sie noch einiges umsetzen wolle, was sie in den vergangenen drei Amtszeiten begonnen hatte. Unter anderem nannte sie das neue Baugebiet und den Glasfaserausbau, den sie für Windsberg noch vollenden wolle.
Ein ganz klares Ja für eine erneute Kandidatur kommt auch aus Hengsberg. Walter Kossin (CDU) versicherte: „Ich trete noch mal an.“ Es gebe noch viel umzusetzen, erzählt der Christdemokrat, der im Juni ebenfalls erst seine erste Amtszeit beenden wird und hörbar motiviert ist. „Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung funktioniert gut. Das macht alles richtig Spaß“, so Kossin.
Sein Fehrbacher Amtskollege Christian Mühlbauer (CDU) würde zwar gerne wieder kandidieren, will aber noch das Votum seiner Partei abwarten. „Wir haben erst im Januar die Sitzung dazu“, meinte Mühlbauer, der für sich persönlich aber entschieden habe, wieder zu kandidieren, wenn es die Partei will. „Die Aufgabe reizt mich“, sagt Mühlbauer, der auch erst seit 2019 im Amt ist und noch einige Projekte im Dorf erkennt, die er gerne fortführen würde. Die Innenentwicklung des Vororts nennt er als Beispiel.
Gänzlich unentschlossen ist die einzige parteilose Amtsinhaberin in Erlenbrunn. Christiane Mattill ist am Telefon richtig unwillig und will nichts sagen. „Das weiß ich doch jetzt noch nicht“, so Mattill, die ihrer Meinung noch viel Zeit habe, um sich zu entscheiden. Sie wolle erst noch eine entsprechende Sitzung ihrer Wählergruppe abwarten, bevor sie sich weiter dazu äußert. Die Erlenbrunnerin sitzt seit zwei Amtszeiten im früheren Erlenbrunner Rathaus. Auf die Frage, ob der Job denn noch Spaß mache, meint sie: „Heute so, morgen so.“
Keine Überraschung ist der Rückzug der am längsten amtierenden Ortsvorsteherin Heidi Kiefer. Die 75-jährige Winzlerin sagt schon seit Monaten, dass sie nicht mehr kandidieren wolle. Seit 2004 ist die Sozialdemokratin Ortsvorsteherin und hat für ihre Partei den einzigen noch verbliebenen Ortsvorsteherstuhl standhaft verteidigt. Wenn sie noch mal antreten würde, wäre sie wohl auch erneut gewählt worden. Sie will aber nicht. Es sei an der Zeit aufzuhören, meinte Kiefer und verweist auf ihr Alter. Wen die SPD aufstellen wird, konnte ihr Winzler Parteikollege Sebastian Tilly nicht sagen. Darüber sei zwar schon beraten worden, aber noch nichts entschieden. Ob er es selbst machen will, wollte er nicht sagen.
Die Überraschung bei den Ortsvorsteherwahlen kommt aus Niedersimten. Timo Völker wird nach nur einer Amtszeit aus beruflichen Gründen aufhören müssen. Der Polizist wurde ins Kaiserslauterer Polizeipräsidium befördert und seitdem fehle ihm die Zeit, um das Amt so auszufüllen, wie es die Niedersimter verdient hätten, wie Völker sagt. „Ich kann das nicht mehr so machen, wie ich es gerne machen würde“, bedauert Völker seinen Rückzug vom Stuhl des Ortsvorstehers. Für den Ortsbeirat werde er gerne nochmal kandidieren, aber den Ortsvorsteher soll jemand anderes machen und den hat die Niedersimter CDU bereits in der Person von Lukas Eitel gefunden, wie Völker verrät. Bis zur Wahl im Juni will Völker aber nicht schon alles ruhen lassen, wie er versichert. Unter anderem das Starkregenkonzept wolle er bis dahin noch vorantreiben. Denn hier bestehe echter Handlungsbedarf, so Völker.
