Pirmasens
Nach Antisemitismus-Aufschrei: Neuer Hugo-Ball-Preisträger steht fest
Der Hugo-Ball-Preis der Stadt Pirmasens wird alle drei Jahre verliehen. Bei der letzten Verleihung 2023 gab es einen Eklat, der deutschlandweit für Diskussionen in der Kulturszene sorgte. Damals hatte die Stadt die Künstlerin Hito Steyerl mit dem Preis ausgezeichnet. Allerdings lehnte die ab und wünschte sich eine Debatte über den Antisemtismus in den Werken von Hugo Ball (1886 bis 1927). Diese Diskussion wurde ausführlich geführt, unter anderem mit einer öffentlichen Veranstaltung in der Festhalle. Die Verantwortlichen einigten sich darauf, 2026 den Hugo-Ball-Preis erneut auszuloben.
Nun soll nach Informationen dieser Zeitung die Schriftstellerin Ilse Kilic die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten. Die 58-Jährige lebt in Österreich. In Wien betreibt sie eine Galerie für wohnzimmeristische Kunst und ein Glücksschweinmuseum. 2003 erschien das Lipogramm „Monikas Chaosprotokoll“, bei dem die Vokale E und U nicht verwendet werden – möglicherweise hätte Hugo Ball daran seine Freude gehabt. Der aus Pirmasens stammende Begründer des Dadaismus hatte bekanntermaßen ein Faible für Lautmalerei. Eines seiner berühmten Werke ist die „Karawane“. Der dadaistische Text kommt gänzlich ohne real existierende Worte aus und erschließt sich dem Leser und Zuhörer – bestenfalls – über die Klangpoesie.
