Pirmasens
Kaufhallen-Areal: Ende des jahrelangen Bauprojekts ist in Sicht
Eine lange Geschichte, die so manche politische Diskussion, aber auch das Stadtgespräch von Pirmasens in den vergangenen Jahren beeinflusst hat, steht kurz vor dem Abschluss. Dort, wo zuletzt die leerstehende Kaufhallen-Immobilie das Stadtbild prägte, ist ein neuer Gebäudekomplex entstanden. Mit der Wasgau AG hat der erste Mieter bereits den Schlüssel in die Hand bekommen.
Bis dahin war es eine lange Strecke, die der Architekt Christoph Arnold und die Investoren überbrücken mussten. Zu der Geschichte gehört auch, dass von den ursprünglichen Initiatoren des Projekts nur noch Arnold geblieben ist. Er hat das Bauvorhaben, das im September 2020 mit dem Abriss der ehemaligen Kaufhalle gestartet war, bis heute vorangetrieben. Ein Großteil der Flächen ist mittlerweile vermietet. Aber auch hier kam es anders als geplant. War zunächst von altersgerechten Wohnungen die Rede, ist davon heute nichts mehr zu hören.
Stattdessen wird ein großer Teil des Hauptgebäudes wohl eine Bürofläche werden. Konkret sieht es so aus, dass die AOK im Erdgeschoss 400 Quadratmeter mietet. Laut Arnold hat die Krankenkasse weitere Flächen im ersten sowie im zweiten Stock des Turmbaus unter Vertrag genommen. Alles in allem handelt es sich um rund 1500 Quadratmeter. Noch laufen letzte Arbeiten seitens des Vermieters. Dann startet der Innenausbau. Wann die AOK in das neue Domizil umzieht und wie es mit der AOK-Immobilie in der Bahnhofstraße weitergeht, ist noch offen.
Fest steht, dass die Wasgau ihr Café in dem unter Höfle-Eck firmierenden Komplex schnellstmöglich eröffnen will. Der Innenausbau läuft auf Hochtouren. Der Vorplatz sieht derzeit noch so aus, wie es auf einer Baustelle eben aussieht, aber das soll sich schnell ändern, kündigt Arnold an. Schließlich sollen hier demnächst Stühle und Tische stehen für die Gäste des neuen Cafés. Laut Arnold sollen zudem noch zwei Bäume gepflanzt werden. Um das Areal zur Höfelsgasse hin attraktiv zu gestalten und einen Höhenunterschied auszugleichen, sind dem Architekten zufolge große Sitzstufen geplant.
Direkt an der Ecke Schlossstraße befindet sich ein rund 100 Quadratmeter großes, einstöckiges Gebäude. Arnold bezeichnet es als Pavillon. Hier wird beim Baustellenbesuch noch kräftig gearbeitet. Die Immobilie soll demnächst ebenfalls an die Wasgau AG übergeben werden. Die will in dem Pavillon ihren ersten Supermarkt eröffnen, der ohne Personal auskommt und 24 Stunden geöffnet hat.
Bleiben noch zwei Flächen, die bislang nicht vermietet sind. Eine davon befindet sich im oberen Stock des Turmbaus. Arnold spricht von einer „hochwertigen“ Fläche und verweist auf die Aussicht, aber auch den Balkon. Der lässt sich mit der ursprünglichen Idee einer Wohnfläche erklären. Die 220 Quadratmeter werden als Gewerbefläche angeboten. Der Architekt kann sich aber auch eine Wohnung im obersten Stock des Höfle-Ecks gut vorstellen. Diese Fläche ist genau wie die anderen Stockwerke barrierefrei mit einem Aufzug erschlossen.
Im Erdgeschoss suchen 120 Quadratmeter ebenfalls noch einen Mieter. Die Gewerbefläche wollte einer der ursprünglichen Initiatoren des Projekts, Patrick Buch, als Conceptstore mieten. Diese Idee wird wohl nie umgesetzt. Buch hat mit dem Projekt nichts mehr zu tun. Arnold ist aber zuversichtlich, einen Mieter zu finden. Der Architekt verweist darauf, dass die Fläche direkt an den rückwärtigen Parkplatz angrenzt. Hier stehen 15 Stellflächen für Mieter, aber vorrangig für Kunden zur Verfügung. Wer sie mit dem Auto erreichen will, muss eine derzeit noch kaum zu erkennende Zufahrt von der Dankelsbachstraße nutzen.
Ob und in welcher Form einmal Autos von der Höfelsgasse die Parkfläche ansteuern können, ist noch unklar. Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob und in welcher Form neben dem Höfle-Eck der Neubau der Stadtbücherei verwirklicht wird.

