Pirmasens Kreativvitti: Eine große Chance
Am Wochenende läuft die dritte Auflage der Kreativvitti-Messe, die bei Beobachtern für mehr Fragezeichen als Antworten sorgt. Der Kreativvitti fehlt ein klar umrissenes Konzept. Bewusst hat Wirtschaftsförderer Mark Schlick alles offen gelassen. Nur der vage Begriff der Kreativwirtschaft wird als Zielgruppe genannt. Darunter fallen Orchestermusiker ebenso wie Softwareschmieden. Ein sehr weit gefasster Ausdruck, der auch die Messe fluide und schwammig erscheinen lässt. Es gibt keine Schublade wie Genussmesse, Berufsbörse oder Campingausstellung.
Wer zur Kreativvitti geht, als Aussteller wie Besucher, muss sich auf Überraschungen einlassen können. Wahrscheinlich wird er dort mit Dingen konfrontiert, die er noch nie gesehen hat und überhaupt nicht suchte. Vielleicht findet er Antworten auf Fragen, die er nie stellte. Und genau das ist kreatives Denken. Richtige Künstler liefern so gut wie keine Antworten, stellen aber die richtigen Fragen. Die Kreativvitti hat das Zeug zu etwas richtig Großem. Das ist nicht nur für Pirmasens eine Riesenchance, sondern die ganze Region kann davon profitieren. Vielleicht liegen ja noch die Pläne für ein Kreativquartier in einer Schublade in der Verwaltung. Dann könnte das Thema Kreativwirtschaft, an dem Schlick seit Jahren arbeitet, richtig Fahrt aufnehmen.
