Pirmasens Tore, Träume, Temperamente:

Wer Herbstmeister ist, wird in aller Regel auch zu Meisterehren kommen. Diese These belegt ein Blick auf die Halbzeittabellen der vergangenen Saison von den Herren-C-Klassen des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken bis zur Landesliga West. Von den acht Teams, die nach der Vorrunde der Spielzeit 2015/16 die Nase vorne hatten , holten sieben denn auch den Titel. Ergo dürfen sich die in dieser Saison bereits nach 14 von 15 Hinrundenspieltagen feststehenden Herbstmeister FC Fehrbach II (B-Klasse Ost), PSV Pirmasens (B-West) und FC Rodalben (C-Ost) große Hoffnungen machen, kommende Saison eine Etage höher zu kicken. Das einzige Team, das vorige Runde nach der Herbstmeisterschaft am Ende nicht mehr auf Platz eins stand, war übrigens der FK Clausen. Der FKC hatte zwar in der B-Ost fünf Punkte Vorsprung auf Obersimten und gar acht auf den Dritten Winzeln, doch nach desaströser Restsaison blieb Clausen letztlich nur Rang drei. Zweistellige Ergebnisse gibt es in den C-Klassen fast jedes Wochenende. Doch je höher die Klasse, desto seltener sind Kantersiege. Am Sonntag sorgte in der Bezirksliga der FC Fehrbach mit einem 11:0 gegen die SG Jettenbach/Eßweiler/Rothselberg für Aufsehen. „Der Gegner hatte am Sonntag kein Bezirksliga-Niveau“, erläuterte Fehrbachs mitspielender Spielleiter Christoffer Lorett das Debakel für das Schlusslicht. Lorett weiter: „Wenn wir bei schönem Wetter auf unserem Kunstrasen ins Spielen kommen und nicht attackiert werden, kann so was schon mal passieren.“ Sogar 20 Tore seien möglich gewesen. Derweil sei das 11:0 überhaupt nicht als Kampfansage an die Adresse des Tabellenersten VfB Reichenbach zu werten. Lorett will von Aufstiegsdruck bei den „Tirolern“ ganz und gar nichts wissen: „Wir müssen doch überhaupt nichts.“ Nur einen Punkt liegt der FCF hinter Reichenbach, die Herbstmeisterschaft ist noch drin ... Acht Tore in einem Spiel: Dieses Kunststück gelang am Sonntag Kevin Pfeffer (24) beim 14:2-Sieg des TuS Erfweiler in der C-Klasse Mitte beim SV Grün-Weiß Pirmasens. Da der Gastgeber auf dem Grün am Rehpfad permanent offensiv gespielt habe, hätten sich viele Räume ergeben, weshalb das Toreschießen nicht so schwierig gewesen sei, berichtet Pfeffer. Für den 24-jährigen Erfweilerer war es erst das zweite Spiel nach 14-monatiger Kreuzbandriss-Pause. Vor drei Wochen hatte er zum Abschied von Trainer Reiner Meyer schon mal gekickt und zwei Tore beim Sieg gegen den PSV Pirmasens II erzielt, was nun im Schnitt immerhin fünf Tore pro Spiel macht. Außergewöhnlich war auch die Erste-Hilfe-Aktion des TuS Erfweiler, der bei Verletzungen von gegnerischen Spielern sehr schnell zur Stelle war, „Wir haben eben die Einstellung, jedem Spieler helfen zu wollen, schließlich spielen wir doch in der C-Klasse“, merkt Pfeffer dazu an.