Leute aus der Nähe RHEINPFALZ Plus Artikel Simon Hauks langer Weg zu den ersten Verbandsliga-Toren

Spielte als A-Junior schon für Elversberg in der Oberliga: Simon Hauk.
Spielte als A-Junior schon für Elversberg in der Oberliga: Simon Hauk.

Am vergangenen Wochenende schoss Simon Hauk in Kandel für den FK Pirmasens II nicht nur sein erstes Karriere-Tor in der Fußball-Verbandsliga, sondern gleich auch noch sein zweites. Der 20-jährige Stürmer hätte bestimmt schon früher getroffen, hätte er im März 2022 nicht ein einschneidendes Erlebnis gehabt.

Dem zwei Monate zuvor von der U19 der SV Elversberg zum FKP zurückgekehrten Fußballer aus Contwig riss einen Tag vor der mündlichen Abiturprüfung das Kreuzband im Knie. Die Prüfung am nächsten Tag konnte er zwar ablegen, aber vom geliebten Fußball musste er sich für sechs Monate verabschieden. Und was noch gravierender war: Hauk konnte nicht wie geplant im Mai 2022 sein Studium bei der Landespolizei beginnen.

Statt Ausbildung zum Polizeikommissar standen Operation und Reha-Maßnahmen auf dem Programm. „Trotzdem war es für mich nie ein Thema, mit dem Fußballspielen aufzuhören. Meine Reha habe ich in Pirmasens in der Bodylounge absolviert. Das war sehr gut, und nach knapp sechs Monaten war ich wieder ganz fit“, erzählt Hauk. In den letzten beiden Partien vor der Winterpause 2022/23 kam der Angreifer zu ersten Verbandsliga-Kurzeinsätzen.

Weit weg vom Trainingsplatz

Allerdings wollte der Contwiger für den Rest der vergangenen Saison vor seinem aufgeschobenen Polizeistudium kein Risiko eingehen: „Ich habe trainiert und mich für den Notfall auf die Bank gesetzt. Ich hatte auch einige Spielminuten.“ Im Mai 2023 klappte es dann mit dem Dienstantritt bei der Polizei. Die bisherige Ausbildungszeit verbrachte der angehende Kommissar vorwiegend in der Polizeischule am Hunsrück-Flughafen Hahn mit Theorieunterricht. Ab November ist er bei der Polizei in Enkenbach. „Ich denke, dann klappt es mit dem regelmäßigen Training besser. Die Entfernung vom Hahn ist doch etwas groß. Da konnte ich oft nur zum Abschlusstraining kommen“, sagt Hauk, dessen Zwillingsbruder Luca ebenfalls im Verbandsligateam des FKP spielt.

Da sich Simon Hauk aktuell zu Hause in Contwig auf eine Prüfung vorbereitet, konnte er diese Woche ausnahmsweise alle Trainingseinheiten mit der Mannschaft wahrnehmen. „Sport zu treiben ist auf der Polizeischule kein Problem. Die Fitness stimmt. Aber natürlich ist regelmäßiges Fußballtraining noch einmal etwas anders“, weiß Hauk.

Das Brüderpaar

Nach seinen fußballerischen Anfängen beim SV Palatia Contwig und beim TuS Winzeln spielte Simon Hauk von 2014 bis 2016 erstmals für den FKP, bevor er mit seinem Bruder in der C-Jugend nach Elversberg wechselte. In der Winterpause des zweiten A-Jugend-Jahrs ging es dann zurück nach Pirmasens, obwohl Hauk bereits einen Vertrag für die U21 in Elversberg, für die er als A-Junior schon zweimal in der Oberliga gegen Hertha Wiesbach und Wormatia Worms gespielt hatte, in der Tasche hatte. „Als klar war, dass wir das erklärte Ziel, den Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga, nicht mehr schaffen konnten, sollte in der Rückrunde der Fokus mehr auf den jüngeren Jahrgang gelegt werden. Wir hätten kaum mehr gespielt, und das wollten wir nicht“, erklärt Simon Hauk. Außerdem habe sich zunehmend der berufliche Weg herauskristallisiert, und auch deshalb sei eine Rückkehr sinnvoll gewesen.

Das operierte Knie macht dem Sportler nach eigenen Angaben keine Probleme mehr: „Die Gefahr, dass etwas passiert, besteht immer. Aber ich spiele wieder mit vollem Vertrauen und Überzeugung Fußball.“ Und so gelangen ihm vorigen Sonntag denn auch die ersten Verbandsligatreffer. „Ein gutes Erlebnis, aber leider gab es keine Punkte dafür“, bedauert Hauk die 3:4-Niederlage beim FC Bienwald Kandel. Zum Heimspiel am Sonntag (14.30 Uhr) gegen den TB Jahn Zeiskam merkt er an: „Die zuletzt begangenen Fehler müssen wir natürlich abstellen. In der Liga kann jeder jeden schlagen. Da ist die Tagesform ein wichtiger Faktor.“

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