Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SG Weselberg/Linden ist das beste B-Klasse-Team im Südwesten

Der Meister der Fußball-B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West 2023/24, die SG Weselberg/Linden: (hintere Reihe von links) der Vors
Der Meister der Fußball-B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West 2023/24, die SG Weselberg/Linden: (hintere Reihe von links) der Vorsitzende des FV Linden, Thomas Brämer, Spielleiter Wendelin Bold, Spielleiter Volker Reinig, Nikolai Lutz, Attila Baum, Tim Lutz, Niklas Bold, Fabian Baumann, Paul Lutz, Ferdinand Ripperger, Cedric Lanza, Trainer Denis Jung, Patrick Huffman, Andre Baque, Patrick Petry, (vordere Reihe) Julian Bold, Torhüter Simon Rommelfanger, Dominic Lutz, der mitspielende zweite Vorsitzende des SC Weselberg, Markus Keßler, Julian Adrian, Marco Keßler, Elias Müller.

Die SG Weselberg/Linden verlor nur ihr Kerwespiel in der B-Klasse. Trainer Denis Jung hat quasi im zweiten Anlauf eine extrem stabile Elf geformt. Der ganz große Wurf wurde nur knapp verpasst.

Allein die Zahlen lesen sich fantastisch: 29 von 30 Spielen gewonnen und somit satte 87 von 90 möglichen Punkten eingeheimst, dabei mit 150 geschossenen Toren und nur 16 Gegentreffern das beste Torverhältnis aller Herrenteams im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken erzielt. Keine andere B-Klasse-Mannschaft im Südwestdeutschen Fußballverband hatte in der abgelaufenen Saison eine bessere Ausbeute. Klar, dass da für die SG Weselberg/Linden der Meistertitel in der B-Klasse West rausspringen musste. Und die Spielgemeinschaft von der Sickingerhöhe sicherte sich zudem die Fairplay-Wertung ihrer Klasse mit großem Vorsprung auf den Zweitplatzierten, den SSV Höheinöd.

„Nur das Tüpfelchen auf dem i fehlte noch“, resümiert der mitspielende zweite Vorsitzende des SC Weselberg, Markus Kessler. Das wäre dann der Kreispokalsieg gewesen. Doch das Team um Trainer Denis Jung verlor das Finale vor 1000 Zuschauern in Waldfischbach mit 0:2 gegen den FC Rodalben, den Meister der A-Klasse.

Zu-, ab- und zugesagt

Dabei hatte alles sehr holprig begonnen. Zunächst hatte Trainer Jung zugesagt gehabt, die in der Landesliga eingruppierten Weselberger zu trainieren. Dann zog Weselberg seine erste Mannschaft aus der Landesliga zurück und stellte nur noch ein Team für die B-Klasse, wo bisher die zweite Garnitur am Ball. Jung zog daraufhin seine Zusage zurück. Nach einer erneuten Anfrage sagte Jung dann doch zu, die eine Saison zuvor gegründete Spielgemeinschaft Weselbergs mit Linden in der B-Klasse zu coachen.

„Ich hatte eine große Liste mit Namen, die ich nicht kannte“, erzählt Jung rückblickend. Es galt aus dem „Fundus“ eine stabile Mannschaft zu formen. Gleichwohl habe er früh erkannt: „In dieser Mannschaft steckt Potenzial.“ Testspiele gegen höherklassige Teams wurden gewonnen. Und weil einige Spieler bereits in der Landesliga gekickt hatten, „lastete ein riesiger Druck auf der Mannschaft“, blickt Jung zurück.

Alles auf den Prüfstand

Der Start in die Saison war perfekt: Dem 2:0 gegen den in der Saison zuvor beinahe aufgestiegenen SV Großsteinhausen folgte ein 11:1 in Bottenbach und ein 16:0 gegen den Pirmasenser Sportverein. Doch dann folgte im Kerwespiel beim SV Hermersberg II eine 0:1-Niederlage. Alles stand auf dem Prüfstand. Doch die SG ließ sich nicht beeindrucken. In sämtlichen weiteren Begegnungen wurde ein Dreier eingefahren.

„Die meisten Teams spielten gegen uns aus einer sehr massiven Abwehr. Doch wir setzten uns immer wieder durch, manchmal sehr knapp, zuweilen auch mit Glück“, berichtet Jung. Stolz ist er darauf, dass sich seine Mannschaft dreimal (zweimal in der Meisterschaftsrunde und einmal im Pokal) gegen den starken Vizemeister TSC Zweibrücken II durchgesetzt hat.

Zwei Brüder als Rückhalt

Mit „Wolle“ Rommelfanger habe er einen „positiv verrückten Typ und verlässlichen Rückhalt“ im Tor gehabt, beginnt Jung mit der Vorstellung seines Meisterkaders. Mit den Brüdern Marco und Markus Kessler stabilisierten landesligaerfahrene Akteure die Defensive. Marco besteche durch sein „überragendes Zweikampfverhalten“ und habe „Woche für Woche gezeigt, dass er ein hundertprozentiger Weselberger ist“; Markus sei auf der Sechserposition ein Laufwunder und wisse, wo des Gegners Tor steht. Er erzielte wie sein Bruder zehn Treffer. Als „verlässlich, fleißig, zweikampfstark und konstant“ beschreibt Jung die Abwehrleute Niklas Bold, Andre Baque, Elias Müller und Paul Lutz. Neben Markus Kessler agierte Dominik Lutz sehr zuverlässig auf der Sechs.

Und dann war da noch Jascha Conzelmann. Ein Fußballer, wie ihn sich jeder Trainer wünscht: schnell, technisch stark, mit Übersicht, variabel, defensiv mitarbeitend, ein Regisseur auf dem grünen Karree und extrem torgefährlich (36 Tore in 24 Spielen). „Ein Topmann“, schwärmt Jung von dem ehemaligen Oberligastürmer des FK Pirmasens.

Kleiner Kader

Mit Julian Bold (34 Tore) und Tim Lutz (23 Tore) waren die Außen der SG optimal besetzt. Patrick Huffmann sei der Kicker mit „dem größten brach liegenden Potenzial“ gewesen. Gleichwohl „durfte nicht viel passieren, denn unser Kader war schmal“, weiß Jung, der in der kommenden Saison als Co-Trainer des Verbandsligisten FK Pirmasens II weitermacht. „Wir hatten 13 bis 15 gute Spieler und einige auf Standby.“ Die SG müsse hier nachlegen.

Große Unterstützung

Es sei indes bemerkenswert, wie die Kicker aus den etwa zehn Kilometer getrennten Ortschaften Weselberg und Linden zu einer homogenen Mannschaft zusammengewachsen seien. Und gleich, wo die Heimspiele ausgetragen worden seien, die Unterstützung sei riesig gewesen. Thomas Brämer sei für Linden ein „Top-Ansprechpartner“ gewesen. Mit Volker Reinig und Wendelin Bold verfügte die SG über zwei ausgezeichnete Ex-Fußballer als Spielleiter. Jung: „Sie waren eng bei der Mannschaft.“

In der kommenden Saison übernimmt Conzelmann von Jung die Trainerposition. Vorstandsmitglied Kessler zeigt sich optimistisch, „dass wir auch in der A-Klasse eine schlagkräftige Truppe zusammen haben werden“. Keßler: „Uns ist nicht Angst und Bange vor der neuen Aufgabe.“

DER MEISTERKADER

  • Torhüter: Simon Rommelfanger (29 Jahre/24 Einsätze/0 Tore), Nils Richtscheid (23/8/0), Daniel Kläs (32/3/0)
  • Abwehr: Elias Müller (23/29/0), Niklas Bold (22/29/4), Marco Keßler (28/27/10), Paul Lutz (22/23/0), Andre Baque (27/26/1), Benjamin Walch (30/14/3), Patrick Petry (36/6/0), Julian Adrian (31/11/0), Timo Helfrich (32/1/0)
  • Mittelfeld: Markus Keßler (32/28/10), Dominic Lutz (27/24/3), Cedric Lanza (26/5/0), Ferdinand Ripperger (23/15/2), Attila Baum (38/5/1), Fabian Baumann (29/15/6), Philip Schmenger (22/12/1), Wendelin Bold (55/1/0), Nikolai Lutz (31/2/0)
  • Angriff: Julian Bold (27/29/34), Jascha Conzelmann (32/24/36), Tim Lutz (25/28/23), Patrick Huffman (25/27/11), Marc Ziegler (31/2/1), Tim Richtscheid (28/5/2), Franz Höh (27/3/1), Alexander Baumann (22/3/0).
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