Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SC Hauenstein gegen SV Hinterweidenthal: Aus dem Unglücksraben wird der Matchwinner

Erzielte zwei Tore und bereitete einen Treffer vor: SCH-Spielertrainer Niklas Kupper (in Weiß), der hier Hinterweidenthals Routi
Erzielte zwei Tore und bereitete einen Treffer vor: SCH-Spielertrainer Niklas Kupper (in Weiß), der hier Hinterweidenthals Routinier Michael Helfrich überläuft.

Im Landesliga-Wasgauderby, das zugleich ein Spitzenspiel war, lag Tabellenführer SC Hauenstein gegen den bis dato auf Rang drei liegenden SV Hinterweidenthal mit 0:1 zurück, spielte bereits über eine halbe Stunde in Unterzahl und hatte einen Elfer verschossen. Doch am Ende siegte der Sportclub vor 450 Zuschauern noch mit 3:1.

„Unsere erste Hälfte war eine Katastrophe, mein Strafstoß war eine Katastrophe. Aber was die Mannschaft in Unterzahl mit dem Pokalspiel vor zwei Tagen in den Beinen in der zweiten Halbzeit abgerissen hat, war überragend.“ So kommentierte Niklas Kupper, der Spielertrainer des Fußball-Landesligisten SC Hauenstein, das 3:1 (0:1) seiner Mannschaft im Topspiel vor 450 Zuschauern gegen den SV Hinterweidenthal. Der ehemalige Oberligastürmer wurde nach seinem vergebenen Strafstoß im ersten Durchgang mit zwei Toren und einer Torvorlage in der zweiten Hälfte noch zum „Matchwinner“. Nach dem verschossenen Elfer habe ihn das Team in der Pause wieder aufgebaut, erzählte Kupper.

Rote Karte für Gräfe

Für Spitzenreiter Hauenstein begann das Derby gegen den Tabellendritten ganz schlecht. Bereits in der zwölften Minute sah SCH-Torhüter Hendrik Gräfe die Rote Karte. Er hatte im Rückwärtslaufen außerhalb seines Strafraums den Schuss von SVH-Angreifer David Schneider mit der Hand geklärt. „Eine schwierige Situation. Das war ein Reflex von Hendrik. Da gibt es von mir keinen Vorwurf“, betonte Trainer Kupper. Für Gräfe ging dann trotz seiner Knieverletzung Kevin Jung ins Hauensteiner Tor – Linksaußen Tim Scherer musste für ihn vom Feld.

Und Kevin Jung, übrigens der Cousin des Hinterweidenthaler Torstehers Jonas Jung, musste bereits zwölf Minuten nach seiner Hereinnahme hinter sich greifen. Schneider spielte SCH-Innenverteidiger Philipp Weishaar aus und brachte anschließend auch den Ball an Jung vorbei im Hauensteiner Tor unter. Der Spitzenreiter spielte in dieser Phase ohne Elan.

Jonas Jung hält den Elfer

Trotzdem ergab sich nur fünf Minuten nach dem 0:1 die Möglichkeit zum Ausgleich. Hinterweidenthals Kapitän Kim-Dan Schenk rempelte SCH-Spielführer Christof Seibel im Strafraum. Der direkt daneben stehende Oberliga-Schiedsrichter Jan-Vincent Ritter, drei Tage zuvor noch Referee bei FK Pirmasens gegen Wormatia Worms, erkannte sofort auf Elfmeter. Doch Kupper scheiterte zunächst an Torwart Jonas Jung und traf beim Nachschuss nur die Latte.

Kurz vor dem Seitenwechsel räumte Hauensteins Leon Schehl SVH-Spielertrainer Daniel Tretter an der Außenlinie ab und sah dafür die Gelbe Karte. Tretter versuchte es zwar noch bis zur Pause, musste aber in der Halbzeit mit dickem Knöchel und blutender Wunde am Fuß passen. „Für mich war das eine Rote Karte“, sagte Tretter nach dem Spiel, bekannte aber auch: „Der Schiri war an der Niederlage ganz sicher nicht schuld. In der ersten Hälfte haben wir es ordentlich gemacht. Im zweiten Durchgang haben wir zu wenig investiert und – auch bedingt durch die Wechsel – die Ordnung verloren. Deshalb hatten wir es heute auch nicht verdient. Aber: null Vorwurf an das Team, das bis dahin Großes geleistet hat.“

Tretter fehlt

Mit Tretters Ausfall waren die Gäste ihres Strategen und Taktgebers beraubt. Was in der ersten Halbzeit gut war, lief im zweiten Abschnitt nicht mehr. Nun war Hinterweidenthal zu passiv. Eine Standardsituation brachte das 1:1. Nach Foul an Yannick Roth setzte Kupper den fälligen Freistoß von halbrechts aus 18 Metern zum Ausgleich in die Maschen.

Der Sportclub wechselte frische Kräfte ein. Angetrieben von Maximilian Seibel und vom pfeilschnellen Tim Keiser drängten die Platzherren auch in Unterzahl auf drei Punkte. Nach 79 Minuten erkämpfte sich Kupper fast auf der Torauslinie den Ball. Seine Hereingabe fand Luca Schmidt, der sich gegen Dominic Kessler durchsetzte und zum 2:1 traf. Hinterweidenthals kopfballstarker Kapitän Schenk ging nun in die Sturmspitze. Eine Torchance sollte sich aber für den SVH nicht mehr ergeben.

Spätes 3:1

In der Nachspielzeit trickste Keiser an der Eckfahne den bis dahin ordentlich spielenden Robin Tretter aus, lief in den Strafraum und bediente den am langen Pfosten lauernden Kupper. Dieser kontrollierte mit aller Ruhe den Ball und überwand Jung mit einem platzierten Schuss ins lange Eck.

SO SPIELTEN SIE

SC Hauenstein: Gräfe - Roth, Weishaar, Christof Seibel, Veith - Kästner (73. Maximilian Seibel), Stanjek - Kupper, Schehl (89. Rabahi), Scherer (13. Kevin Jung) - Schmidt (81. Tim Keiser)

SV Hinterweidenthal: Jonas Jung - Helfrich, Robin Tretter, Schenk, Hirschinger - Daniel Tretter (46. Kessler), David Schäfer - Schiefer, Singer, Schweitzer (83. Schröder) - Schneider

Tore: 0:1 Schneider (25.), 1:1 Kupper (66.), 2:1 Schmidt (79.), 3:1 Kupper (90.+3) - Gelbe Karten: Schehl - Hirschinger, Mangold, Schäfer, Schiefer, Daniel Tretter - Rote Karte: Gräfe (12.) - Beste Spieler: Kupper, Stanjek, Veith - Helfrich, Hirschinger, Schneider - Zuschauer: 450 - Schiedsrichter: Ritter (TuS Münchweiler-Alsenz).

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