Pirmasens
Rave und Pflastermalerei der anderen Art: Das bietet der Tag des offenen Denkmals
Die Pirmasenser Denkmalpflegerin Anna Košar will den für junge Menschen wenig attraktiven Tag des offenen Denkmals ein bisschen entstauben. Deshalb wird am Samstagabend schon zusammen mit dem Musikclub „Lager 14“ von der Husterhöhe in den Tag des offenen Denkmals hineingefeiert. Um 20 Uhr startet in der früheren Pakethalle an der früheren Hauptpost ein Rave mit DJs und Tanz. Laut Košar soll es eine Veranstaltung sein, bei der auch junge Menschen, die noch keine 18 Jahre alt sind, kommen können. Entsprechend seien die Vorgaben an den Mitveranstalter angepasst worden. Der Rave sei auf 200 Personen beschränkt. Mit „Lager 14“ kämen Profis, die über die entsprechende Erfahrung und technische Ausstattung verfügten. Die Pakethalle, die in den kommenden Monaten zum Jugendhaus umgebaut wird, bietet sich wegen der großen Fläche von 700 Quadratmetern und der mehr als sechs Meter hohen Decke an. Der Rave soll erst gegen 2 Uhr am Sonntagmorgen enden.
„Ich will den Denkmalschutz in der Stadt neu aufrollen“, begründet Košar die Aktion mit dem Rave. Die Besucher sollen nicht theoretisch was lernen, sondern ein Denkmal von innen erleben. „Man hat nur Bezug zu einem Ort, wenn man damit ein Erlebnis verbindet“, findet sie. Bewusst werde am Samstag in der Pakethalle auf Infotafeln oder erklärende Flugblätter verzichtet. „Die Besucher sollen sich selbst dafür interessieren“, will Košar einen alternativen Weg für die Wissensvermittlung fern von Vorträgen und Symposien probieren.
Führungen in der Baustelle Neuffer-Villa
Passend dazu wird die Denkmalpflegerin zusammen mit der Heinrich-Kimmle-Stiftung am Sonntag von 11 bis 15 Uhr in der Fußgängerzone eine Pflastermalerei der anderen Art zum Mitmachen anbieten und selbst einen Workshop für „Urban Sketching“ veranstalten. Unter „Urban Sketching“ ist Zeichnen von Architektur vor Ort zu verstehen. In der Fußgängerzone wird es angeboten, weil die mit dem Schlossplatz zum Teil unter Denkmalschutz gestellt wurde. Pirmasens sei damit zum Vorzeigeort für Denkmalpfleger im ganzen Land geworden und Vorreiter für die Erhaltung der Postmoderne, erklärt Košar.
Ein weiterer Denkmalort, der nicht im offiziellen Programm des Landes zu finden ist, wird die Neuffer-Villa im gleichnamigen Park sein. Dort öffnet der Kunstverein Pirmasens, der inzwischen Eigentümer der Immobilie ist, die Tore, um das in der Sanierung befindliche Bauwerk zu zeigen. Es gibt zu jeder vollen Stunde von 11 bis 15 Uhr Führungen. Für Kinder ist ein Malprogramm vorgesehen.