Pirmasens Von Woche zu Woche:

Vorneweg: Dass die Stadt dem Technischen Hilfswerk kein grünes Licht gibt für einen Umzug in das ehemalige Autohaus Klos & Schmidt auf der Husterhöhe, das ist formal durchaus korrekt. Es gibt dort einen Bebauungsplan, der nur die Ansiedlung von Betrieben aus dem Kfz-Bereich zulässt. Also muss das THW draußen bleiben. Aber muss man immer hundertprozentig korrekt sein? Das frühere Autohaus steht seit Jahren leer, ob es jemals wieder „artgerecht“ gefüllt werden kann, ist offen. Also was spräche dagegen, den Bebauungsplan zu ändern und das THW dort einziehen zu lassen? Schließlich ist das Technische Hilfswerk kein x-beliebiges Privatunternehmen, sondern ein wichtiger Dienstleister in Notfällen. Sich der Wahrheit anzunähern kann mühsam sein. Seit März läuft vorm Landgericht Zweibrücken der sogenannte „Haschischprozess“. Einer Pirmasenser Familie – Vater, Mutter, Sohn – wird vorgeworfen, Rauschgift in großen Mengen von Spanien aus in die Südwestpfalz geschmuggelt zu haben. Gegen Mutter und Sohn hat die Kammer bereits eine Gefängnisstrafe verhängt, die Verhandlung gegen den Vater gestaltet sich mühsam. Unendlich viel Zeit und Nerven kostet vor allem das Abhören der Telefonate, die die Polizei mitgeschnitten hatte, als sich Vater und Sohn nach Spanien aufgemacht hatten und dort das Rauschgift organisierten. Aber wenn’s der Wahrheitsfindung dient... Jedenfalls: Mit einem baldigen Urteil gegen den Vater ist wohl nicht zu rechnen. Dieser Tage teilte das Landgericht die Fortsetzungstermine mit: 15. September, 1. und 12. Oktober. Weil sich die Kriminalgeschichte der Pirmasenser Familie so schön erzählen ließ – es ging um eine rasante Verfolgungsjagd und einen zurückgelassenen Porsche, um eine Tonne Haschisch, die auf einem Boot in Südspanien sichergestellt wurde, oder um Rauschgifthändler in Todesangst –, gerieten andere Beteiligte dieser Drogengeschichte mehr oder weniger in Vergessenheit. Zwei Nahestehende der Pirmasenser Familie aus dem Landkreis Südwestpfalz müssen sich derzeit nämlich ebenfalls vorm Landgericht Zweibrücken verantworten, weil sie mit 18 Kilogramm Haschisch gehandelt haben beziehungsweise den Handel unterstützt haben sollen. Kein Kavaliersdelikt! In der Stadtpolitik erwarten den interessierten Beobachter nach der Sommerpause spannende Entscheidungen. Der Stadtrat wird sich schon sehr bald noch einmal mit dem Innenstadtkonzept beschäftigen und erneut darüber befinden, ob Investor Manfred Schenk am Landauer Tor bauen darf oder nicht. Bisher darf er es nicht. Aber die Front der Gegner bröckelt. Und Stadtgalerie-Entwickler Helmut Koprian ist den Kommunalpolitikern noch die Antworten auf Fragen schuldig zum Verkehrsaufkommen in der Bahnhofstraße, zum Denkmalschutz oder zum Abstand seines Einkaufzentrums zu den Nachbarn. Bis Ende September muss er liefern.