Pirmasens
Kita-Kinder basteln sich Spielsachen aus Abfall
Die Röhren der Kugelbahn, die die Kinder selbst gebaut haben, bestehen aus alten Toilettenpapierrollen, die bunt bemalt und auf einem Stück Karton aneinandergeklebt wurden. Ein längerer Streifen aus grünem Plastik, der die Rollen miteinander verbindet und von den Kindern zurechtgeschnitten wurde, sorgt für zusätzliche Stabilität. Der kleine Elias nimmt eine größere Murmel, lässt sie sausen und lacht vergnügt. „Ich habe geholfen, die Kugelbahn zu bauen und habe Sachen darauf gemalt“, sagt er. Als die Kugel unten angekommen ist, lässt er die nächste sausen und hat sichtlich Freude dabei.
Die sechsjährige Elina ist ebenfalls ganz aufgeregt und will unbedingt zeigen, was sie gebaut, geklebt und bemalt hat. „Von mir ist der Baby-Roboter, den ich aus alten Dosen gebaut habe. Wir haben ihm noch ein freundliches Gesicht gemacht und ihn mit Farben angemalt, das hat viel Spaß gemacht“, sagt sie stolz und lacht. Schon ist sie wieder verschwunden und widmet sich den lustigen Figuren mit mal bösen, mal freudigen Gesichtern, die ebenfalls aus alten Toilettenpapierrollen gebastelt wurden.
Eine Kugelbahn aus alten PET-Flaschen
Kita-Leiterin Simone Guth erklärt, wie es zu der Kugelbahn, dem Roboter oder den Flugzeugen aus ausgedienten PET-Flaschen gekommen ist. „Die Idee, etwas aus Müll herzustellen, entstand, als die Kinder immer wieder an unsere Altpapiereimer gegangen sind und sich daraus Sachen zum Basteln und Malen geholt haben. So sind wir zum Thema Upcycling gekommen, und das ganze Nardinihaus hat angefangen, Müll zu sammeln, der dafür infrage kommt. Auch die Eltern der Kinder haben fleißig mitgeholfen“, so Guth. Die Kinder seien ganz begeistert gewesen, dass Müll scheinbar nicht so nutzlos ist, wie sie bislang beigebracht bekommen haben.
„Es gehört zum natürlichen Instinkt eines Kindes, einfach zum Spieltrieb, dass sie zum Beispiel das Besondere in alten Eierschachteln sehen und damit spielen können, während ein Erwachsener die Schachteln einfach wegwirft. Der Lerneffekt bei unserem Projekt war sehr groß, aber vorrangig hat es den Kindern einfach unheimlich Freude bereitet“, so die Leiterin der Kindertagesstätte Nardinihaus. Aus alten, großen Pappkartons haben sich die insgesamt drei Kita-Gruppen, bestehend aus Zwei- bis Sechsjährigen, auch ein großes Spielhaus gebaut, bei dem sie sogar an den Briefkasten gedacht haben. „Da kommt die Post rein. So wie zuhause“, sagt der kleine Elias.
Noch zwei Wochen Ausstellung für die Eltern
Das ganze Jahr über wollen Simone Guth und ihr Team das Thema Wiederverwertung von scheinbar nutzlosem Müll im Kindergarten behandeln. Die Ideen, die die Kinder dabei entwickeln, seien vielfältig und scheinbar unerschöpflich, berichtet Guth lachend. „Sie haben auch angefangen, alte Gläser zu bemalen und wir als Pädagogen haben festgestellt, dass das Thema Upcycling damit eigentlich ein Selbstläufer ist, bei dem die Materialien nicht extra gekauft werden müssen, sondern in jedem Haushalt zu finden sind“, so Guth weiter.
Damit die Eltern sich ebenfalls ein Bild davon machen können, welch tolle Sachen ihre Kinder mit sehr viel Fantasie im Kindergarten hergestellt haben, ist die kleine Upcycling-Ausstellung noch die nächsten zwei Wochen im Foyer des Nardinihauses zu sehen.