Pirmasens
Wechsel in „Ibosallee“: Restaurant-Chef und Koch wagen Neubeginn
Früher wohnte und arbeitete Taydas in Köln – natürlich in der Gastronomie. Die Frage, wo er das Kochen gelernt hat, ist so überflüssig wie Eulen nach Athen zu tragen. In seiner Geburtsstadt nehmen die Kinder das Kochen schon mit der Muttermilch auf. Denn Gaziantep ist berühmt für eine erstklassige Küche und ein Paradies für Feinschmecker.
Beispielsweise schmackhafte Köfte (Hackfleischbällchen), würzige Lahmacun (türkische Pizza) und die Nachspeise Baklava, ein Gebäckdessert, gefüllt mit gehackten Nüssen und gesüßt mit Sirup oder Honig – dies alles bringt Deniz Taydas aus seiner Heimat mit. „Wenn du bei Mama Kochen gelernt hast, dann kannst du das aus dem Effeff. Und schließlich ist er als (noch) alleinstehender Mann quasi zum Kochen gezwungen.
Gastronomische Reise durch Deutschland
Außerdem könne man von anderen Köchen dazulernen, und das hat er auch gemacht während seiner gastronomischen „Reise“ durch Deutschland. In Pirmasens war er zweieinhalb Jahre in Ibo's Grillstube in der Dankelsbachstraße angestellt. Anfang des Jahres erreichte ihn Ibos Angebot, dessen Restaurant „Ibosallee“ in der Alleestraße 10 zu übernehmen. „Ich überlegte nicht lange, sondern entschloss mich zum Sprung in die Selbstständigkeit. Ich muss das versuchen“, sagte der neue Betreiber von Ibosallee. „Und ich hoffe, es klappt.“
Das Ladengeschäft in der Nähe der Pirminiuskirche hat Ibo ausgebaut, über einen langen Zeitraum. Im Oktober vergangenen Jahres wurde es eröffnet, seit März läuft das Restaurant unter der Regie von Deniz Taydas. Das Lokal bietet mehr als 60 Gästen Platz, zudem gibt es auch Sitzplätze vor dem Gasthaus, Derzeit sind es sechs, allerdings können noch ein paar Tische und Stühle mehr aufgestellt werden. Da es sich um einen Bürgersteig handelt, ist eine Erlaubnis der Verwaltung für diese Nutzung nötig. Die habe er bereits, versichert Taydas.
In Pirmasens noch wenig bekannt
Fehlen eigentlich nur noch die Gäste. „Es könnte ein bisschen besser laufen“, sagt der Inhaber. Und tröstet sich selbst damit, dass „uns viele Leute noch nicht kennen. Höchstens 30 Prozent der Pirmasenser wissen, wer wir sind“. Was gibt es da Besseres, als den Bekanntheitsgrad über die Speisekarte oder den Service zu erhöhen. Da hat „Ibosallee“ einiges zu bieten. Zum Beispiel einen Koch, Kenan Culum, der bereits mehrere Auszeichnungen bei Wettbewerben der Gastrobranche erhalten hat. Oder beispielsweise Köfte, Hackfleischbällchen, die aus Rindfleisch gemacht werden, betont Taydas; denn die Lammfleisch-Variation komme bei vielen Gästen nicht so gut an. Deswegen gilt: „bei uns 100 Prozent Rindfleisch“.
Außerdem verweist der Inhaber auf mehrere Sorten Nudeln, Schnitzel, Pizza, Pide beziehungsweise Lahmacun, eine türkisch Pizza, ein Fladenbrot, das vor dem Backen dünn mit einer würzigen Mischung aus Hackfleisch, Zwiebeln und Tomaten bestrichen wird. „Alle Speisen werden frisch zubereitet, da kommt nichts aus der Tiefkühltruhe“, sagt Taydas. Auch die Salate werden täglich frisch eingekauft.
Bislang noch kein Ruhetag
Wer Hunger, aber keine Lust auf Kochen hat, der kann sein Essen auch bestellen und erhält es dann ins Haus geliefert. Der Radius, den Taydas bedient, beläuft sich auf zehn bis 15 Kilometer. Bestellen ist auch über den Lieferdienst „Lieferando'“ möglich.
Einen Ruhetag gebe es nicht, aber wenn das Geschäft besser laufe, werde künftig alle zwei Wochen der Mittwoch zum Ruhetag. Die derzeitigen Öffnungszeiten sind von 11 bis 23 Uhr täglich und durchgängig.