Pirmasens Morgen wird die Musik aus dem Museum befreit
Ein erfolgreicher Opernsänger verliert sein Augenlicht, stürzt ab, und kämpft sich aus dem Dunkel wieder zurück ins Leben. Um diese Geschichte, die auf einem wahren Kern beruht, entfalten Fabian Dobler und das Ensemble „Operassion“ mit „Comeback im Gegenlicht“ ein Opernerlebnis, das am morgigen Samstag, 20 Uhr, auf der Pirmasenser Festhallenbühne zu erleben ist.
„Ich glaube nicht an das Historische“ – das ist der Leitsatz, nach dem Fabian Dobler mit seinem Ensemble arbeitet. Sie holen klassisches Repertoire heraus aus dem Musealen und finden zu einer Interpretation, die dessen Relevanz im Hier und Jetzt aufzeigt, die das freilegt, was Musik für uns heute interessant macht. In den Hörern Emotionen zu wecken und diese verständlich zu machen, ist Doblers Ziel. Dafür nutzt er nicht nur musikalische Mittel, sondern setzt bewusst auf eine Anreicherung der Musik durch die visuelle Kraft von Kinobildern und die Wirkung einer packenden Geschichte. Und so wird „Comeback im Gegenlicht“ ein ungewöhnlicher Musik-Theater-Abend, der bekannte Opern-Höhepunkte, Lieder und Songs in neuem Licht erscheinen lässt. Dobler und das Ensemble „Operassion“ haben vor „Comeback im Gegenlicht“ auch schon mit Produktionen wie „Leporellos Tagebücher“ – einer von der Kritik hoch gelobten Adaption von Mozarts „Don Giovanni“ – oder „Romantik 2.0“ – einer fein abgestimmten musikalischen Collage aus Schubertliedern und Tango Nuevo – gezeigt, wie es klingen kann, wenn, so Dobler, „die Musik aus dem Museum befreit“ wird. Der Inhalt: Als der aufstrebende junge Opernstar Adrian Black sein Augenlicht zu verlieren beginnt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Zunächst gelingt es ihm noch, die Behinderung zu verstecken, doch nach einer beinahe verpatzten Premiere vertraut er sich seinem Studienfreund Robert Hartner an – und der verrät ihn. Auf Hartners vernichtende Kritik folgen öffentliche Demütigung, Entlassung, verschlossene Türen. Adrian verfällt in Depression, sein Leben scheint sinnlos geworden. Da schickt ihn sein Vater nach Europa. Fern vom amerikanischen Medienrummel soll Adrian bei einem Meisterkurs in Paris und auf einer Reise zu den schönsten Orten des Alten Europa Erinnerungen sammeln, bevor ihn sein Augenlicht ganz verlässt. Auch in Europa stößt Adrian bei den großen Opernhäusern und Agenten zunächst auf Ablehnung. Der Mut droht ihn zu verlassen, doch unter der Anleitung des berühmten Gesangslehrers Poiret, und mit Hilfe der jungen Sängerin Isabella lernt er, sich wieder für andere zu öffnen. Indem er Isabella unterrichtet, entdeckt er nach und nach auch wieder, wie er selbst mit seiner Stimme die Seele der Menschen berühren kann. Diese besondere Gabe ist es, die ihm letztlich zu seinem Comeback verhelfen soll. Doch bis dahin gilt es, einige Hindernisse zu überwinden