Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Sieben neue Ehrenamtskarten

Ausgezeichnet für ihren Einsatz im AWO Seniorenheim Johanna Stein (von links): Willi Bruder, Hannelore Neuheisel, Kerstin Maurer
Ausgezeichnet für ihren Einsatz im AWO Seniorenheim Johanna Stein (von links): Willi Bruder, Hannelore Neuheisel, Kerstin Maurer, Günter Hohlweg, Wolfgang Bath, Hans-Joachim Wölfel und Christiane Klein.

Weitere vier Männer und drei Frauen haben die Ehrenamtskarte erhalten, weil sie sich in ihrer Freizeit in sozialen Bereichen engagieren. Oberbürgermeister Markus Zwick würdigte ihren Einsatz insbesondere auch für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Alle sieben Neuzugänge engagieren sich im AWO Seniorenhaus Johanna Stein – im Quatsch Café, das alle zwei Wochen stattfindet, in der Modellbaugruppe oder sie besuchen einfach die Bewohner des Hauses, damit diese weniger einsam sind. Die Ehrenamtskarte bekommen sie als Wertschätzung für ihren Einsatz und ihre Hilfsbereitschaft verliehen – und weil die Stadt sie als besondere Menschen sieht, betont Oberbürgermeister Markus Zwick.

Gerade Pirmasens stehe im Bereich Kinder und Senioren vor großen Herausforderungen, die die Stadt allein mit hauptamtlichen Kräften nicht stemmen könnte. Aber nicht jeder bekommt die Ehrenamtskarte. Der Einsatz müsse unentgeltlich und kontinuierlich sein, erklärt der OB. Wer die Karte haben will, muss mindestens 14 Jahre alt sein und mindestens fünf Stunden pro Woche im Einsatz sein. Das sind 250 Stunden im Jahr. Dabei zählen alle Formen von freiwilligen, gemeinwohlorientierten Tätigkeiten. Diese könne in Vereinen, Verbänden, Kirchen, Stiftungen, Initiativen, Freiwilligendiensten oder Selbsthilfegruppen sein. Seit 2018 kann man die Ehrenamtskarte in Pirmasens verliehen bekommen. Insgesamt gebe es 133 Pirmasenser, die bereits mit der Karte ausgezeichnet wurden – plus die sieben Neuzugänge.

Bewohner im Seniorenhaus sind keine Bedürftigen

„Die Kommunikation ist ein wichtiger Faktor, der nicht zu kurz kommen darf“, betont Christiane Klein, die die Bewohner vom Seniorenhaus Johanna Stein nicht als Bedürftige sieht, sondern mit ihnen einen freundschaftlichen Umgang pflegt. Die 68-Jährige engagiert sich in der Modellbaugruppe, mit der sie gerade das Osterthema abgehakt hat, ist aber auch im Quatsch Café aktiv und unterstützt das Haus bei Festen und Veranstaltungen. Auf 554 Stunden kommt sie dabei jährlich. Dafür bekommt sie die Ehrenamtskarte, die Pirmasens als 123. Kommune in Rheinland-Pfalz vergibt. Im Haus am Berliner Ring ist Christiane Klein aber viel öfter präsent. Denn dort bietet sie heilpädagogischen Tanz an, um die Senioren beweglich zu halten.

„Wir beginnen schon damit, die Weihnachtspyramide zu bauen“, erzählt Hans-Joachim Wölfel von der Modellbaugruppe. Das sei gar nicht verwunderlich, denn die solle 1,70 Meter hoch werden. Der 79-Jährige besucht aber auch einzelne Bewohner im Heim und hilft bei Aktivitäten. Das tut er durchschnittlich 424 Stunden im Jahr.

900 Stunden pro Jahr im ehrenamtlichen Einsatz

Günter Hohlweg ist mit 91 Jahren der Älteste unter den Ausgezeichneten. Er sei ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass auch Senioren anderen Senioren helfen können, findet OB Zwick. Auch Hohlwegs Steckenpferd im Seniorenhaus ist der Modellbau, zu dem sich die Gruppe jeden Montag trifft. Sein Zeitaufwand beträgt 426 Stunden im Jahr.

Wolfgang Bath unterhält die Senioren bei der AWO mit seiner Gitarrenmusik und das mindestens zwei Mal die Woche. Der 72-Jährige besucht aber auch einzelne Bewohner und kommt auf 618 Stunden im Jahr.

Hannelore Neuheisel ist die unbestrittene Spitzenreiterin, was den zeitlichen Einsatz angeht. Fast 900 Stunden jährlich investiert sie in ihr bürgerschaftliches Engagement, mit dem sie Brücken zwischen verschiedenen Lebenswelten baut. Die 67-jährige Pirmasenserin ist für einzelne Bewohner des Hauses da, kauft für diese ein oder begleitet sie nach draußen, wenn das jemand wünscht. Auch beim Quatsch Café ist sie dabei.

Kleine Vergünstigungen sind der Lohn

Kerstin Mauer ist mit 56 Jahren die Jüngste unter den Ausgezeichneten. Sie ist rundum aktiv im Seniorenheim Johanna Stein. Sie unterstützt die Modellbaugruppe, engagiert sich bei Aktivitäten und Festen und kümmert sich um einzelne Bewohner. Auch der 77-jährige Willi Bruder ist beim Quatsch Café dabei und hilft bei Festen und Veranstaltungen. Er kommt auf 328 Stunden Einsatz im Jahr.

Mit der Ehrenamtskarte können die Ausgezeichneten alle angebotenen Vergünstigungen in den teilnehmenden Kreisen und Städten nutzen. So gibt es für den Eintritt ins Dynamikum oder das Forum Alte Post Rabatt.

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