Pirmasens Tore, Träume, Temperamente:

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In Gelb-Schwarz war am Sonntag der Fußballplatz in Hornbach getaucht, denn dort machte der SC Weselberg sein Meisterstück in der Fußball-B-Klasse West. „Wir sind alle total erleichtert, dass wir nach 20 Jahren wieder den Titel in der B-Klasse West geholt haben. Der Druck des Scheiterns aus der vorigen Saison ist abgefallen“, sagte SCW-Spielleiter Volker Reinig. Dabei machten es die Weselberger unnötig spannend. 3:1 führte der Ligaprimus bereits, und Hornbach war nach einem Platzverweis nur zu zehnt. Nach dem 3:3 war es dann Kopfballspezialist Marco Keßler, der den SCW fünf Minuten vor Ende der Partie wieder in Front brachte. Kevin Büchler machte kurz vor dem Schlusspfiff mit dem 5:3 alles klar. Die Weselberger Pyrotechniker ließen es knallen und rauchen, Sekt und Bier spritzte, Trainer Attila Baum wurde unter freiem Himmel geduscht. Immer wieder wurde die von Sven und Sebastian Schütz gefertigte Aluminium-Meisterschale in die Luft gereckt. Nachdem einige Kistchen Bier geleert waren, fuhren Meister und Anhang im Korso nach Weselberg, wo das Sportheim auf den Kopf gestellt wurde. Eines stellte Reinig indes klar: Am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen den PSV Pirmasens werde sein Team so agieren, „als ob es noch nicht Meister wäre“. Das sei man der Konkurrenz schuldig. Zudem will Weselberg nicht die tolle Serie reißen lassen. Denn unter Baum hat der SCW bislang alle Spiele gewonnen. In Ludwigswinkel schoss sich der SV Rot-Weiß Pirmasens nicht nur zur Meisterschaft in der C-Klasse Ost, sondern auch den ganzen Frust der vergangenen vier Jahre von der Seele. 15:0 wurde der sehr ersatzgeschwächt angetretene Gastgeber beim titelbringenden Sieg düpiert. „Unsere Erleichterung ist riesengroß“, sagte Spielertrainer Alexander Kraus. Die letzten vier Saisons, in denen Rot-Weiß jeweils als Vizemeister der C-Klasse Mitte in der Aufstiegsrunde gescheitert war, hatten merklich am Selbstbewusstsein und Image der Sommerwaldkicker genagt. „Dass es dann just in dieser Saison klappt, hätten wir nicht gedacht“, erzählte ein freudetrunkener Kraus. Auch Rot-Weiß verstand sich aufs Feiern und „Trainer-Duschen“, insbesondere von Ralf Friedewald, der bei den Spielen an der Linie das Coaching übernimmt. Vielen Freunden des regionalen Fußballs war am Sonntagabend nicht klar, dass Rot-Weiß Pirmasens schon Meister war, nachdem der ärgste Rivale, der FC Merzalben, tags zuvor gegen den FC/VfB Münchweiler II seine erste Heimniederlage kassiert hatte. Denn die Internet-Tabelle des Verbands für die C-Klasse Pirmasens/ Zweibrücken Ost unter „www.fussball.de“ verwirrte mehr, als sie darstellte. Da waren am Abend des 3. Mai die am 23. März gegen Busenberg II, am 29. März gegen Leimen II und am 12. April gegen Bundenthal II ausgefallenen Spiele allesamt immer noch nicht in der Wertung drin. Dabei ist es doch klar, dass bei personalbedingter Absage eines Teams der Gegner die drei Punkte erhält. Nicht nur in der C-Ost hinken die Funktionäre ihrer Zeit hinterher. Es muss doch viel schneller gehen mit der Wertung ausgefallener Spiele in solch eindeutigen Fällen. Abzuwarten bis eine Spruchkammersitzung terminiert und abgehalten ist, kann nicht der richtige Weg sein, weil die Tabellen schief sind und den User/Leser verwirren. Der Vorsitzende des Fußballkreises, Edgar Wallitt, respektive der SWFV sind da gefordert. Der TuS/DJK Pirmasens hat keine Berufung gegen das Sportgerichtsurteil eingelegt, das bestimmt hatte, dass das Spiel der Pirmasenser in der B-Klasse Ost gegen Tabellenführer FC Rodalben wiederholt werden muss. „Wir hatten am vorigen Mittwoch zunächst Berufung eingelegt, dann diese am Donnerstagmorgen wieder zurückgezogen, weil wir einige Urteile zu lesen bekamen und uns bewusst wurde, dass wir chancenlos gewesen wären“, sagte TuS/DJK-Spielleiter Peter Bauer. Als Grund für die Wiederholung am Donnerstag, 19 Uhr, gilt das Verhalten des Schiedsrichters, der nicht alle Mittel genutzt habe, um das Spiel zu Ende zu bringen. Davon profitiert der FC Rodalben, der zum Zeitpunkt des Abbruchs mit 0:2 zurücklag und drei Spieler weniger auf dem Platz hatte als der gastgebende TuS/DJK. Nur 71 Minuten spielte der SV Grün-Weiß Pirmasens am Sonntag Fußball beim SV Palatia Contwig II. Die mit nur sieben Spielern inklusive Torwart angetretenen Grün-Weißen lagen mit 1:21 (!) zurück, als Kevin Neuschwander Gelb-Rot sah. Angesichts von nun nur noch sechs Grün-Weiß-Kickern brach Schiedsrichter Karl Wambach daraufhin dieses Spiel der C-Klasse West ab. Danny Garus, zurzeit für den Spielbetrieb beim SV Grün-Weiß verantwortlich, kündigte gestern an, sein Verein werde alles unternehmen, um keine der drei noch ausstehenden Partien wegen Spielermangels absagen zu müssen. Denn dies würde den Ausschluss aus der aktuellen Runde bedeuten. Für die kommende Saison sei mit „fünf bis acht neuen Spielern zu rechnen“, hofft Garus auf bessere Zeiten.

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