Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Sportsbar im Bahnhof: Stadt in Verhandlungen mit neuem Pächter

Als traditionelle Gaststätte wird die Sportsbar im Bahnhof bald von einem neuen Pächter betrieben.
Als traditionelle Gaststätte wird die Sportsbar im Bahnhof bald von einem neuen Pächter betrieben.

Die Sportsbar im Bahnhofsgebäude ist Geschichte. Nach nun zwei Monate währendem Leerstand zeichnet sich eine neue Nutzung der gastronomischen Einrichtung ab. Das Lokal aber soll einen ganz anderen Charakter bekommen.

Noch immer hängt ein vom Vor-Mieter beschriebenes Blatt Papier an der Eingangstür zur „Sportsbar 1875“ im Bahnhofgebäude. Zu lesen steht darauf, dass die Gaststätte zum 30. Januar schließt wegen Mangels an Fachkräften, besonders in der Küche. Sobald es aber Neuigkeiten gebe, „informieren wir“. Jetzt gibt es Neuigkeiten: Die Sportsbar wird zu einer traditionellen Speisegaststätte umgewandelt. „Wir sind in aussichtsreichen Gesprächen mit einem neuen Pächter“, bestätigte Beigeordneter Denis Clauer gestern auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Es soll keine Sportsbar mehr rein. Die Gespräche laufen in Richtung einer anderen gastronomischen Nutzung.“

Es handele sich geschmacklich um die typische Küche eines Landes, die „wir in Pirmasens noch nicht haben“. Das Restaurant werde zum zweiten Stadtbein der Firma, die gut aufgestellt und bereits am Markt etabliert sei. Und zudem aus der Region komme. „Wir sind mitten in Vertragsverhandlungen. Es sieht gut aus, aber noch ist nicht alles in trockenen Tüchern“, so Clauer. „Sobald alles unter Dach und Fach ist, wird es auch Umbauten in den Räumlichkeiten geben, weil die neuen Betreiber ein anderes Konzept fahren. Wenn man einen anderen Länderpunkt setzt, passt der bisherige Sportsbar-American-Diner-Flair nicht mehr. Die neuen Mieter bringen ihren eigenen Namen ein.“ Die Investitionen für den Umbau gehen auf Rechnung der Pächter. Die Stadt fungiert weiterhin als Vermieter. Der Außenbereich soll bei geeignetem Wetter ebenfalls bewirtschaftet werden.

Die Fernsehmonitore verschwinden

Die Sportsbar verfügte im Innern über 80 Sitzplätze. Elf TV-Monitore, waren an den Wänden angebracht, so dass man von jedem Platz aus das jeweilige Sportereignis auf dem Bildschirm verfolgen konnte. Die Fernsehmonitore und Sport-Accessoires an den Wänden werden entfernt. Nichts mehr erinnert an den eigentlichen Zweck einer Sportsbar.

Ursprünglich war die Sportsbar im Juni 2014 von Unicorn-Chef Ralph Barlog eröffnet worden. 2016 wurde sie durch die Heinrich-Kimmle-Stiftung übernommen und als Integrationsbetrieb weitergeführt, ebenfalls unter dem Namen „Unicorn Sportsbar“. 2017 erhielt die Gaststätte ganz offiziell den Status als Inklusionsunternehmen, das erste der Stiftung in Pirmasens. 2020 stieg die Heinrich-Kimmle-Stiftung aus der Unicorn Sportsbar im Hauptbahnhof aus. „Wir haben es wirtschaftlich nicht hinbekommen, den Betrieb so zu gestalten, dass er dauerhaft am Markt erfolgreich ist“, begründete der Vorstand der Kimmle-Stiftung, Marco Dobrani, den Ausstieg. Dies sei auf eine gewisse Starrheit bei Integrationsbetrieben zurückzuführen, was die Personalausstattung anbelange.

Die Dara Event GmbH übernahm von der Kimmle-Stiftung und fungierte als neuer Pächter. Das Engagement dauerte lediglich drei Jahre und ein „Bis bald“, wie auf dem Schreiben an der Tür zu lesen, wird es jetzt nicht mehr geben.

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