Pirmasens
Sagen Sie jetzt nichts: Herr Weber, was begeistert Sie an der Kirchenorgel?
Man tritt Klaus Weber sicherlich nicht zu nahe, wenn man ihn als bodenständig bezeichnet. Bodenständig, allerdings nicht im Sinne von hinterwäldlerisch oder gar von gestern. Nein, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land ist eher der Typus Politiker, der sich nicht für etwas Besseres hält, nur weil ihm die Wähler ein Amt verliehen haben.
Der CDU-Mann regiert seit 2022 im Rathaus in der Bahnhofstraße. Seitdem ist es dort auffallend ruhiger geworden. Die Verwaltung scheint zu funktionieren und arbeitet geräuschlos. Deutlich ruhiger wurde es auch im Verbandsgemeinderat. Unter Webers Vorgängerin flogen dort bisweilen die Fetzen.
Der Christdemokrat ist bei Vertretern anderer Parteien ein akzeptierter Gesprächspartner. Er gilt als einer, der weiß, wovon er spricht. Dabei kommen ihm zwei Dinge zu Gute. Erstens: seine Arbeit in der Kreisverwaltung, wo er das Handwerk der Verwaltung lernte, bevor er den Bürgermeisterstuhl übernahm. Zweitens: seine Erfahrung als Ortsbürgermeister in seiner Heimatgemeinde Bottenbach. Hier erfuhr und erfährt er weiterhin aus erster Hand, was es heißt, ehrenamtlich in der Kommunalpolitik Verantwortung zu tragen.
Stichwort bodenständig: Wer Klaus Weber in der Mittagspause sucht, findet ihn eher nicht in einem Restaurant der gehobenen Kategorie. Dafür trifft man ihn immer mal wieder mit Mitarbeitern anderer Behörden in einem der Dönerlokale in Pirmasens.
Zur Serie
„Der Worte sind genug gewechselt“, heißt es bei Goethe. Während der Dichter jedoch Taten fordert, hat die RHEINPFALZ Politiker aus der Südwestpfalz zu einem neuen Interviewformat gebeten. Gefragt sind Gestik und Mimik. Humor kann dabei nicht schaden. Die Idee dazu kommt vom „Magazin der Süddeutschen Zeitung“. Die Artikel in der RHEINPFALZ erscheinen rund um den Jahreswechsel.
