Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Steffen Mattern über die Pläne mit dem neuen Club MaTriX

Die MaTriX-Inhaber Marcel Triem (links) und Steffen Mattern (rechts) zusammen mit Kooperationspartner Karl "Kalle" Staller (Mitt
Die MaTriX-Inhaber Marcel Triem (links) und Steffen Mattern (rechts) zusammen mit Kooperationspartner Karl »Kalle« Staller (Mitte) vor dem neuen Club-Logo im Foyer.

Am 11. Oktober hat das ehemalige Quasimodo neue Inhaber bekommen. Steffen Mattern und Marcel Triem kauften die Pirmasenser Event-Location von Raphael Wagenblatt für einen sechsstelligen Betrag. Der Club wurde direkt in MaTriX umgetauft. Am Freitag, 27. Oktober, findet die Neueröffnung statt. RHEINPFALZ-Mitarbeiter Peter Schneider hat sich mit Mattern, Triem und Karl Staller von Schwemme Rock Events unterhalten.

Herr Mattern, hatten Sie und ihr Geschäftspartner Marcel Triem das Quasimodo schon längere Zeit im Auge – oder war der Kauf eher ein spontaner Entschluss?
Tatsächlich hatten wir schon vor etwa zwei Monaten die Idee, das Quasimodo zu kaufen, da wir aus unserem Bekanntenkreis hörten, es würde nach der Sommerpause nicht mehr weitergehen. Daraufhin meldeten wir uns mit einer schriftlichen Kaufanfrage bei Herrn Raphael Wagenblatt. Er teilte uns jedoch mit, dass der Club nach der Pause ganz normal mit seinem Programm weitermachen werde. Dies geschah jedoch nicht, denn es kam zu dem allgemein bekannten tödlichen Autounfall, in den Wagenblatt verstrickt war. Hier gilt unser tiefes Mitgefühl den Hinterbliebenen der beiden Opfer. Auch uns hat der Unfall tief bewegt, sodass wir eine Zeit lang Abstand von konkreten Kaufgesprächen nahmen. Letztendlich fanden wir dann aber zeitnah mit Herrn Wagenblatt und der Bank zusammen.

Zum Kaufpreis wollen Sie zwar keine genaueren Angaben machen, aber verraten Sie wenigstens, an welche Bank das Geld geflossen ist?
Das Geld floss an die Hausbank des Quasimodo, welche schon beim Vorbesitzer das Gebäude finanzierte. Den Namen der Bank möchten wir nicht nennen.

Was steckt hinter dem neuen Namen? Die korrekte Schreibweise lautet ja „MaTriX“.
Das ist ganz einfach. „Ma“ steht für Mattern und „Tri“ für Triem, unsere beiden Nachnamen. Das „X“ steht für den Fakt, dass wir schon seit vielen Jahren beste Freunde sind, also für unsere Brüderschaft und Verbundenheit. Wir wohnen im gleichen Haus, fahren gemeinsam in Urlaub und unternehmen vieles gemeinsam. Zudem hätte sich „MaTri“ bei weitem nicht so cool angehört wie „MaTriX“ (lacht). Somit distanzieren wir uns von der bekannten Filmreihe Matrix. Unser Name hat damit rein gar nichts zu tun, was man auch an der Schreibweise sieht.

Ist Ihnen bewusst, dass es in Bochum einen gleichnamigen Livemusik-Club gibt?
Und in Berlin. Wir haben uns zuvor abgesichert, dass es keine Probleme gibt, wenn wir den gleichen Namen verwenden. Und da sich der Club-Name, wie schon erwähnt, aus unseren Nachnamen zusammensetzt, ist uns die Tatsache, dass es weitere gleichnamige Locations in Deutschland gibt, relativ egal.

Wie sieht die Eröffnung am Freitag aus?
Für die Eröffnung am Freitag, 27. Oktober, haben wir einige Getränke-Specials und kleinere Überraschungen geplant. Die Musik kommt von unseren Haus-DJs El1as und Schorleschorsch. Zudem haben wir die Praetorians, die Pirmasenser Footballmannschaft, eingeladen, zusammen mit ihren Fans bei uns im MaTriX ihre kürzlich errungene Meisterschaft zu feiern. Wir würden uns sehr freuen, wenn die Praetorians unsere Einladung annehmen würden. Das MaTriX ist unser jeweils zweites berufliches Standbein, und wir möchten mit dem Club viel für die Stadt Pirmasens tun. An dieser Stelle ein herzliches Willkommen an alle!

Wurden die bisherigen Quasimodo-Mitarbeiter übernommen und sind bauliche Veränderungen geplant?
Zu etwa 95 Prozent haben wir die ehemaligen Mitarbeiter übernommen. Allerdings waren aufgrund der allseits bekannten Vorkommnisse unter dem alten Inhaber nicht mehr allzu viele übriggeblieben. Wir sind inklusive meiner Frau, Marcel Triem und meiner Person rund 20 Leute für Theke, Garderobe, Kasse et cetera. Für uns ist es ganz wichtig, das wir etwa zehn feste Mitarbeiter zur Verfügung haben, die den Stamm bilden. Die übrigen Stellen gehen an sogenannte Springer. Grundsätzlich wollen wir vor allem die Theke regelmäßig mit denselben Leuten besetzen, sodass ein regelrecht familiäres Feeling zu unseren Gästen rüberkommt.

Bauliche Veränderungen im großen Stil gibt’s vorerst keine. Wir haben die Wände im Erdgeschoss nun schwarz gestrichen und konnten mit Petra Kahle eine supertolle Sprayer-, Airbrush- und Tattoo-Künstlerin gewinnen, die schon einige Kunstwerke an den Wänden hinterlassen hat – und es werden noch einige hinzukommen.

Ist es korrekt, dass es eine Fortsetzung der Kooperation mit Karl Staller von Schwemme Rock Events gibt – und was wollen Sie in der Gestaltung der Veranstaltungen anders machen als der Vorbesitzer?
Grundsätzlich führen wir die Kooperation mit Karl Staller sehr gerne fort. Zuverlässigkeit und eine gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern sind für uns beide als Geschäftsleute eine Selbstverständlichkeit. Marcel und ich wurden mit den Grundsätzen Zuverlässigkeit sowie fairer und vernünftiger Umgang miteinander erzogen. Dies sind Begriffe, zu denen wir zu 100 Prozent stehen. Genau so wird das Erscheinungsbild der Firma MaTriX GmbH sein.

Herr Staller, Frage an Sie: Wie sieht die Kooperation denn ganz konkret aus?
Diesbezüglich habe ich nach 35 Jahren als Inhaber der Rockkneipe Schwemme viel Erfahrung vorzuweisen. Ich habe damals einen Schlussstrich gezogen, weil ich den ganzen Stress nicht mehr wollte. Konzerte wie das anstehende von Metakilla oder mit Iron Maidnem und das Gedenkkonzert für Marius Collet – als Open-Air, falls wetterbedingt möglich – wollen wir weiterhin hier veranstalten. Der nächste Schwemme-Stammtisch findet am 17. November statt, für den 9. März habe ich schon eine Konzertzusage von Sin City erhalten. Hier kommt dann mindestens noch eine weitere Band als Vorgruppe hinzu. Ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit dem MaTriX. Steffen kenne noch aus Schwemme-Zeiten vom Billardspielen und von seiner Tätigkeit als Kälte-/Klimatechniker. Marcel ist mir von seiner Zeit im Saalbau bekannt. Mit beiden verstehe ich mich sehr gut.

Herr Mattern, wie wird der monatliche Veranstaltungskalender aussehen, welche Events und Konzerte sind bislang geplant?
Unser grundsätzlicher Plan sieht vor, in der Regel dreimal pro Monat Disco-Veranstaltungen anzubieten und mindestens einmal im Monat, eher öfter, Live-Konzerte und diverse Events auszurichten. Kurzfristig wurde von unserem Kooperationspartner Schwemme Rock Events für den 11. November ein Konzert mit Metakilla und Warriors Of Metal organisiert. Die erste Band ist eine Metallica-Tribute-, die zweite eine Manowar-Tribute-Gruppe. Zuvor findet am 31. Oktober ab 22 Uhr eine Halloween-Party mit DJ Carnage statt. Am 18. November richten wir eine 90er-Jahre-Party von RPR 1 aus. Unsere Events sollen generell von Vielfältigkeit, also abwechselnd für Jung und Alt, gekennzeichnet sein.

Wie wollen Sie dem ehemaligen Quasimodo wieder sein Image zurückgeben, das in der Vergangenheit ja wohl etwas gelitten hat?
Wir wollen den Besuchern mit Zuverlässigkeit eine Atmosphäre bieten, bei der Jung und Alt sich wohlfühlen. Die Leute sollen mit Freude und Spaß den Weg zum MaTriX finden, um mit uns gemeinsam zu feiern.

Inwieweit hilft Ihnen Ihre Vorerfahrung im Veranstaltungsgeschäft?
Nun, wir haben jahrelang den Club Saalbau geführt: Marcel hinter der Theke und ich als Inhaber. Vom Grundsätzlichen her gesehen, macht uns eigentlich niemand etwas vor. Das Neue ist halt die Größe des Clubs, das heißt, wir werden nun täglich von Bands, DJs und Leuten, die mit uns zusammenarbeiten wollen, kontaktiert. Ich bin zuversichtlich, dass wir beide die Sache gemeinsam stemmen.

Herr Triem, was nehmen Sie aus ihrer Saalbau-Zeit an Erfahrungen mit?
Wir beide profitieren von der Saalbau-Zeit lediglich davon, dass wir uns hinter der Theke sehr gut auskennen. Bezüglich der Planung von Konzerten und Events sind wir zugegebenermaßen ein Stück weit auf andere Leute angewiesen. So reflektiert sind wir schon, dass wir das erkennen. Deswegen freuen wir uns sehr über die Kooperationen mit Karl Staller und Fabian Stark vom FSC Veranstaltungsservice. Ich denke, die Mischung aus Steffen, Karl, Fabian und mir wird die Eventlocation MaTriX zukünftig prägen. Ich blicke positiv in die Zukunft.

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