Handball
Tolle Atmosphäre beim Derbysieg der TS Rodalben in Thaleischweiler
Der Gastgeber führte 3:0, ehe Lucas Haury das erste TSR-Tor erzielte (9.). Es war die offensive 5-1- beziehungsweise 4-2-Abwehr Thaleischweilers, an der sich der Pfalzliga-Absteiger die Zähne ausbiss. Auf der Gegenseite begann Ex-Spielertrainer Marcin Waryas im Rückraum stark. Von Abwehraufgaben ausgenommen, gelangen ihm schnell fünf Treffer, der letzte zum 10:7 (20.). Großes Pech: Bei der Landung nach diesem Sprungwurf knickte er um, hielt sich sofort das Sprunggelenk und musste vom Feld – Verdacht auf Bänderriss.
Keine Alternative zu Waryas
Das verschärfte die Problematik im TVT-Rückraum, in dem es ohnehin schon keine gelernte Alternative zu Waryas gab. Nun fehlten auch seine leichten Tore. Der TVT kämpfte, aber die TSR kam langsam näher.
TVT-Trainer Dominik Schweizer warf schon mit dem Pausenpfiff das Handtuch – aus Wut, weil Jonas Goll mit dem Schlusssignal zum 14:13 getroffen hatte, seine Sieben den Abschluss nicht mehr verzögern konnte.
Erste Rodalber Führung
Auf dem Spielfeld kämpfte seine Mannschaft zwar noch weiter, aber die Niederlage deutete sich nun immer mehr an. In der 36. Minute war es wieder Haury, der den ersten Ausgleich markierte (15:15), Leif Schäfer legte direkt das 15:16 nach.
„Die offensive Abwehr ist intensiver, ich musste mit den Kräften haushalten nach Marcins Ausfall“, erklärte Dominik Schweizer die Systemumstellung nach der Pause auf die defensive 6-0-Abwehr. Mit der kam Rodalben besser zurecht. Vor allem Schäfer und Goll kamen immer besser in Tritt, nachdem die Mannschaft laut Trainer Mirko Pesic „mit angezogener Handbremse gespielt“ hatte.
Starker Seelinger
In der 55. Minute schien der TSR-Sieg beim Stand von 20:25 klar. Doch Jens Schweizer verkürzte mit zwei Treffern auf 22:25, Alexander Escher hatte die Konterchance zum 23:25 – Dominik Schweizer hatte zuvor nochmals umgestellt, diesmal auf Manndeckung. Doch Escher scheiterte am in Durchgang zwei immer stärker haltenden TSR-Keeper Angelo Seelinger. „Da war das Spiel entschieden“, erkannte Dominik Schweizer.
Bemerkenswert war auch die Leistung von Schiedsrichter Benjamin Magin, dessen Entscheidungen und Körpersprache so klar waren, dass es niemals zu Diskussionen kam und auch die Emotionen völlig Derby-untypisch außen vor waren. Die Zuschauer erlebten Handball mit hohem Einsatz, aber ohne Gift und Galle - und bekamen Lob von Dominik Schweizer: „Eine tolle Atmosphäre, dafür vielen Dank an beide Seiten, für die Spieler war es sehr schön.“ Und auch für seine Mannschaft hatte er Lob übrig: „Kämpferisch war das eine tolle Leistung. Ohne Marcin hat uns dann die Durchschlagskraft gefehlt. Das war ein großer Faktor.“
Pesic sieht noch viele Probleme
Pesic wollte die Verletzung von Waryas nicht als spielentscheidend bewerten, sondern blieb bei seiner Mannschaft: „Wir haben sehr viel Potenzial, waren aber nervös. In der zweiten Hälfte waren wir dann entschlossen. Ich sehe aber noch viele Probleme, weil die Vorbereitung nicht gut war. Auch deshalb fehlten die einstudierten Abläufe gegen die offensive TVT-Abwehr.“
SO SPIELTEN SIE
TV Thaleischweiler: Scherer, Fasco (48.-49, Siebenmeter) - Jens Schweizer (3), Eger (8/4), Waryas (5) - Pfeifer, Hügen (3) - Escher (2); Schick, Huber (1), Kölsch (1), Heckmann, Deutschmann (1), Becker
TS Rodalben: Brödel, Seelinger (ab 18.), Müller (ein Siebenmeter) - Schäfer (6), Jonas Baumgart (6/4), Matheis (1) - Haury (5), Heß (2) - Hubele; Saradeth (3), Goll (3), Dully (2), Kölsch, Blank
Spielfilm: 3:0 (8.), 5:4 (13.), 10:7 (20.), 14:13 (Halbzeit), 15:16 (40.), 20:25 (55.), 23:26 (58.), 24:28 (Ende) - Siebenmeter: 4/4 - 5/4 - Zeitstrafen: 3 - 4 - Beste Spieler: Waryas - Seelinger, Goll, Schäfer - Zuschauer: 220 - Schiedsrichter: Magin (TSV Speyer).