Pirmasens
Warum das Westwallmuseum von Corona profitiert hat
Viele neue Besucher hätten das Westwallmuseum entdeckt, so Wagners Beobachtung. Da viele Deutsche lieber im Inland Urlaub machten, seien diese nicht in Museen ferner Länder, sondern vor Ort in Niedersimten in die unterirdische Stollenanlage des Westwallmuseums, die dereinst als großes Festungswerk des Westwall geplant war und seit den 90er Jahren als privat betriebenes Museum dient. Auch die Zahl amerikanischer Besucher sei gestiegen, berichtet Wagner. Und obwohl das Museum seit 1. November sowieso in Winterpause ist, erreichten den Verein viele Anfragen für Führungen. „Die dürfen wir aber wegen Corona nicht machen“, muss Wagner die Interessierten ablehnen.
Mit den Auflagen wegen des Infektionsschutzes hat Wagner keine Probleme. „Wir haben alle Auflagen eingehalten.“ Zumal sich in den kilometerlangen Stollen ohnehin selten Besucher begegnen und sich coronagemäß optimal verteilen können.
Für einen satten Gewinn habe der Besucherzuspruch jedoch nicht gesorgt. Das Museum müsse weiterhin hohe Stromkosten zur Entfeuchtung und Beleuchtung der Anlage decken. 830 Euro seien dies pro Monat, die alle Einnahmen der Eintrittsgelder auffressen. Im Frühjahr stand das Museum im ersten Lockdown deshalb finanziell an der Wand. Eine Corona-Hilfe für Vereine kam deutlich später als für andere Betroffene.
Die Neukonzeption für das Museum sei auf dem Weg. Das Land habe 18.000 Euro für die historische Aufbereitung des Museums gezahlt. Der Verein habe zwei Historiker damit beauftragt. Für dieses Jahr hofft Wagner auf deren Ergebnisse und anschließend könne der Verein Gelder für die nötigen neuen Infotafeln und Umbauten beantragen. Wie dieser Antrag in Mainz aufgenommen werden könnte, wollte Wagner nicht spekulieren, da im März Landtagswahl ist und ein Teil des Personals in den Ministerien schon jetzt wechselt. Hinzu komme, dass Corona die Neukonzeption etwas bremse, da einer der Historiker für das Projekt ein Archiv in Washington besuchen müsse, was aktuell nicht so einfach sei.
In der bis April dauernden Winterpause will der Verein neue Exponate in die Ausstellung integrieren und vor allem bei den Stromkosten mit neuer Beleuchtung sparen. Momentan werden die Gänge noch mit Neonröhren ausgeleuchtet, die nun durch LED-Strahler ersetzt werden sollen.
Keine Fortschritte macht der von der Stadt Pirmasens dem Museum versprochene Parkplatz am Eingang. Hier verweist die Stadt weiterhin darauf, dass erst nachdem die Neukonzeption auch tatsächlich umgesetzt wird, der Parkplatz in Angriff genommen wird.