Pirmasens Tore, Träume, Temperamente:

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Am Wochenende war’s heiß. Sehr heiß. Fast zu heiß, um zur Mittagszeit Fußball zu spielen. So sah das auch Edgar Wallitt, der Vorsitzende des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken. Also machte der Schornsteinfegermeister aus Trulben seinen Vereinen am Donnerstag das Angebot, den Anstoß der Partien kurzfristig, unbürokratisch und kostenlos zu verschieben – weg vom Regeltermin um 15 Uhr, zu dem beispielsweise am Samstag in Pirmasens 35 Grad im Schatten gemessen wurden. Doch nur der SV Ixheim und der SV Großsteinhausen nahmen das Angebot wahr. Ixheim verlegte die Spiele seiner beiden Mannschaft auf 10.30 beziehungsweise 12.30 Uhr vor, Großsteinhausen traf sich am Samstag mit dem SV Hermersberg II zum A-Klasse-Match erst um 19 statt um 16 Uhr. Das war´s dann aber auch. „Ich wollte den Spielern was Gutes tun, aber die Vereine wollen wohl nicht so richtig“, merkte Wallitt an. Und er rief in Erinnerung, dass er vor einigen Jahren, als er noch Leiter in der C-Klasse Mitte war, den Versuch unternahm, im August sämtliche Spiele von 15 auf 16 Uhr zu legen. Aber auch da hatte er keine Zustimmung gefunden. Die zwei Trinkpausen zur Mitte der beiden Halbzeiten, welche die Schiedsrichter anboten, wurden aber dankend angenommen. Volker Schirrmann ist nicht mehr Frauen- und Mädchenbeauftragter des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken. Der Funktionär aus Wallhalben ist zurückgetreten. Grund dafür war nach den Worten des Kreisvorsitzenden Edgar Wallitt „ein Versäumnis der Geschäftsstelle des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV)“. Diese habe es nicht geschafft, dem am 23. April gewählten Polizisten eine Internet-Kennung zukommen zu lassen und diesen „frei zu schalten“, berichtet Wallitt, der auch dem SWFV-Präsidium angehört. Da man ein solches Amt heutzutage ohne das Internet nicht mehr richtig ausüben kann und weil der SWFV trotz mehrmaliger Intervention Schirrmanns keine Internetverbindung ins DFB-Net aufbauen konnte, legte der Polizist sein Amt nieder, ehe er so richtig angefangen hatte. Auf der Suche nach einem Nachfolger handelte sich Wallitt nach eigener Aussage etliche Absagen ein. Auch Serge-Michel Dentler, der als einziges Mitglied im Kreisausschuss keine Funktion ausübt, habe es abgelehnt, als Frauen- oder Mädchenbeauftragter tätig zu sein. Sollte gestern Abend das SWFV-Präsidium die Kandidatur von Christian Weinkauff, Lehrwart der südwestpfälzischen Schiedsrichter, abgesegnet haben, dann wird der Hengsberger nach der zu erwartenden Bestätigung durch den Kreisausschuss (am kommenden Montag) offiziell das Amt künftig bekleiden. Auf der Homepage des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken ist Weinkauff bereits als Beauftragter für Frauen- und Mädchenfußball genannt. Verbandsaufsicht – so nennt man das, wenn sich ein Funktionär des Südwestdeutschen Fußballverbands auf Antrag eines oder gar beider Vereine eine Begegnung anschaut. So wie es am Sonntag der für den SV Mackenbach pfeifende Schiedsrichter-Obmann des Fußballkreises Kusel/Kaiserslautern, Konstantin Legrum, gemacht hat. Es beobachtete das A-Klasse-Match der neuen Spielgemeinschaft Knopp/Wiesbach gegen den SC Weselberg. In der vorigen Saison war es bei Knopp gegen Wiesbach zu Handgreiflichkeiten gekommen, weshalb nun Weselberg einen neutralen Beobachter zu dem Spiel beantragt hatte. „Es war ein ruhiger Nachmittag für mich“, berichtet Legrum, der von 1974 bis 1979 als Linienrichter in der Zweiten Bundesliga unterwegs gewesen war. Aufgabe der Verbandsaufsicht sei es, die Leistung des Schiedsrichters zu beobachten sowie das Verhalten der Spieler und des Publikums. Aber gerade wenn eine Verbandsaufsicht vor Ort sei, würden sich die am Spiel Beteiligten sehr ordentlich benehmen, erzählt Legrum von seinen Erfahrungen. So war es denn auch am Sonntag, als Weselberg im fünften Spiel der Saison seinen fünften Sieg einfuhr und damit weiterhin die Tabelle der A-Klasse anführt. „Es war eine Hornisse.“ Da ist sich Michael Weis, Verteidiger des Sportvereins Bottenbach, völlig sicher. Eine Hornisse, die ihn am Sonntagnachmittag kurz vor der Halbzeitpause des A-Klasse-Fußballspiels bei Palatia Contwig einfach so ins Knie gestochen hat. „Es gab eine Schwellung am Knie, meine Hände wurden wie taub, und mir wurde schwindlig. Viel mehr weiß ich nicht mehr“, erzählt Weis, der noch den Weg in die Umkleidekabine gehen konnte („ich erinnere mich nicht mehr, wie ich da hinkam“), dann dort bewusstlos zusammenbrach. Schnell war der Notarzt zur Stelle und versorgte den Patienten mit allerlei medizinischen Gütern via Infusion. „Bestimmt hat die große Hitze auch eine Rolle gespielt“, sagte Weis gestern, als er fast gänzlich wieder genesen war. Am Sonntagabend konnte er das Krankenhaus in Zweibrücken zwar wieder verlassen, doch bekam er gestern noch eine Spritze gesetzt. Heute soll eine weitere folgen. „Offense, Attack“ – in Englisch kommentierte am Samstag ein auf den Presseplätzen sitzender Mann 90 Minuten lang das Regionalligamatch des FK Pirmasens gegen den VfB Stuttgart II in seine mit dem Mobiltelefon verbundene Freisprecheinrichtung. „Ich bin freier Mitarbeiter von Sportradar“, antwortete er auf Nachfrage der RHEINPFALZ und erklärte, dass Sportradar die Daten dieser Partie einem internationalen Callcenter zur Verfügung stellt, das wiederum internationale Sportwettenanbieter wie Tipico oder Bwin bedient. „Deshalb sind meine Kommentare auf Englisch“, erklärte Denny Engels, ein 26-jähriger Mathematikstudent aus Trier. Gewettet werden kann beispielsweise auf die Anzahl von Gelben Karten oder Ecken, aber auch die Anzahl der Tore oder auch ob ein Elfmeter im Netz einschlägt oder nicht. Nun, wer am Samstag darauf wettete, dass Benny Auer seinen Elfer verwandelt, wäre schlecht beraten gewesen. Auers Strafstoß wurde nämlich gehalten. |ig

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