Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Kaufhallenareal: Anfang 2023 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein

Diese Aufnahme entstand im August 2021. Seitdem hat sich auf dem Areal nichts verändert.
Diese Aufnahme entstand im August 2021. Seitdem hat sich auf dem Areal nichts verändert.

Am Montag geht es jetzt tatsächlich los mit den Bauarbeiten für das Projekt auf dem früheren Kaufhallenareal. Zuerst wird noch mal abgerissen, aber noch diesen Monat starten die Erdarbeiten und Anfang 2023 soll alles fertig sein. Der bundesweite Wirrwarr um KfW-Zuschüsse soll mit ein Grund für die Verzögerungen gewesen sein.

Dem Pirmasenser Architekten Christoph Arnold, der zusammen mit Patrick Buch aus Schellweiler das Projekt umsetzen will, ist die Erleichterung anzuhören, dass es jetzt wirklich mit den Bauarbeiten losgehen soll. „Wir sind richtig froh, dass es jetzt startet“, meint Arnold und erzählt von Wochen und Monaten, in denen um die Bedingungen für einen Zuschuss der KfW gestritten worden sei. Bundesweit hatte es in der Baubranche für Verwirrung und Verzögerungen gesorgt, weil das Bundeswirtschaftsministerium zunächst die KfW-Förderung für Neubauten gestrichen hatte, ein neues Programm dann innerhalb kürzester Zeit ausgebucht war. „Der KfW-Wirrrwarr hat das ziemlich in die Länge gezogen“, meinte Arnold am Freitag. Schlussendlich verzichten die Investoren nun auf eine Förderung, wollen aber den KfW-Standard 40, den derzeit höchsten, dennoch einhalten. Der Verzicht auf die Förderung habe den Vorteil, dass die Baufirmen die Baustoffe besser auswählen können, ohne sich an Fördervorgaben halten zu müssen, was bei der derzeitigen Lage auf dem Baustoffsektor sehr von Vorteil sei, wie Arnold anmerkt. Wenn eine bestimmte Sorte Stein nicht mehr verfügbar sei, könne eine andere genommen werden. Der Gebäudekomplex soll mit Wärmepumpen ohne fossile Brennstoffe geheizt werden und mit großzügigen Solaranlagen eigenen Strom produzieren, erläuterte Arnold.

Am Montag wird zunächst mit den Abbrucharbeiten für den Anbau des noch stehenden Gebäudes Schlossstraße 19 begonnen. Zur Schlossstraße hin werde das Wohn- und Geschäftsgebäude stehen bleiben. Nur der Anbau müsse noch abgerissen werden. Davon werden die Passanten nicht viel mitbekommen, da zunächst entkernt wird.

Spatenstich für Mai geplant

Die Erdarbeiten für das neue Wohn- und Geschäftshaus auf dem früheren Kaufhalle-Areal sollen noch im Mai starten. „Wir werden einen richtigen Spatenstich machen“, verspricht Arnold, der dafür aber noch keinen Termin nennen konnte.

Fertig werde der Gebäudekomplex erst Anfang 2023. Den von mehreren Mietern gewünschte Einzugstermin in diesem Jahr sei nicht zu schaffen. „Das ist mit den Mietern so abgesprochen“, versicherte Arnold. Unter anderem will die Wasgau AG ein neues Konzept für Bäckerei und Café realisieren, das ähnlich anspruchsvoll wie das diese Woche in Dahn eröffnete Café. Die Wasgau AG will das Konzeptcafé auf einer Fläche von 330 Quadratmetern errichten. Weitere 415 Quadratmeter sind für den Bio-Frischmarkt vorgesehen, der aus der Ringstraße umziehen will und eigentlich schon im Herbst am neuen Standort sein wollte. Ende 2022 könnten die neuen Mieter mit dem Innenausbau anfangen, hofft Arnold.

Neben Wasgau und Bio-Frischmarkt sind noch 60 Quadratmeter für einen Concept-Store vorgesehen und drei Obergeschosse mit barrierefreien Wohnungen, die von der Caritas angeboten werden sollen. 2000 Quadratmeter Nutzfläche sind geplant.

Probleme mit dem Zeitplan wegen der derzeitigen Knappheit bestimmter Rohstoffe befürchtet Arnold nicht. Bei den Baupreisen dürfte nur ein kleiner Aufschlag nötig sein, da Verträge schon frühzeitig abgeschlossen wurden. Wie hoch das Investitionsvolumen sein wird, wollte er am Freitag nicht verraten.

Auf dem Kaufhallen-Areal haben sich bereits mehrere Projektentwickler versucht. Nach langem Leerstand wollte 2012 zunächst Emil Schweitzer aktiv werden und ein 5000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum realisieren, für das nicht nur die Kaufhalle sondern auch das Gebäude Schlossstraße 19 abgerissen worden wäre. Stadtbücherei, Stadtarchiv und Hugo-Ball-Sammlung sollten ebenfalls in dem neuen Gebäude unterkommen, das Exe-Galerie heißen sollte. Eine Markthalle zum Verweilen einladen. Das Projekt scheiterte allerdings, auch weil die Stadtspitze lieber die Stadtgalerie in der Fußgängerzone als Riesen-Einkaufszentrum wollte, woraus letztlich auch nichts wurde.

Dann kam der Pirmasenser Peter Lang, der 2014 schon für 70 Prozent der 5000 Quadratmeter Mieter gefunden haben wollte, aber dann doch kapitulieren musste. Unter anderem die schwierigen Eigentumsverhältnisse wurden als Grund für das Scheitern angegeben. Das änderte sich 2017. Die Stadt konnte das Kaufhallenareal erwerben und als Paket an einen potenziellen Projektentwickler offerieren.

Der fand sich 2018 mit dem Trio Rolf Schäfer, Christoph Arnold und Patrick Buch. „Schuhstadt“ nannten die drei ihr Projekt, in dem mehrere Schuhfirmen ihre Waren als eine Art Outlet anbieten sollten. 3000 Quadratmeter groß war der Gebäudekomplex und am liebsten sollte sich die Schuhstadt gleich noch auf das Gelände des früheren Autohauses in der Höfelsgasse sowie weitere Gebäude in der Straße ausdehnen. Die Höfelsgasse wäre Fußgängerzone geworden und an 40 Sonntagen im Jahr sollten die Läden in der Schuhstadt wie im Zweibrücker Outlet auch ihre Türen öffnen. Die Suche nach einem Investor gestaltete sich jedoch schwierig und mit der Pandemie zerstoben die Pläne für stationären Einzelhandel in Form von Schuhgeschäften komplett. Schäfer stieg aus, Arnold und Buch speckten die Planung auf den Biomarkt und das Café mit Concept-Store ab.

So präsentierte sich das Areal im Jahr 1999. Damals war die Kaufhalle noch geöffnet.
So präsentierte sich das Areal im Jahr 1999. Damals war die Kaufhalle noch geöffnet.
Ende 2020 begann der Abriss der seit Jahren leerstehenden Kaufhalle.
Ende 2020 begann der Abriss der seit Jahren leerstehenden Kaufhalle.
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