Pirmasens Mahlzeit geht schnell zu Ende

Auf dem Restaurant im Rheinberger scheint ein Fluch zu lasten. Der vierte Pächter innerhalb von sechs Jahren gibt zum Monatsende nach nur neun Monaten auf. „Die DSG Catering GmbH stellt den Betrieb des Restaurants Mahlzeit ein“, ließ der DSG-Verantwortliche Robert Claussen per Mail wissen. Als Grund für das Ende gab Claussen behördliche Auflagen an, die eine wirtschaftliche Nutzung der Küche des Restaurants als Großküche nicht erlaubt habe.
Das Restaurant war erst im August vergangenen Jahres in Betrieb genommen worden. Die in Kaiserslautern sitzende DSG Catering GmbH hatte nach eigenen Angaben rund 70.000 Euro in den Umbau investiert. Im Innern gab es 80 Sitzplätze plus den Loungebereich im früheren Turbinenraum. Mit einer pfälzisch-italienischen Speisekarte wollte Claussen den Spagat schaffen und einerseits das preisbewusste Familienpublikum des Dynamikums zufriedenstellen und gleichzeitig Pirmasenser Restaurantbesucher anlocken. „Schnickschnack“ wollte Claussen nicht auf der Speisekarte haben. Eine neue Bestuhlung und Dekoration sollte das im Parterre gelegene Restaurant angenehm gestalten. Die DSG Catering GmbH betreibt weiterhin die Gastronomie in der Mensa der Fachhochschule auf der Husterhöhe und beliefert diverse Pirmasenser Schulen und Kindergärten mit Mittagessen. Das Unternehmen versteht sich als Caterer, also Essensservice, für Geschäftsessen, Großveranstaltungen, Schulverpflegung und für die Versorgung von Seniorenheimen. Als Referenzen für die Leistungsfähigkeit der Firma nennt DSG eine Nato-Konferenz, Messen sowie die Truppenverpflegung von 1200 Soldaten in einem Manöver. Claussen bezeichnet sein Unternehmen denn auch als Groß-Caterer. „Wir sind keine Kleingastronomen.“ Der Betrieb im Rheinberger sei rein auf das Restaurant beschränkt „zufriedenstellend“ gelaufen, jedoch nicht für ein Unternehmen wie DSG. Die Kaiserslauterer Caterer wollten die Rheinbergerküche zu einer richtigen Großküche umbauen, um dort Essen für Kunden in der Umgebung im großen Stil zu kochen und dann von Pirmasens aus direkt zu beliefern. „Da wurden dann Auflagen gemacht, die wirtschaftlich nicht darstellbar waren“, begründet Claussen den Ausstieg aus dem Projekt. Welche Auflagen das waren, wollte er nicht sagen. „Das war eine lange Liste.“ Nur mit der Kombination einer Großküche wäre das Restaurant für den Groß-Caterer wirtschaftlich gewesen. Claussen sieht grundsätzlich Potenzial für das Restaurant, aber dann eher als Familienbetrieb. Fünf Mitarbeiter im „Mahl!zeit“, so der offizielle Name, verlieren ihren Arbeitsplatz. Drei weitere Mitarbeiter kommen laut Claussen in anderen Bereichen der DSG unter. Der Betrieb ist bereits geschlossen. Derzeit demontieren DSG-Mitarbeiter die Einrichtung. Eine normale Gastronomie sei im Rheinberger genehmigt, betonte die städtische Pressesprecherin Dunja Maurer auf Anfrage. Nicht jedoch der Betrieb einer von der DSG gewollten Großküche. Diese hätte nach Absprache mit Ordnungsamt, Kreisverwaltung sowie Gewerbeaufsicht umfangreiche Auflagen wie Lagerräume für geschätzte 300 Essen pro Tag, Personalräume für acht Küchenkräfte und vier Servicekräfte und weiteres benötigt. „Fraglich ist bereits, ob hierfür überhaupt genug Raum zur Verfügung stünde“, so Maurer weiter. Hinzu komme, dass die Umbauarbeiten hohe Kosten verursachen würden, die weder vom Eigentümer noch vom Mieter bezahlt werden können. Der erste Pächter des Rheinberger-Restaurants war der Italiener Giovanni Micillo, der wegen zu hoher Mieten aufgab. Dann kam das Lifestyle-Projekt „Risto 1906“, das jedoch nach nur sechs Monaten wieder die Türen schloss. Am längsten hielt es die Chinesin Guojiao Fan-Jiang im Rheinberger mit ihrer Asia-Lounge aus, die im Februar 2013 schloss. (kka)