Pirmasens „Politik ist mein Traumjob“

91-95994731.jpg

Letztens plauderte Thomas Weiner aus dem Nähkästchen: Als er mit 22 Jahren in den Stadtrat einstieg, dauerten die Sitzungen regelmäßig bis abends um neun Uhr oder später. Da hat dann der ein oder andere Kollege hinter seinem Rücken gelästert: „Der halt des kää Johr durch.“ Denkste. 37 Jahre hielt er durch und zudem noch 21 Jahre im rheinland-pfälzischen Landtag, wobei bemerkenswert ist, dass er in seinem Wahlkreis stets direkt gewählt wurde.

Nach 60 Jahren ist für ihn noch lange nicht Schluss auf dem politischen Parkett. „Im Zeitalter der Rente mit 67 ist das beim 60. für mich kein Thema. Ich würde sagen, 60 ist das neue 50. Ich fühle mich keineswegs ausgelaugt, sondern fit für weitere Herausforderungen. Politik war und ist immer noch mein Traumjob.“ Mit 14 Jahren ist Weiner, der heute seinen 60. Geburtstag feiert, in die Junge Union eingetreten, Mitglied der CDU ist er seit 1976. In den Stadtrat zog er im März 1980 als Nachrücker für Eduard Wilhelm (Niedersimten) ein, der sein Mandat zurückgegeben hatte. Inzwischen ist er in der achten Wahlperiode und mit 37 Jahren Ratsarbeit der Dienstälteste. Aus dem Kommunalparlament wird Weiner demnächst ausscheiden (die RHEINPFALZ informierte). Sein Landtagsmandat bleibt von diesem Rücktritt unberührt. Weiner hat künftig aber nicht weniger Arbeit, sie verteilt sich nur anders. Denn durch die Vergrößerung des Wahlkreises um die Verbandsgemeinde Annweiler und insbesondere seit er mit dem Vorsitz des Ausschusses für Wirtschaft und Verkehr im Landtag eine wichtige Führungsaufgabe bekommen hat, wird er auch weiterhin viel Zeit und Energie benötigen. Dennoch: „Kommunalpolitik liegt mir auch weiterhin am Herzen“, sagt Weiner, der sich auch weiterhin beim Thema Stadtentwicklung einbringen will. Bei diesem Themenfeld hat er in der Vergangenheit schon viele Impulse gegeben, wie zum Beispiel die bei Regen ausrollbaren Segel in der Fußgängerzone. Außerdem habe er dabei mitgewirkt, dass es noch Messen in Pirmasens gibt, dass das Ärztehaus nicht auf der Husterhöhe, sondern in der Innenstadt gebaut wurde, dass Pirmasens eine Jugendherberge bekommt und, und, und. Der bloße Abnicker ist Weiner nie gewesen. Im Gegenteil hat er als kritischer Geist oftmals eine andere Position eingenommen und dafür gekämpft. So beispielsweise habe „ich vor dem Hintergrund von drei Jahrzehnten Erfahrung im Pirmasenser Immobilienwesen von Anfang an nicht an Koprians Luftschlösser (Stadtgalerie) geglaubt“. Stolz ist Weiner noch heute auf die Zeit, als die rote gegen die schwarze Fahne im Pirmasenser Rathaus getuscht wurde. Als er damals von der CDU zum Spitzenkandidat für die Kommunalwahl 1999 auf den Schild gehoben wurde, gelang es ihm mit einer neuartigen Wahlkampfkonzeption eine Wechselstimmung zu erzeugen, von der die Christdemokraten stark profitierten. Von 32 auf 47,8 Prozent legte die Partei in der Horebstadt zu. Mit den 22 Sitzen erreichte die CDU ihr bestes Ergebnis seit der Nachkriegszeit.

x