Pirmasens Von Woche zu Woche:

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Sie sind immer öfter in der Stadt zu sehen und nicht nur mit auswärtigen Nummernschildern, sondern auch mit einem „PS“ vorne drauf. Ein Nissan Leaf fährt regelmäßig durch die Stadt, mehrere BMW i3, Twizys und Amperas sowie ein Elektro-Up fallen dem aufmerksamen Betrachter beinahe täglich im Straßenbild der Stadt auf. Der Eindruck drängt sich in den vergangenen Monaten auf, dass es auch deutlich mehr werden und nicht mehr nur Elektropioniere wie der Gersbacher Dietrich Eschenbach elektrisch vorwärts kommen wollen. Nur, wo tanken die alle? Wer nett fragt, soll angeblich im Hof der Stadtwerke seinen Stecker in die Ladestation hängen dürfen. In der Zweibrücker Straße beim BMW-Händler darf auch getankt werden, wobei sich dort die Frage stellt, was der ladende Elektromobilist dann stundenlang dort treiben soll, sofern er sich nicht in den zwei Schnellrestaurants rund futtern will? Wer einen schicken Stadtbummel mit dem Aufladen seines Autos verbinden will, muss nach Zweibrücken fahren. Dort gibt es seit Jahren eine Tankstelle, die zudem noch mit Solarstrom betrieben wird. Anfänglich als spinnerte Idee belächelt und tatsächlich auch nur sehr sporadisch genutzt, dürfte die Ladesäule jetzt gut im Geschäft sein. In Pirmasens wird es wohl noch dauern. Bei den Stadtwerken, die eine Elektrotankstelle am einfachsten in der Innenstadt realisieren könnten, wird auf betriebswirtschaftliche Aspekte verwiesen – und das Projekt damit in die Endlosablage befördert. Zudem sind die Stadtwerke in puncto Elektromobilität ein buchstäblich gebranntes Kind nach dem Großfeuer wegen ihres Elektrosmarts im vergangenen Jahr. Die Einzelhändler interessiert das Thema offenbar nicht. Dabei wären sie doch die Profiteure einer solchen Ladestation. Der elektrisch motorisierte Kunde dürfte eindeutig derjenige sein, der auch mal etwas mehr ausgibt, wenn er einen Sinn darin sieht. Die Sparbrötchen rollen alle konventionell durch die Lande. Die Elektrotankstelle ist gewissermaßen die Bioproduktecke im Discounter, die auch von sozial und ökologisch desinteressierten Handelsunternehmen eingerichtet wurden, weil damit auch Kunden in den Laden kommen, die Geld dalassen können. Ein großer Discounter baut im Übrigen gerade ein Netz aus Elektrotankstellen an seinen Filialen auf, leider noch nicht in Pirmasens. Und der Discounter ist für knallharte betriebswirtschaftliche Denkweisen bekannt. Immer öfter sind in der Stadt auch Autofahrer mit sehr auswärtigen Kennzeichen zu sehen. Und die Familienkutschen mit Berliner oder Pariser Nummernschild steuern meist ein ganz spezielles Ziel an: das Dynamikum. Ohne das Mitmachmuseum würden die sehr weit gereisten Familien wohl nie einen Fuß in die Stadt setzen. Ob sie auch etwas ausgeben, außer den zugegebenermaßen hohen Dynamikum-Eintrittspreisen, ist erstmal zweitrangig. Sie sind hier und verbringen offenbar ihren Urlaub in der näheren Umgebung. In einer Landschaft, die scheinbar so attraktiv ist, dass es einen Hauptstädter hierher zieht. Ein Baustein für diese Attraktivität ist das Dynamikum, womit der Pirmasenser Oberbürgermeister offenbar den richtigen Riecher hatte. Und das von seinem dreifachen Amtsleiter (Kultur, Marketing und Tourismus) auch gut entwickelt wurde – gegen heftige Widerstände von Pirmasensern, die am liebsten jede Neuerung komplett abblocken würden. Was wurde gegen das Dynamikum gewettert, das zugegeben auch Tage hat, an denen fast nichts drinnen los ist. Für Projekte dieser Art braucht es eben Ausdauer. Die hat sich jetzt ausgezahlt. Immer öfter wird jetzt auch der benachbarte Strecktalpark für Großveranstaltungen genutzt. Der vom Gartenbauamtsleiter behutsam zu einem Kleinod entwickelte Park ist aber auch eine Traumkulisse für Messen, Jugendfestivals und heute erstmals für „Pirmasens picknickt“. Wobei genau genommen ein großes Gruppenpicknicken eigentlich nicht nötig wäre, da vereinzelt schon längst Picknicker auf den Wiesen im Tal zu sehen sind. Aber wie bei allem soll mit der organisierten Form und vor allem der Livemusik der Prozess wohl etwas angeschoben werden, damit in Zukunft auch ganz ohne offizielle Aufforderung im Park fleißig gepicknickt wird. Das ist Lebensqualität, kostet nicht viel und sorgt für Kommunikation und emotionale Bindung an die Stadt. Hier hatte jemand einen sehr guten Riecher.

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