Pirmasens
„Schulzentrum Nord“ kommt – in zwei Schritten
Die von der Heinrich-Kimmle-Stiftung betriebene Pirminiusschule platzt aus allen Nähten – und das nicht erst seit heute. Schon vor fünf Jahren wurde der Platzbedarf der Sonderschule überprüft und festgestellt, dass bei damals 144 Schülern 1500 Quadratmetern an Fläche fehlen. Als Provisorium wurden zwischenzeitlich Schulcontainer aufgestellt, die aber keine Dauerlösung sein können und sollen. Vor allem auch deshalb nicht, weil der Platzbedarf weiter wächst: Bis 2034/35 wird von bis zu 190 Schülern ausgegangen.
Die Konsequenz: Die Förderschule muss erweitert werden. Dafür wurden fünf Alternativen durch das „Planungsteam Südwest“ untersucht. Ein Neubau auf dem Gelände der benachbarten Husterhöhschule hat sich als wirtschaftlichste Lösung herauskristallisiert – ausgelegt auf 190 Schüler in 24 Klassen. Dieser Grundsatzplanung stimmte, nachdem der Kreistag schon am 5. November grünes Licht gegeben hat, am vergangenen Montag nun der Stadtrat zu – und auch die Heinrich-Kimmle-Stiftung als Schulträger geht den Weg mit. Finanziert wird der Schulbau von Stadt und Landkreis, aus deren Gebiet die Schüler kommen, mit Landesförderung.
Neue Mensa soll gemeinsam genutzt werden
Der Neubau-Standort wurde mit Bedacht gewählt: Denn über eine ebenfalls zu bauende Mensa soll die neue Pirminiusschule mit der bestehenden Husterhöhschule verbunden werden – diese soll von beiden Schulen abwechselnd oder gemeinsam genutzt werden. Auch die Außenanlagen sollen beiden Schulen zur Verfügung stehen. Damit soll das „Schulzentrum Nord“ auf der Husterhöhe entstehen.
A propos Husterhöhschule: Nachdem die Landgraf-Ludwig-Realschule plus in der Alleestraße saniert ist, sind am 6. Dezember vergangenen Jahres deren Schüler ab der Jahrgangsstufe acht von der Husterhöhe in die Innenstadt umgesiedelt. Wenn die neue Nagelschmiedsbergschule als zweiter Standort der Realschule plus in einigen Jahren gebaut ist, kehren auch die Schüler der fünften bis siebten Klasse in die Alleestraße zurück. Auf der Husterhöhe bleibt nur noch eine zweizügige Grundschule – deren Gebäude dann aber für die Zukunft fit gemacht werden muss.
Generalsanierung und Teilabriss für Grundschule
Wie geht es dann mit dem Husterhöh-Schulgebäude weiter? Im Stadtrat machte Bürgermeister Michael Maas deutlich, dass er nicht von Abriss und Neubau ausgeht, sondern einer Generalsanierung und einem Teilabriss. Dass der Weg in diese Richtung geht, habe seinen Grund im Denkmalschutz. Denn im hinteren Gebäudeteil gebe es einige schützenswerte Wandgestaltungen und -malereien, etwa an der Turnhalle. Die Überlegungen sehen vor, so Maas, dass das Schulgebäude vorne an der Husterhöhstraße – weil ohne Wandkunst – abgerissen wird, während die hinteren Gebäude saniert werden. Wegen der geringeren Schülerzahl reiche dieser Platz auch.
Weil mit der Modernisierung der Husterhöhschule aber gewartet werden muss, bis die Schüler der Landgraf-Ludwig-Realschule plus an den Nagelschmiedsberg ziehen, ergibt sich eine außergewöhnliche Situation für den Architektenwettbewerb, der für das „Schulzentrum Nord“ ausgeschrieben wird: Dessen Vorgaben sehen nämlich vor, dass die Wettbewerbsteilnehmer zwar das Schulzentrum planen und konkrete Vorschläge für den Neubau der Pirminiusschule samt Mensa machen sollen – der Siegerentwurf wird direkt realisiert. Für die Husterhöh-Grundschule dagegen sollen lediglich Ideen entwickelt werden, wie eine Generalsanierung aussehen könnte – mit der Umsetzung muss aber bis nach dem Auszug der Realschüler gewartet werden.