Pirmasens
Münztreppe: Neues Mosaik mit „Schlabbe“ und Leuchtschrift
Knapp 30 Wochen, fast 2000 Arbeitsstunden und eine Viertelmillion bunter Mosaikfliesen waren nötig, um der Münztreppe in der Pirmasenser Bahnhofstraße eine Frischzellenkur zu verpassen. „Die Wand war vorher alles andere als schön“, sagte der Beigeordnete Denis Clauer am Freitagmorgen, um die Notwendigkeit für das Projekt zu unterstreichen. Das Mosaik an der Felsentreppe sei ein voller Erfolg gewesen, deshalb sei früh klar gewesen, dass das Folgeprojekt wieder möglichst großflächig daherkommen soll, so Clauer. „Mosaik passt zu Pirmasens und seiner Entwicklung“, betonte der Beigeordnete.
Wer das neue Mosaik gestalten durfte, wurde in einem zweistufigen Auswahlverfahren entschieden. „Es gab einen Entwurf, der völlig aus dem Rahmen gefallen ist und perfekt auf unsere Ausschreibung gepasst hat“, sagte Stadtmarketing-Chef Rolf Schlicher. So setzte sich die Künstlerin Tanja Lebski aus Altleiningen gegen fünf Mitbewerber durch. Pirmasens ist für die 57-Jährige allerdings kein unbekanntes Pflaster: Ihre Großmutter ist hier geboren und aufgewachsen.
Helfer aus der ganzen Bundesrepublik
16 Helfer aus der ganzen Bundesrepublik, etwa aus Kiel, Leipzig und Potsdam, unterstützten Lebski bei der Umsetzung. Da nicht die gesamte Wand mit kleinen Mosaiksteinen besetzt werden konnte, hat sich die Künstlerin etwas einfallen lassen, das zum Namen der Treppe und des davor liegenden Platzes passt: Mehrere in Münzform dargestellte Motive zeigen – passend zum Projekttitel „Zeitsprung“ – unter anderem Teile und Persönlichkeiten der Pirmasenser Stadtgeschichte, darunter Stadtgründer Landgraf Ludwig IX. und Hugo Ball. Aber – selbstverständlich – darf in der Schuhstadt auch der „Schlabbe“ nicht fehlen. Im Mittelpunkt des rund 23 Quadratmeter großen Mosaiks ist ein schaukelndes Mädchen zu sehen, das aus der Wand herauszuschwingen scheint und dabei einen roten „Schlabbe“ durch die Luft fliegen lässt. Zudem biete das Mosaik eine Besonderheit, wodurch es nicht nur am Tag sehenswert sei, wie die Künstlerin aufklärte: „Die Schrift auf den Banderolen der Münzen leuchtet im Dunkeln. Das wird die Wahrnehmung völlig verändern.“ Ermöglicht werde dieser Effekt durch den Einsatz von nachtleuchtendem Glas.
Obwohl Lebskis Arbeit abgeschlossen ist und das Mosaik am Donnerstag, 1. August, um 18 Uhr feierlich enthüllt wird, bedeutet das nicht, dass es vollends beendet ist. „Das Konzept beinhaltet, dass daran weitergearbeitet werden kann“, erläuterte die Künstlerin. So soll es künftig Workshops geben, beispielsweise während des Schlabbeflicker-Festivals, um weitere „Münzen“ für das Gesamtkunstwerk zu gestalten. „Meine Kollegen sind alle angefixt. Es kann gut sein, dass irgendwann eine Münze per Post aus Kiel kommt“, sagte Tanja Lebski.
Weitere Projekte möglich
Denis Clauer kündigte indes an, dass die Stadt in den kommenden Jahren am Thema Mosaik dranbleiben wolle: „Weitere Folgeprojekte sind möglich. Stellen zum Aufwerten haben wir genug.“ 200.000 Euro hat das Projekt, einschließlich Sanierungsarbeiten an der Wand, insgesamt gekostet. Aber: „Wir mussten kaum Eigenanteil zahlen. 100.000 Euro hat die Rheinberger-Stiftung gespendet und es gab Zuschüsse durch die Stadtebauförderung“, so Clauer. Unabhängig davon sei das Geld so nachhaltig gut investiert. „Die Werbekampagnen, die wir für diese Aufmerksamkeit und diese Image-Verbesserung bräuchten, wären wahrscheinlich teurer gewesen“, ergänzte der Beigeordnete. Als Beleg dafür zieht er die Felsentreppe, die auch als Vogeltreppe bekannt ist, heran. Seit der Fertigstellung des dortigen Mosaiks 2019 sei die Treppe eines der meist fotografierten Motive in der Innenstadt.
Termin
Am Donnerstag, 1. August, 18 Uhr, wird das neue Mosaik an der Münztreppe in der Bahnhofstraße offiziell enthüllt und eingeweiht.

