Pirmasens In Kindergärten gibt es noch freie Kapazitäten

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Wie beeinflussen die steigenden Flüchtlingszahlen die Jugendarbeit und das Leben in Pirmasens? Welche Faktoren beeinflussen wesentlich das Budget des Pirmasenser Jugendamts? In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses der Stadt nutzte Bürgermeister Peter Scheidel die Gelegenheit, Aufklärungsarbeit zu leisten.

„Was Kita-Plätze und Jugendarbeit angeht, sind wir in Pirmasens gut aufgestellt“, sieht Scheidel selbst bei den prognostizierten Steigerungen der Flüchtlingszahlen zur Zeit kein Problem. Einem Bestand von 1252 Kindergartenplätzen für die Zwei- bis Sechsjährigen stünden 1487 Kinder entgegen. Da nicht alle einen Kindergarten besuchen, seien in der Stadt immer freie Kapazitäten vorhanden. Auch wenn es nicht immer gelinge, einen Platz im eigenen Wohnviertel anzubieten, werde dennoch versucht, für jeden Fall die passende Lösung zu finden. Für die unter Zweijährigen stehen 80 Krippenplätze und 53 Plätze in Tagespflegestätten zur Verfügung. Diese würden aber zur Zeit noch eher selten angenommen. Auch weil sie kostenpflichtig seien, weiß Scheidel. Er avisierte in der Sitzung den baldigen Umzug in die neue Kita Erlenbrunn. „Dort fehlen nur noch Kleinigkeiten, in den nächsten Wochen sollte der Umzug von der Husterhöhe dorthin möglich sein“, so die Pläne der Verwaltung. Die Räume auf der Husterhöhe würden von der Stadt weiterhin angemietet, um möglichen Betreuungsengpässen vorzubeugen. „Falls wir zusätzliche Kindergartengruppen benötigen, könnten wir diese schnell anbieten“, so die Idee. Bevor Jugendamtsleiter Jan Kardaus den geplanten Haushalt für die kommenden beiden Jahre präsentierte, zeichnete Sozialdezernent Scheidel ein düsteres Bild der kommunalen Finanzen. „Wir stehen nicht mehr nur mit dem Rücken zur Wand, wir haben sie eigentlich schon eingerannt“, sagte er. Für den Jugendbereich sieht Kardaus die Kostensteigerungen vor allem in den erhöhten Fallzahlen und in dem damit verbundenen größeren Personalbedarf, den Tarifsteigerungen, dem Kita-Ausbau und den steigenden Flüchtlingszahlen begründet. Die Situation der Flüchtlinge schilderte Scheidel pragmatisch. Die Stadt sei in der Lage, die Menschen dezentral unterzubringen. Das bringe einen wesentlichen Vorteil für die Integration. Zur Zeit leben 528 Flüchtlinge in Pirmasens, davon sind 50 Kita- und 95 Schulkinder. Rund 20 Personen kommen jede Woche neu nach Pirmasens, fast ausschließlich aus Ländern mit Bleiberecht wie Syrien, Irak oder Afghanistan. Der Anteil der Flüchtlinge aus dem Westbalkan spiele inzwischen kaum noch eine Rolle. In den kommenden Wochen rechnet die Stadtspitze allerdings verstärkt mit einem Zuzug von weiteren unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen. Zur Zeit seien 13 junge Menschen in der Obhut der Stadt. Diese Zahl werde sich allerdings wesentlich erhöhen. Auf die Stadt kommen dafür im ersten Schritt hohe Kosten zu. 5000 Euro werden für die Heimbetreuung veranschlagt. Nach aktueller Rechtslage werden diese allerdings wieder vom Land erstattet. Für jeden Flüchtling erhält Pirmasens 848 Euro monatlich vom Land. Aus diesem Topf müssen von der Stadt alle Kosten wie Lebensunterhalt, Miete, Krankenhilfe oder Kita-Gebühren gedeckt werden. Scheidel stellte klar, dass das nicht das Geld ist, das einem Flüchtling zur Verfügung steht. Für Lebensmittel und sonstige Bedarfe erhalten diese lediglich einen Betrag zwischen 220 Euro und 370 Euro monatlich. Neben einer effizienten Verwaltung der Neuankömmlinge stehe vor allem deren Integration im Mittelpunkt der Bemühungen. Mit einem „Beschäftigungspiloten“, der die beruflichen Qualifikationen und Kompetenzen der Menschen erfasse, werde eine neue Stelle geschaffen, die dies erleichtern solle. Außerdem werde eine Flüchtlingskoordinatorin als Schnittstelle zwischen Verwaltung und freien Trägern fungieren. Die Stelle ist bereits vergeben, der Personalrat muss der Besetzung noch zustimmen. (bos)

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