Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Minimalinvasiv, kombiniert, vernetzt: Medizin setzt auf Teamarbeit gegen Krebs

Chefarzt Peter Gassmann, Chirurg am Krankenhaus Pirmasens, Spricht beim Pirmasenser Krebstag zu neuen Verfahren bei Darmkrebsope
Chefarzt Peter Gassmann, Chirurg am Krankenhaus Pirmasens, Spricht beim Pirmasenser Krebstag zu neuen Verfahren bei Darmkrebsoperationen.

Zum achten Mal hat der Förderverein Patientenforum Städtisches Krankenhaus Pirmasens den Krebstag ausgerichtet. In der Wasgauhalle ging es um neue Behandlungsmethoden.

Im Zentrum der vierstündigen Veranstaltung haben die Fortschritte der Medizin im Kampf gegen Krebs gestanden. Die Moderation übernahmen der Pirmasenser Urologe Horst Brenneis, Mitorganisator des Krebstags, und Manfred Wachter, Chefarzt der Klinik für Urologie am Städtischen Krankenhaus Pirmasens.

Über neue Verfahren bei Darmkrebsoperationen sprach Peter Gassmann, Chefarzt der Viszeralchirurgie am Städtischen Krankenhaus Pirmasens. Er betonte, er könne nur für den operativen Teil sprechen; generell sei die Krebsbehandlung Teamarbeit von Chirurgie, Strahlentherapie und Onkologie, die nahtlos ineinandergreifen müsse. Im Darmzentrum am Städtischen Krankenhaus seien bereits über 190 Darmkrebsoperationen durchgeführt worden.

Standard ist inzwischen die minimalinvasive Chirurgie über kleine Schnitte in der Bauchdecke. Die Sorge, ein Eingriff am Enddarm ende mit einem künstlichen Ausgang, kann oft durch spezielle Operationstechniken entkräftet werden, da sich der Schließmuskel häufig erhalten lässt.

Strahlentherapie direkt vor Ort

Ein modernes Zentrum für Strahlentherapie ist in Pirmasens direkt neben dem Krankenhaus entstanden. Es wird vom Strahlentherapeuten Adrian Staab geleitet. Beim Krebstag sprang für ihn Eva Holzhäuser ein. Die Fachärztin für Strahlentherapie und medikamentöse Tumortherapie, die gemeinsam mit Staab das Zentrum für Strahlentherapie Bad Kreuznach leitet, gab Einblicke in neue Methoden. So lässt sich durch die Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie ein Tumor im Enddarm verkleinern, um ihn besser operieren und oft Schließmuskel und Kontinenz erhalten zu können.

Bei Brustkrebs sind Metastasen gefürchtet, die früher meist eine Chemotherapie erforderlich machten. Über die Möglichkeiten, diese durch neue Medikamente zu ersetzen, referierte Huschmand Nia von der Abteilung Gynäkologische Onkologie am Krankenhaus.

Früherkennung für Männer

Ein weiteres Thema war die Früherkennung von Prostatakrebs. Urologie-Chefarzt Manfred Wachter erläuterte, welche Untersuchungen bei diesen häufigen, gut behandelbaren Tumoren sinnvoll sind – auch mit Blick auf die viel diskutierten Leitlinien im vergangenen Jahr. Er plädierte trotz möglicher Zuzahlungen für den PSA-Bluttest für eine jährliche Prostata-Untersuchung im fortgeschrittenen Alter.

Die moderne Krebstherapie erfordert das Miteinander von Klinik- und Praxisärzten, Pflegeteams und Selbsthilfegruppen. Das unterstrichen auch die Vorträge des Teams des Pflegestützpunkts Pirmasens und von Stefan Klees, Psychoonkologe bei der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz. Viele Interessierte nutzten im Anschluss die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit den Referentinnen und Referenten und informierten sich an Ständen der begleitenden Ausstellung.

Großes Interesse am Krebstag

Die Organisatoren zogen ein positives Fazit. Der starke Zuspruch belege das große Interesse am Thema, sagte Brenneis. Rigo Meyer, Vorsitzender des Patientenforums, das den Pirmasenser Krebstag initiiert hat, verwies darauf, dass sich das Patientenforum seit gut 20 Jahren dem Thema Krebserkrankungen widmet. Zugleich habe sich die Einsicht durchgesetzt, Patientinnen und Patienten über eine Heilung hinaus länger zu begleiten.

Ein Angebot des Patientenforums ist das Onko-Café als Treffpunkt für onkologische Patientinnen und Patienten, Angehörige und Interessierte. Der nächste Termin ist am Sonntag, 15. Juni, ab 9 Uhr im Konferenzraum neben der Cafeteria.

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