Pirmasens
Tore, Träume, Temperamente: Von Kerweläufern, einem Spezial-Hattrick und Derby-Gesetzen
Bei den Fußballspielen am vergangenen Wochenende fiel der Lokalsportredaktion auf, ...
... dass Erfweilers Kicker auch Langläufer sind.
Nach 27 Minuten und 35 Sekunden überliefen sie im Pulk die Ziellinie: die Fußballer des TuS Erfweiler, die am Samstagnachmittag am 5000-Meter-Rennen des Dahner Kerwelaufs teilnahmen. „Wir haben eine schöne Runde bei einer schönen Veranstaltung gedreht“, zog TuS-Spielertrainer Dominik Seibel sein Resümee. Dass er und seine Mannschaftskollegen dabei nicht bis an ihr körperliches Limit gingen, versteht sich, denn tags darauf sollte ja im B-Klasse-Match gegen die SG Heltersberg/Geiselberg der erste Sieg im dritten Saisonspiel eingefahren werden. Der gelang denn auch mit einem 4:2 trotz der Samstagsbelastung von fünf Kilometern im Wald. Seibel: „Unser Lauf hatte nicht die geringsten Auswirkungen auf unsere Leistung gegen Heltersberg/Geiselberg. Es lagen ja auch rund 24 Stunden dazwischen.“ Und wenn doch Auswirkungen zu spüren waren, dann nur positive, denn Seibel sieht die Teilnahme an dem Lauf als „gelungene Teambuildingsmaßnahme“ an.
Gefreut hat indes der erste Dreier in der B-Klasse niemand so richtig, denn Leistungsträger Christopher Burkhard hat sich ohne Einwirkung eines Gegenspielers schwer verletzt. Der Verdacht eines erneuten Kreuzbandrisses erhärtete sich.
... dass es einen Hammer-Hattrick gab.
Nico Hammer hat einen äußerst seltenen Spezial-Hattrick fabriziert. Der 19-Jährige von der SG Bruchweiler hat in den Minuten 53, 83 und 86 drei Strafstoßtore zum 2:0, 3:0 und 4:0 in der C-Klasse-Partie gegen Ludwigswinkel (Endstand: 5:0) erzielt. Der Enkel und Sohn der beiden ehemaligen SGB-Akteure Paul und Lothar Hammer ist eigentlich der Linksaußen seines Teams und nicht in allererster Linie der Elfmeterschütze. Doch weil er sich sicher fühlte, schnappte er sich den Ball und bugsierte ihn beim ersten Elfer zunächst in die untere linke Ecke. Beim 3:0 wählte er erneut die untere linke Ecke, beim 4:0 wechselte er in die untere rechte Ecke. Ludwigswinkels Keeper Christian Heimsott hatte bei dem Elfmeter-Hattrick keine Abwehrchance. Jerome Schmidt, Manuel Kuntz und Kevin Trinkle waren zuvor gefoult worden. Bruchweiler liegt nun auf Position vier und ist das einzige Team der C-Klasse Ost ohne Gegentor.
...dass auch 40 Stunden Pause reichen.
Was sonst nur ein dicht gedrängter Nachholspielplan über die Osterfeiertage mit sich bringt, schafften die SG Donsieders/Clausen II und der FC Fischbach II in der zurückliegenden Woche. Weil viele Fußballer der Fischbacher vor zwei Wochen bei einer Hochzeit eingeladen waren und daher nicht spielen konnten/wollten, war die Partie gegen Donsieders/Clausen II zunächst eine Woche nach hinten verschoben worden. Doch da fehlten der Spielgemeinschaft aus der Verbandsgemeinde Rodalben viele Spieler aus Donsieders, die beim Heimatfest als Helfer eingeteilt waren. Also wurde die Begegnung um eine weitere Woche nach hinten geschoben, auf den vergangenen Freitag. Um 19 Uhr war in Fischbach Anstoß – Clausen/Donsieders II gewann mit 3:2. Beide Mannschaften waren am Sonntag dann bereits wieder am Ball. Rund 40 Stunden nach dem letzten Pflichtspieleinsatz gewann Clausen/Donsieders mit 6:0 gegen Heltersberg/Geiselberg II, während Fischbach II erneut verlor, dieses Mal mit 1:2 bei der SG Glashütte/Eppenbrunn II.
... dass man auch mit zwei Mann weniger ausgleichen kann.
„Für unsere zweite Mannschaft war dies das Spiel des Jahres“, sagt Sebastian Schütz, der Spielertrainer des SC Weselberg II, zum B-Klasse-Match SCW II gegen SG Harsberg/Schauerberg. Zum „Vorspiel“ der zweiten Mannschaft seien fast mehr Zuschauer zugegen gewesen als bei der nachfolgenden Partie des Bezirksligateams gegen Steinbach. Harsberg ist ein Ortsteil von Weselberg, und die Rivalität der beiden Sportvereine ist groß.
Und es bahnte sich nach Jahren mal wieder ein Derbysieg für das „kleine“ Harsberg an. 3:1 führte die mit zwei Siegen in die Saison gestartete SGH zur Halbzeit. Als Weselberg dann tatsächlich noch ausglich, stellte Tim Lenz in der 78. Minute für Harsberg auf 4:3. Weil sich Ricardo Eisel und Carsten Schweizer (beide SCW II) Platzverweise eingehandelt hatten und somit der bis dahin punktlose SCW II nur noch mit neun Spielern auskommen musste, schien der Sieg Harsbergs nicht mehr gefährdet. Doch ein Derby unterliegt ja bekanntlich eigenen Gesetzen. Christopher Storck verhinderte mit seinem Treffer zum 4:4 nicht nur, dass Tabellenführer wurde, sondern sorgte auch dafür, dass die besseren Argumente in den Dialogen mit Gesprächspartnern aus den Ortsteilen weiterhin den Anhängern des SC Weselberg zur Verfügung stehen.