Pirmasens
Medizinische Studie: Angehender Arzt aus Kröppen ist Leber-Leiden auf der Spur
Der Kröppener Medizinstudent Ralph Andreas möchte die Pirmasenser einladen, an einer klinischen Studie teilzunehmen, anhand derer man erkennen kann, ob jemand eine Fettleber hat. „Prävalenz von fortgeschrittener Fibrose in der Bevölkerung“, so ist das wissenschaftliche Erkenntnisinteresse formuliert. Mit anderen Worten: Wie hoch ist der Anteil der daran erkrankten Personen in der Gesamtbevölkerung: Das lässt sich aus den Studienergebnissen hochrechnen. Die Studie richtet den Blick auf den Bevölkerungsanteil der Über-40-Jährigen.
250 bis 500 Probanden wünscht sich der angehende Mediziner für das Projekt in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Mainz. Anhand der Ergebnisse will er seine Doktorarbeit verfassen.
Erste Gewissheit in weniger als fünf Minuten
Die Untersuchung wird mit einer ultraschall-basierten Technik vorgenommen. Wer teilnimmt, bekommt gratis den Blutdruck gemessen, den Umfang von Bauch und Hüfte ermittelt sowie Blut abgenommen, um die Leberwerte zu kontrollieren, erklärt der Medizinstudent, der aktuell im achten Semester ist. Alles andere mache ein Spezialgerät, das die Dichte der Leber misst und erkennt, ob das Organ bereits verfettet oder narbig umgebaut ist, erklärt Andreas, der selbst lediglich ein vibrierendes Knöpfchen bedient, damit das Gerät einen Impuls abgeben kann.
In weniger als fünf Minuten habe der Proband Gewissheit über den Zustand seiner Leber. Wenn durch den Scan eine Auffälligkeit zu Tage tritt, bekommt der Betreffende direkt Rückmeldung durch ihn sowie nach wenigen Tagen eine Untersuchung vor Ort durch den Studienleiter, den Mainzer Professor Jörn Schattenberg, erklärt Andreas das Prozedere.
Ernährungsberatung soll mit einfließen
Um was es geht? Die Bevölkerung über 40 Jahren soll auf unbekannte oder unentdeckte Lebererkrankungen hin untersucht werden. Daher könne nur teilnehmen, wer noch keine bekannte Lebererkrankung habe, erzählt Andreas. „Wir wollen entdecken, ob bei Leuten, die gesund erscheinen, unentdeckte Erkrankungen im Hintergrund sind“, erklärt der angehende Arzt, der plant, die Untersuchung mit einer kurzen Lebens- und Ernährungsberatung zu verbinden.
Wie ernähren sich die Leute? Machen sie Sport? Trinken sie Alkohol? Essen sie viel Fett? Mit den Untersuchungsergebnissen sowie dem Gewicht, der Größe und den Lebensgewohnheiten des Probanden ergebe sich ein aussagekräftiges Bild. Untersucht werde nach unterschiedlichen Kriterien, erklärt Andreas weiter. Er sei für die Landbevölkerung zuständig, andere Kommilitonen hätten sich in Zahnarztpraxen oder in chemieverarbeitenden Betrieben angekündigt.
Europaweit beteiligen sich Studenten an der Studie
An acht Studienzentren werden europaweit Daten erhoben, darunter zum Beispiel, wie hoch der Prozentsatz der Bevölkerung ist, der Probleme mit der Leber hat. Wissenschaftler in Spanien, Frankreich, Dänemark, Niederlande, England und Italien sind beteiligt. Die genaue Fragestellung ergebe sich allerdings erst zum Schluss, sagt Andreas. Dann, wenn die zahlreichen beteiligten Studenten mit der Studie fertig sind.
Andreas’ Anliegen ist, das Projekt in der Südwestpfalz bekannt zu machen, damit die Menschen hier mitmachen können. Deshalb bietet er die Untersuchungen in Pirmasens an. Immerhin möchte er nach dem Studium zurück in die Heimat und will, dass die Menschen hier von seiner Arbeit profitieren.
Untersucht wird in der Notdienstzentrale
Auch Oberbürgermeister Markus Zwick ließ sich nach der Präsentation des Geräts in der Notdienstzentrale in der Pettenkofer Straße untersuchen. Das Ergebnis will er aber nicht verraten. Wahrscheinlich werden auch die weiteren Untersuchungen in der Notdienstzentrale stattfinden, wenn der Andrang nicht zu groß wird.
Info
Wer an einer Untersuchung interessiert ist, kann sich unter der E-Mail-Adresse ralph.andreas@gast.unimedizin-mainz.de an Ralph Andreas direkt wenden. Die Möglichkeit zur Teilnahme besteht bis Herbst.